Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Puten

  1. Zucht
    Die Selektion auf hohe Wachstumsleistung und starke Ausprägung der Brustpartie ist Ursache für Beinschäden bzw. Beinschwäche. Eine genetische Komponente soll für die Verhaltensstörung des Federpickens und des Kannibalismus verantwortlich sein.

    Ziel:
    Zuchtziel auf Gesamtvitalität
    Sachstand:
    Im Oktober 2011 besuchte eine niedersächsische Expertendelegation das für Deutschland wichtigste Putenzuchtunternehmen in Großbritannien. Zuchtziele sind Fußballengesundheit, eine bessere Beinstabilität und gesteigerte Gesamtfitness . Auch der Einfluss des Managements ist von entscheidender Bedeutung. Ansätze, die Neigung zu Federpicken und Kannibalismus zu verringern, sind über ein Monitoring der Zuchttiere unter Stressbedingungen angedacht. Auf das derzeit in der konventionellen Putenhaltung flächendeckend übliche Schnabelkürzen soll verzichtet werden.

  2. Kürzen der Schnabelspitze
    Die Schnabelspitzen der Eintagsküken für die konventionelle Putenhaltung werden bereits in der Brüterei gekürzt, um die Auswirkungen von Federpicken und Kannibalismus zu minimieren. Das Risiko für das Auftreten dieser Verhaltensstörungen kann nur gesenkt werden, wenn zukünftig züchterische Maßnahmen und Änderungen bzw. eine Optimierung der Haltungsbedingungen Hand in Hand gehen. Die Ansätze zum Verzicht auf Schnabelkürzen sind bei Puten allerdings noch nicht so weit gediehen wie bei Legehennen. Zu den Ursachen von Federpicken und Kannibalismus besteht ein erheblicher Forschungsbedarf. Ebenso ist von einem Einfluss des Geschlechts auf das Auftreten dieser Verhaltensstörung auszugehen (z. B. Territorialverhalten der Hähne).

    Ziel:
    Verzicht auf das Schnabelkürzen
    Sachstand:
    Verschiedene Hypothesen/Ansätze bezüglich Fütterung/Ernährung, Beschäftigung, Strukturierung und Notfallmaßnahmen sowohl bei Hähnen als auch Hennen an kupierten und nicht kupierten Tieren werden wissenschaftlich überprüft. Eine „Ist-Zustandserhebung" mit dem Fokus „Verzicht auf Schnabelkürzen" wird in der ökologischen Putenhaltung durchgeführt, da hier nur Tiere mit intakten Schnäbeln gehalten werden dürfen. Bis Ende 2018 soll in niedersächsischen Putenbetrieben auf das Schnabelkürzen verzichtet werden.

  3. Managementempfehlungen
    Indikator für ein „gutes" Management in der Putenhaltung ist die Fußballengesundheit der Tiere. Die Beschaffenheit der Einstreu hat einen signifikanten Einfluss auf das Auftreten von Fußballenveränderungen; je feuchter und pappiger die Einstreu, umso häufiger und schwerer die Fußballenentzündungen.

    Ziel:
    Weiterentwicklung der Managementempfehlungen
    Sachstand:
    Um diesen teilweise schon in der Aufzucht auftretenden Schäden erfolgreich entgegenzuwirken, hat die Arbeitsgruppe einvernehmlich „Managementempfehlungen zur Erhaltung der Fußballengesundheit bei Mastputen" verabschiedet. Sie stellen einen Leitfaden der guten fachlichen Praxis dar, der von der Vorbereitung des Stalles vor jedem Durchgang über Maßnahmen in der Start- und Aufzuchtphase bis hin zu Vorgaben bei Problemen in der Mast reicht. Sie sollen als Anlage in die „Niedersächsische Putenvereinbarung" aufgenommen und in das „Bundeseckwertepapier zur Putenhaltung" eingebracht werden.
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