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Coronavirus - Fragen und Antworten

Das Coronavirus.   Bildrechte: iStock/wildpixel
Die Corona-Krise betrifft die Agrarbranche wie auch Verbraucher. Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen.


Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) stellt hier gebündelt Antworten auf häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit dem Auftreten des Coronavirus (SARS-CoV-2) zur Verfügung, die den Aufgabenbereich des ML betreffen.

Bei weiteren Fragen zu Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Land- und Ernährungswirtschaft können Sie sich an die

  • Hotline des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums unter der Rufnummer 0511 / 120 2000 wenden oder
  • die Mailadresse corona@ml.niedersachsen.de nutzen.

Einen umfassenden Fragen-Antworten-Katalog zu der Corona-Epidemie finden Sie darüber hinaus auf der Webseite der Niedersächsischen Landesregierung im Artikel: "Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)".

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus setzt die Landesregierung zügig die Empfehlungen des Krisenstabs um. Dabei orientiert sie sich eng an den Leitlinien der Bundesregierung und der Regierungschefs der Bundesländer zur Bekämpfung der Corona-Epidemie. Auf der Seite www.niedersachsen.de/Coronavirus finden Sie mehr Informationen sowie die jeweils aktuellen Verordnungen der Landesregierung. Ab Montag, dem 2. November 2020 gelten neue "Corona-Regeln", die Sie ebenfalls auf der Webseite der Niedersächsischen Landesregierung nachlesen können.

Die Bundesregierung hat im Frühjahr 2020 ein Maßnahmenpaket beschlossen und darin die Land- und Ernährungswirtschaft als systemrelevante Infrastruktur anerkannt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die wichtigsten Punkte für den Agrarsektor in einem eigenen FAQ zusammengefasst.


Sind Hamsterkäufe sinnvoll?

Nein! Hamsterkäufe sind nicht sinnvoll, sie sind unsolidarisch und sollten bitte unbedingt unterbleiben.

Aus folgenden Gründen:

  • Es bestehen derzeit keine Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln.
  • Lebensmittelhändler können leere Regale, trotz gestiegener Nachfrage einiger Produktsorten, in aller Regel zügig nachfüllen, da die Lager gut gefüllt sind.
  • Dies setzt aber voraus, dass alle Bürger sich solidarisch verhalten.
  • Vorräte können mit Bedacht und Augenmaß aufgestockt werden. Lebensmittel zu horten, die dann nicht verzehrt werden, ist überflüssig, schadet dem eigenen Geldbeutel und im schlimmsten Fall der Allgemeinheit, das heißt ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

Lebensmittelhändler können sich vorbehalten, Waren nur in haushaltüblichen Mengen abzugeben, um Hamsterkäufen entgegenzuwirken. Zudem raten sie zum Einkauf unter der Woche.

Tipps für die Planung eines Wocheneinkaufs hat das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) hier zusammengestellt.


Welche Regeln gelten für Schlacht- beziehungsweise Fleischverarbeitungsbetriebe in Sachen Corona-Tests?

Aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos in größeren Schlacht- und Zerlegebetrieben müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel alle zehn Tage auf das Virus getestet werden.

Für kleinere handwerkliche Fleischerbetriebe, die in der Regel nicht mehr als 49 Personen beschäftigen, gilt die Testverpflichtung nicht.

Welcher Betrieb konkret betroffen ist, wird vom kommunalen Gesundheitsamt geprüft. Der Betrieb muss die Testungen selbständig organisieren, die Kosten hierfür tragen und dem Gesundheitsamt gegenüber nachweisen.


In Schlacht- und Zerlegebetrieben kam es in den vergangenen Wochen zu Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Können Coronaviren auch über Fleischwaren oder andere Lebensmittel übertragen werden?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat dazu am 19. Juni 2020 eine aktuelle Einschätzung abgegeben. Darin heißt es: „Nach dem derzeitigen Stand des Wissens ist dies unwahrscheinlich. Theoretisch ist eine Verunreinigung (Kontamination) von Fleisch oder Fleischwaren mit Coronaviren während der Schlachtung oder bei der Fleischzerlegung und -verarbeitung möglich. Dem BfR sind jedoch bislang keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über den Verzehr von Fleischwaren oder Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten bekannt.“ Die vollständige Bewertung finden Sie unter dem folgenden Link zum Download (PDF, 100 KB, nicht barrierefrei): www.bfr.bund.de/cm/343/fleischwaren-und-coronavirus-uebertragung-unwahrscheinlich.pdf

Um sich vor Virusübertragungen zu schützen, empfiehlt das BfR grundsätzlich, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln zu beachten. Weiterhin lässt sich das Risiko von lebensmittelbedingten Infektionen senken, wenn Fleisch und Geflügel vor dem Verzehr an allen Stellen mindestens zwei Minuten lang auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt werden, beziehungsweise bis austretender Fleischsaft klar ist und das Fleisch eine weißliche (Geflügel), graurosafarbene (Schwein) oder graubraune Farbe (Rind) angenommen hat.


Kann man sich generell über Lebensmittel und andere Produkte anstecken?

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gibt es derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, theoretisch denkbar und können nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich. Die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln sollten beachtet werden. Wie Sie sich im Privathaushalt vor Lebensmittelinfektionen schützen können, hat das BfR in folgender Broschüre zusammengefasst (PDF, 370 KB, nicht barrierefrei): www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelinfektionen_im_privathaushalt.pdf.

Weitere Informationen finden Sie auch unter folgenden Internet-Links:


Welche Hygiene- und Schutzmaßnahmen sollen Betriebe aus Landwirtschaft, Forst- und Gartenbau bezüglich des Coronavirus beachten?

Speziell für das landwirtschaftliche Umfeld entwickelte Hinweise zum Schutz vor dem Coronavirus liegen in Deutsch und vier Fremdsprachen (Polnisch, Rumänisch, Bulgarisch, Russisch) vor. Sie wurden von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) entwickelt. Die Betriebsanweisungen der SVLFG beinhalten wichtige Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen zum Coronavirus.

Die SVLFG empfiehlt insbesondere allen Arbeitgebern, sie in den Betrieben auszuhängen, um die aktuell starke Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

 

Auch für landwirtschaftliche Betriebe gelten die allgemeinen Hygieneschutzmaßnahmen wie:

  • Regelmäßiges Händewaschen
  • Hände gründlich waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Richtig Husten und Niesen
  • Wunden schützen
  • Auf ein sauberes Zu Hause achten
  • Lebensmittel hygienisch behandeln
  • Geschirr und Wäsche heiß waschen
  • Regelmäßig lüften
Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung hat die wichtigsten Corona-Verhaltensregeln für Niedersachsen noch einmal zusammengestellt: www.lotto-sport-stiftung.de/aktuelles/die-aktuellsten-verhaltensregeln-fuer-niedersachsen. Zwecks schnellerer Verbreitung wurden sie in folgende Sprachen übersetzt:
  • Englisch
  • Französisch
  • Türkisch
  • Russisch
  • Polnisch
  • Griechisch
  • Spanisch
  • Arabisch
  • Farsi

Was mache ich, wenn ich glaube, dass ich mich mit dem Coronavirus infiziert habe?

Bei einem Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder wählen Sie die 116 117 – die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes –, wenn Sie die Sorge haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben.

Hier finden Sie eine weitere Auswahl von Hotlines, die bundesweit zum Thema Coronavirus informieren:


Wer entscheidet über Quarantänemaßnahmen und etwaige Entschädigungszahlungen?

Ob Quarantäne- oder andere Schutzmaßnahmen auf einem Betrieb zu treffen sind und wie diese aussehen, entscheiden ausschließlich die zuständigen Gesundheitsämter. Regelungen dafür finden sich im Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Dort sind auch Regelungen zu eventuellen Entschädigungen bei Verdienstausfall zu finden. In Niedersachen entschädigt der zuständige Landkreis beziehungsweise die kreisfreie Stadt auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes. Die Quarantäne muss dabei durch die zuständige Behörde angeordnet worden sein. Weitere Informationen zu Entschädigungsregelungen im Falle einer angeordneten Quarantäne finden Sie auf www.niedersachsen.de/Coronavirus/hinweise-fur-berufstatige-185673.html

Das Robert Koch-Institut hat auf seiner Webseite "Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel" bereitgestellt.


Was passiert, wenn ein Landwirt in Quarantäne muss?

Wenn sich ein Landwirt in Quarantäne befindet, sind alle weiteren Maßnahmen mit den zuständigen örtlichen Behörden abzustimmen. Unabhängig davon sollten Landwirte, wie alle anderen Unternehmer, Vorsorge treffen und Notfallpläne erstellen.


Wann und wie bekomme ich einen Betriebshelfer/eine Betriebshelferin, wenn ich ausfalle?

Ob im Falle einer Erkrankung ein Anspruch auf einen Betriebshelfer besteht, prüft die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) im Einzelfall. Ob ein infizierter Landwirt Anspruch auf einen Betriebshelfer hat, ist von den konkreten Verhältnissen und der Abstimmung mit den örtlich zuständigen Behörden abhängig.


Dürfen Saisonarbeitskräfte ein- und ausreisen?

Ja. Es gibt bei den bestehenden Einreisebeschränkungen Ausnahmen für Saisonarbeitskräfte aus bestimmten Herkunftsstaaten. Sie gelten unter strengen Voraussetzungen. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Bundesgesundheitsministeriums sollen auf diese Weise die derzeit notwendigen strengen Vorgaben des Infektionsschutzes mit den Erfordernissen in der Landwirtschaft in Einklang gebracht werden. Die Einhaltung muss vor Ort kontrolliert werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat für Einsatz und Unterbringung ein Konzept erarbeitet. Diese Vorgaben finden Sie auf der Seite www.bmi.bunde.de als PDF (380 KB,nicht vollständig barrierefrei). Quelle: BMEL

Im April und im Mai wurde jeweils bis zu 40.000 Saisonarbeitern die Einreise aus dem Ausland ermöglicht. Ausgewählt wurden sie auf Basis der Bedarfsmeldung des Deutschen Bauernverbandes und nachweisbarer Hygienestandards. Landwirtinnen und Landwirte, unabhängig davon, ob sie Mitglieder im DBV sind, können ihren Bedarf über folgende Seite anmelden: https://saisonarbeit2020.bauernverband.de

Die Einreisemöglichkeit für ausländische Saisonarbeitskräfte wurde anschließend noch einmal bis zum 15. Juni verlängert, unter anderem um das bisher noch nicht vollständig ausgeschöpfte Kontingent von insgesamt 80.000 ausländischen Saisonarbeitskräften aufrechtzuerhalten. (Quelle: Pressemitteilung des BMEL vom 24. Mai 2020)

Darüber hinaus hat die Bundesregierung am 10. Juni ein überarbeitetes Konzeptpapier vorgestellt. Demnach können Landwirtinnen und Landwirte bis zum Jahresende 2020 weitere Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland einstellen. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung klarer Regeln. (Quelle BMEL)

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Saisonarbeitskräfte finden Sie auf der Webseite des BMEL.


Wie finde ich darüber hinaus Erntehelfer?

In diesem Zusammenhang können Online-Plattformen wie www.daslandhilft.de oder die Agrarjobbörse der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) unter www.agrarjobboerse.de hilfreich sein.

Nach Informationen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEL) hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) eine sogenannte Globalzustimmung für den Einsatz von Drittstaatsangehörigen, Asylbewerbern und Geduldeten als Helfer in der Landwirtschaft erteilt. Mit der Globalzustimmung sollen unbürokratisch weitere Arbeitskräfte für die Saisontätigkeit in der Landwirtschaft gewonnen werden können. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des BMEL in einer Pressemitteilung vom 22. April 2020.


Was muss ich bei der Unterbringung meiner Saisonarbeitskräfte beachten?

Die Pflichten der Unternehmen und landwirtschaftlichen Betriebe, die Personen beschäftigen, die in Sammelunterkünften oder in betriebseigenen oder angemieteten Unterkünften untergebracht sind, sind in der Niedersächsischen Corona-Verordnung geregelt. Betriebe müssen demnach

  • die beschäftigten Personen auf die aktuellen Hygieneregeln aufmerksam machen und sicherstellen, dass diese verstanden wurden,
  • die Einhaltung der Hygieneregeln regelmäßig überprüfen und dokumentieren,
  • die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausgegebenen Infografiken mit den wichtigsten Hygienehinweisen in allen Unterkünften gut sichtbar und für alle Bewohnerinnen und Bewohner zugänglich aushängen
  • und Arbeitskräfte möglichst nur in Einzelzimmern unterbringen. Küche und Bad sind so zu nutzen, dass eine ausreichende Distanz zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern gewährleistet ist.


Sind Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft systemrelevant?

In Krisenzeiten ist es von elementarer Bedeutung, dass unverzichtbare Infrastrukturen (unter anderem Staatsfunktionen, Verkehrs-, Kommunikations- und Versorgungsstrukturen) erhalten bleiben müssen, um die staatliche Ordnung und die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen zu gewährleisten. Zu diesen sogenannten „Kritischen Infrastrukturen“ (KRITIS) gehören auch die Land- und Ernährungswirtschaft einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche.

Anders als andere Bereiche der Kritischen Infrastrukturen, ist dieser Sektor allerdings durch eine Vielzahl kleinerer, mittlerer und großer Unternehmen, die komplexen Lieferketten mit einander verbunden sind, gekennzeichnet. Die vom BMEL veröffentlichte Leitlinie „Kritische Infrastruktur Ernährung“ (PDF, 149 KB, nicht barrierefrei) macht das deutlich. Ungeachtet dessen gibt es, bis auf die BSI Kritis Verordnung (BGBl I 2016, 958), die absolute Großstrukturen im Hinblick auf Cybersicherheit definiert, und die insoweit mit Bezug auf die aktuelle Pandemie-Lage nicht einschlägig ist, keine rechtlich bindende Einordnung beziehungsweise Definition für die Unternehmen der Kritis Ernährung.

Im Zuge der Corona-Pandemie gab es vermehrt Anfragen von Unternehmen, mit dem Wunsch die Zugehörigkeit zur KRITIS Ernährung beziehungsweise die Systemrelevanz anerkannt beziehungsweise bescheinigt zu bekommen. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) hat sich entschieden, derzeit grundsätzlich keine Bescheinigungen oder Anerkennungen mit Bezug auf die Systemrelevanz von Unternehmen oder die Zugehörigkeit zur KRITIS Ernährung auszustellen, weil damit vor dem Hintergrund der aktuellen Lage und den damit verbundenen staatlichen Maßnahmen keine Rechtsfolgen verbunden sind. Unternehmen aus Niedersachsen, die ein konkretes Problem bei der Lieferung in das/aus dem Ausland vorzutragen haben, wenden sich bitte an das Landwirtschaftsministerium (ML) unter corona@ml.niedersachsen.de.

Allgemeine Informationen zu den Kritischen Infrastrukturen finden sich auf der Website des BMI: www.bmi.bund.de/DE/themen/bevoelkerungsschutz/schutz-kritischer-infrastrukturen/schutz-kritischer-infrastrukturen-node.html .

"Handlungsoptionen zum Management von Kontaktpersonen unter Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel" hat das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage bereitgestellt.


Wie hilft Niedersachsen betroffenen Unternehmen finanziell weiter?

Um die Auswirkungen der Corona-Krise auf niedersächsische Unternehmen abzumildern, hat die Landesregierung ein Hilfspaket von 4,4 Milliarden Euro auf den Weg gebracht.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums (MW) sowie in der entsprechenden Pressemitteilung des MW vom 24. März 2020.

Das MW stellt ebenfalls Antworten auf häufig gestellte Fragen auf seinen Webseiten bereit.

Landwirtschaftliche Betriebe, die in der Saison 2020 Saisonarbeitskräfte beschäftigen/beschäftgten, erhielten/erhalten vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium eine finanzielle Unterstützung. Zur Bewältigung der Auswirkungen des Corona-Virus standen im Haushalt zusätzlich vier Millionen Euro zur Verfügung. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Pressemitteilung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums (ML) vom 17. April 2020.
  • Für Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen hat die KfW eine Hotline eingerichtet:
    0800 539 9001 (Mo bis Fr 8 - 18 Uhr)
    Corona Sonderseite der KfW

Eine Übersicht der Wirtschaftshilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat der Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) erstellt. Darin werden die einzelnen Maßnahmen vor dem Hintergrund der Bedürfnisse der Kommunen erläutert.


Welche weiteren Unterstützungsmöglichkeiten sind seitens des Bundes geplant?

  • Als eigenes Programm des BMEL gibt es derzeit das Liquiditätshilfeprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR). Diese bietet ab sofort Darlehen zur Liquiditätssicherung für Unternehmen der Landwirtschaft, des Gartenbaus und des Weinbaus an, die unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden. Entsprechende Informationen finden Sie unter www.rentenbank.de
  • Das Soforthilfe-Programm des BMWI/BMF umfasst finanzielle Soforthilfen (steuerbare Zuschüsse) für Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe bis zu zehn Beschäftigten.
    Beispielsweise Unternehmen der Ernährungswirtschaft können diese Maßnahmen für gewerbliche Unternehmen in Anspruch nehmen. Die Eckpunkte zum Corona-Soforthilfe-Programm von BMWI und BMF finden Sie in der Pressemitteilung des BMWI vom 23. März 2020

Hotline des BMEL

Können auch Landwirte Unterstützung durch die Corona-Soforthilfen des Bundes beantragen?

Ja. Die Bundes-Soforthilfen für kleine Unternehmen bezieht auch die Landwirtschaft explizit mit ein. Eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung wurde am 29. März 2020 zwischen Bund und Ländern finalisiert.

Weitere Informationen finden Unternehmen auf der Internetseite des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums (MW) im Artikel "Informationen zu den Auswirkungen des Coronavirus".

Dürfen landwirtschaftliche Berater noch auf die Betriebe beziehungsweise auf die Felder kommen?

Ja, Gruppenberatungen im Freien zu pflanzenbaulichen Fragestellungen gehören zu den Zusammenkünften, die einen beruflichen Zweck erfüllen. Sie sind deswegen nach der aktuellen Corona-Verordnung Niedersachsens erlaubt. Zu beachten sind die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln.
Hinweis: Erfahrungsgemäß steigt mit steigender Gruppengröße die Gefahr, dass die Abstandsregelungen nicht dauerhaft eingehalten werden können. Es liegt in der Verantwortung der Organisatoren solcher Zusammenkünfte, hier entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung eines erhöhten Infektionsrisikos zu treffen, zum Beispiel durch die Aufteilung in mehrere Kleingruppen.

Was gilt für Pferdebetriebe?

Selbstverständlich sind die Versorgung und Betreuung einschließlich Bewegung der Pferde entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes weiterhin sicherzustellen. Um eine tiergerechte Versorgung und Bewegung von Pferden gewährleisten zu können, müssen dafür fachlich geeignete Personen pferdehaltende Betriebe betreten. Die Anzahl der Personen richtet sich nach Betriebsgröße beziehungsweise der Anzahl der Pferde. Auch hier sind die Belange des Infektionsschutzes zwingend zu berücksichtigen, insbesondere die Einhaltung eines Mindestabstands von Mensch zu Mensch von 1,5 Metern sowie Mund-Nasen-Bedeckung für betriebsfremde Personen, die die oben genannten Aufgaben wahrnehmen. Aus vorstehenden Gründen wird daher die Nutzung von Listen, in denen sich betriebsfremde Personen, die die genannten Aufgaben wahrnehmen ein- und austragen, dringend empfohlen.

Ist Reitsport zulässig?

Der als Freizeitaktivität ausgeübte Reitsport unterliegt, wie andere Sportarten auch, der Maßgabe, dass er auf den Reitsportanlagen nur noch als Individualsport also alleine oder mit einer weiteren Person oder den Personen des eigenen Hausstandes ausgeübt werden darf. Nicht mehr möglich sind Reitgruppen (-unterricht) mit Kindern oder Erwachsenen. Das gilt leider auch für Kinder unter 12 Jahren, obwohl für diese das Abstandsgebot des § 2 der Niedersächsischen Corona-Verordnung nicht greift.

Zulässig ist jedoch das nichtorganisierte Ausreiten mehrerer Reiterinnen und Reiter in der Natur. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dies nur mit nahen Angehörigen, mit Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten oder mit Kindern bis 12 Jahren insgesamt aber nur mit höchstens 10 Personen zulässig ist. Dabei ist der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten zu allen Personen, die nicht zum eigenen Hausstand oder zur engeren eigenen Familie gehören oder bei denen es sich um Kinder bis 12 Jahren handelt.

Bleibt das Angeln grundsätzlich erlaubt, sofern die Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte beachtet werden?

Es wird grundsätzlich darauf hingewiesen, dass alles dafür getan werden muss, einen unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern und das Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten. Dies dient neben dem persönlichen Schutz vor allem auch dem Schutz der Allgemeinheit.

Die Niedersächsische Corona-Verordnung zielt ausdrücklich auf die Unterbindung sozialer Kontakte ab. Es handelt sich dabei nicht um eine pauschale Ausgangssperre, Bewegung im Freien und an der frischen Luft soll weiterhin möglich sein, solange die jeweiligen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden

Für gewerbliche Angelseen und –teiche gilt nach derzeitigem Sachstand, dass „Angebote des Freizeit- und Amateursportbetriebs auf und in öffentlichen und privaten Sportanlagen“ untersagt sind. „Die sportliche Betätigung im Rahmen des Individualsports allein, mit einer weiteren Person oder den Personen des eigenen Hausstands auf und in diesen Sportanlagen“ bleibt aber weiterhin zulässig.

Der Betrieb von gewerblichen Angelteichen kann somit unter zwingender Einhaltung aller Regeln der Verordnung beibehalten werden, solange einzeln und nicht in Gruppen geangelt wird und ein Hygienekonzept vorliegt.

Sind eine Ausbildung und die Durchführung von Anglerprüfungen zulässig?

Nach § 54 Abs. 3 Nr. 3 FischG ist in Niedersachsen die Abnahme der Fischerprüfung auf anerkannte Landesfischereiverbände übertragen. Im Sinne der Niedersächsischen Corona-Verordnung stehen diese damit hinsichtlich der Fischerprüfung und der dafür notwendigen Ausbildung einer privaten Bildungseinrichtung gleich. Die Angebote sind grundsätzlich zulässig – unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregelungen.

Was ist mit Arbeitseinsätzen für Natur-, Fisch- oder Gewässerschutz?

Arbeitseinsätze für den Natur-, Fisch- und Gewässerschutz am Gewässer sind zulässig und höchst dankenswert. Allerdings muss bitte weiterhin das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, eingehalten werden und es darf nicht zu Ansammlungen von Personen aus mehr als zwei Haushalten kommen.

Es wird grundsätzlich darauf hingewiesen, dass weiterhin direkte physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Hausstandes gehören, auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren sind.

Inwiefern dürfen Kinder- und Jugendliche noch angeln?

Das Angeln für Kinder und Jugendliche ist als Individualsportart zulässig, also nur alleine oder mit einer weiteren Person oder den Personen des eigenen Hausstandes.

Darf ich noch auf die Jagd gehen?

Ja. In der entsprechenden Niedersächsischen „Corona-Verordnung“ ist die körperliche Betätigung im Freien grundsätzlich zulässig. Dies ist bei einer Einzeljagd (Pirsch, Ansitz) unproblematisch.

Drückjagden auf Schalenwild werden der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit oder einer Tätigkeit zur Gefahrenabwehr zugeordnet (§ 2 Abs. 3 Nr. 3 Nds. Corona-VO).

Voraussetzungen für die Durchführung sind die

  • Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann (vgl. § 3 Abs. 2, 3, 5-7 Nds. Corona-VO),
  • Erstellung eines Hygienekonzeptes (vgl. § 4 Nds. Corona-VO) sowie
  • Datenerhebung und Dokumentation (vgl. § 5 Nds. Corona-VO).


Mein Jagdrevier liegt weiter entfernt. Daher nutze ich eine Zweitunterkunft. Ist das erlaubt?

Ja, sofern die Jagd zur gesetzlich vorgeschriebenen Abschlussplanerfüllung und zur Prävention vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erfolgt. Eine eigene Zweitwohnung oder ein Zweitwohnsitz unterliegt keiner Nutzungsbeschränkung.

Sind eine Jägerausbildung und die Durchführung von Jägerprüfungen zulässig?

Die Wahrnehmung von Bildungsangeboten privater Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sind nach aktueller „Corona-Verordnung“ unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregelungen weiter möglich. Sie gehören zu den Veranstaltungen, die nach § 7 Abs. 1 Corona-VO erlaubt sind. Allerdings ist ein Hygienekonzept zu erstellen, umzusetzen und auf Verlangen vorzuzeigen (vgl. § 4 Nds. Corona-VO), zudem ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

Die Betreiber einer Einrichtung sind darüber hinaus verpflichtet, Hygienemaßnahmen zu treffen, die geeignet sind, die Gefahr einer Infektion mit dem Corona Virus zu vermindern, die Namen, Vornamen und Kontaktdaten der teilnehmenden Personen mit deren Einverständnis zu dokumentieren (§ 5 Abs. 1 Nr. 7 Nds. Corona-VO) sowie Möglichkeiten der Desinfektion zu gewährleisten. Dies umfasst auch die Vorbereitung auf und die Durchführung von Jägerprüfungen. Jagdschulen gehören zu den privaten Bildungseinrichtungen. Vom Schutzzweck der Regelung werden aber auch die Ausbildung durch die Kreisgruppen der Landesjägerschaft erfasst. Entsprechendes gilt für die Abnahme der Jägerprüfung, selbst wenn diese nicht von der Bildungseinrichtung selbst, sondern vom Landkreis hoheitlich durchgeführt werden.

Darf auf Schießständen wieder geschossen werden?

Schießstände weisen einen Doppelcharakter auf. Zum einen sind sie Sportstätten, die nach aktueller Corona-Verordnung“ Niedersachsens (LINK) geschlossen und in denen Zusammenkünfte zunächst weiterhin verboten sind. Abweichend hiervon ist allerdings laut Verordnung die Nutzung privater Sportanlagen zur Ausübung von Individualsport (maximal zwei Hausstände) unter den in der Verordnung genannten Hygienevoraussetzungen zulässig. Damit dürfen Wurftaubenstände und offene Schießbahnen zu Übungszwecken genutzt werden. Auch geschlossene Schießstände dürfen im Rahmen des Individualsports genutzt werden (§ 10 Absatz 1 Satz 1 Nr. 7).

Zum anderen dienen die Schießstände im Interesse einer waidgerechten Jagdausübung dazu, Jagdwaffen an- und einzuschießen. Insoweit dürfen auch geschlossene Schießstände bzw. Schießkabinen auf offenen Schießbahnen für jagdliche Zwecke unter den allgemeinen Hygienevoraussetzungen genutzt werden. Entsprechendes gilt für die Ausbildung und Prüfung zur Jägerprüfung (siehe vorhergehende Frage).

Ist die Durchführung von Hundeführerlehrgängen zulässig?

Bei Hundeführerlehrgängen zur Ausbildung von Jagdhunden werden keine körpernahe Dienstleistungen erbracht. Sie unterliegen somit keinem Betriebsverbot nach § 10 der Niedersächsischen Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus SARS-CoV-2 (Niedersächsische Corona-Verordnung) vom 30.10.2020. Der Betrieb darf somit grundsätzlich mit Hygienekonzept, unter Einhaltung des Abstandsgebotes, der Kontaktbeschränkungen (also im Einzelunterricht) sowie der Regelungen zur Mund-Nasen-Bedeckung erfolgen. Gruppentraining/-lehrgänge sind aufgrund der Kontaktbeschränkungen hingegen nicht zulässig.

Kann das Coronavirus (SARS-CoV-2) von Haustieren auf den Menschen und umgekehrt von Menschen auf Tiere übertragen werden?

Nach Informationen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist derzeit nicht komplett auszuschließen, dass sich Haustiere mit dem Virus infizieren können. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat vor wenigen Wochen mit Infektionsstudien in Schweinen, Hühnern, Flughunden und Frettchen begonnen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Flughunde und Frettchen empfänglich für eine SARS-CoV-2 Infektion sind, Schweine und Hühner hingegen nicht. Infos dazu finden Sie in einer entsprechenden Pressemitteilung des FLI vom 2. April 2020. Das FLI hat zudem eine Empfehlung zum Umgang mit empfänglichen Haustieren (PDF, 170 KB, nicht barrierefrei) zur Verfügung gestellt.

Das BMEL weist auf seiner Webseite darauf hin, dass eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch bedeutet, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird (mit zum Beispiel mitNasensekret, Hustenauswurf oder Kot): "Mit SARS-CoV-2 infizierte Personen, insbesondere diejenigen mit Krankheitssymptomen, können große Virusmengen über Nase und Mund ausscheiden (Tröpfcheninfektion). Es ist davon auszugehen, dass ihre Umgebung entsprechend mit Virus belastet ist, auch bei Einhaltung von grundlegenden Hygieneregeln (in die Armbeuge niesen und husten, Hände waschen, Oberflächen reinigen). Daher sollten infizierte Personen gerade beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von den Tieren nicht über das Gesicht lecken lassen."

Quelle: Coronavirus - Fragen und Antworten des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Stand 12. Oktober 2020)


Grundsätzlich empfiehlt auch das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML), immer grundlegende Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren in Kontakt kommt, etwa, Hände gründlich mit Seife zu waschen.


Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), hat die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema zusammengestellt.

Wortwolke mit "FAQ" und "Fragen und Antworten" Bildrechte: StK

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Fax: 0511/120-2382

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