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Coronavirus - Fragen und Antworten

Das Coronavirus.   Bildrechte: iStock/wildpixel
Die Corona-Krise betrifft die Agrarbranche wie auch Verbraucher. Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen.


Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) stellt hier gebündelt Antworten auf häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit dem Auftreten des Coronavirus (SARS-CoV-2) zur Verfügung, die den Aufgabenbereich des ML betreffen.


Die FAQ werden derzeit überarbeitet. Die ab dem 10. Mai geltende Verordnung finden Sie hier: https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/vorschriften-der-landesregierung-185856.html



Bei weiteren Fragen zu Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Land- und Ernährungswirtschaft können Sie sich an die

  • Hotline des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums unter der Rufnummer 0511 / 120 2000 wenden oder
  • die Mailadresse corona@ml.niedersachsen.de nutzen.

Einen umfassenden Fragen-Antworten-Katalog zu der Corona-Epidemie finden Sie darüber hinaus auf der Webseite der Niedersächsischen Landesregierung im Artikel: "Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)".

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus setzt die Landesregierung zügig die Empfehlungen des Krisenstabs um. Dabei orientiert sie sich eng an den Leitlinien der Bundesregierung und der Regierungschefs der Bundesländer zur Bekämpfung der Corona-Epidemie. Auf der Seite www.niedersachsen.de/Coronavirus finden Sie mehr Informationen sowie die jeweils aktuellen Verordnungen der Landesregierung. Ab Montag, dem 15. März 2021 gelten neue "Corona-Regeln", die Sie ebenfalls auf der Webseite der Niedersächsischen Landesregierung nachlesen können.

Bitte beachten Sie, dass sich die unten stehenden Angaben – soweit nicht anders angegeben – auf Infektionszahlen unterhalb eines Inzidenzwertes von 100 (7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner) beziehen. Übersteigt die regionale Infektionslage in den Landkreisen und kreisfreien Städten diesen Wert, greifen strengere Regelungen (beispielsweise bei den Kontaktbeschränkungen). Welche Regeln das sind, können Sie im § 18 a Absatz 3 der „Corona-Verordnung“ nachlesen – oder hier auch noch einmal dargestellt als Übersicht unter https://www.niedersachsen.de/download/166147 nachvollziehen. Hier geht es zur aktuellen Inzidenzampel für Niedersachsen (Inzidenz der Landkreise und kreisfreie Städte in Niedersachsen basierend auf den Daten des Niedersächsischen Landesgesundheitsamt).

Die Bundesregierung hat im Frühjahr 2020 ein Maßnahmenpaket beschlossen und darin die Land- und Ernährungswirtschaft als systemrelevante Infrastruktur anerkannt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die wichtigsten Punkte für den Agrarsektor in einem eigenen FAQ zusammengefasst.


Sind Hamsterkäufe sinnvoll?

Nein! Hamsterkäufe sind nicht sinnvoll, sie sind unsolidarisch und sollten bitte unbedingt unterbleiben.

Aus folgenden Gründen:

  • Es bestehen derzeit keine Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln.
  • Lebensmittelhändler können leere Regale, trotz gestiegener Nachfrage einiger Produktsorten, in aller Regel zügig nachfüllen, da die Lager gut gefüllt sind.
  • Dies setzt aber voraus, dass alle Bürger sich solidarisch verhalten.
  • Vorräte können mit Bedacht und Augenmaß aufgestockt werden. Lebensmittel zu horten, die dann nicht verzehrt werden, ist überflüssig, schadet dem eigenen Geldbeutel und im schlimmsten Fall der Allgemeinheit, das heißt ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

Lebensmittelhändler können sich vorbehalten, Waren nur in haushaltüblichen Mengen abzugeben, um Hamsterkäufen entgegenzuwirken. Zudem raten sie zum Einkauf unter der Woche.

Tipps für die Planung eines Wocheneinkaufs hat das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) hier zusammengestellt.


Ich arbeite in der Ernährungswirtschaft, wann kann ich geimpft werden?

Gemäß § 4 Absatz 1 Nr. 5 der Corona-Impfverordnung des Bundes gehören Personen, die in besonders relevanter Position in Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, zu dem Personenkreis mit erhöhrter Priorität bezüglich des Anspruchs auf Schutzimpfung (Priorität 3). Hierzu gehört auch die Ernährungswirtschaft.

Die Priorität 3 ist zur Zeit in Niedersachsen noch nicht freigegeben (Stand 29. April 2021). Sobald sich das ändert, erfahren Sie es auf den Webseiten des Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (MS) www.ms.niedersachsen.de/startseite/ beziehungsweise der Staatskanzlei www.stk.niedersachsen.de/startseite/.


Was ist bei der Beschäftigung von Saisonarbeitskräften in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft und des Gartenbaus zu beachten?

Einreise und Nachweispflicht:

Einreisende Saisonarbeitskräfte müssen die Einreise vorher unter https://www.einreiseanmeldung.de/ anzeigen. Diese Anmeldung ist kostenlos und in verschiedenen Sprachen möglich, auch die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber könnte die Anmeldung vornehmen. Bei der Anmeldung ist unerheblich, ob die Einreise aus einem Risikogebiet, einem Hochinzidenzgebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet erfolgt.

Für aus Risikogebieten einreisende Saisonarbeitskräfte besteht die Verpflichtung, spätestens 48 Stunden nach Einreise in die Bundesrepublik Deutschland einen Negativtest vorzuhalten. Die zugrundeliegende Testung darf frühestens 48 Stunden vor der Einreise in das Bundesgebiet durchgeführt worden sein. Der Nachweis kann sowohl durch einen PCR-Test als auch durch einen Antigen-Schnelltest erbracht werden. Bei Einreise einer Saisonarbeitskraft aus einem sog. Hochinzidenzgebiet und aus einem sog. Virusvarianten-Gebiet ist bereits bei der Einreise ein Negativtest mitzuführen. Diese Nachweispflicht kann bei Personen, die zur Arbeitsaufnahme in das Bundesgebiet einreisen, auch die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber übernehmen.

Es wird empfohlen, dass landwirtschaftliche Arbeitgeber/Arbeitgeberinnen überprüfen, ob die Saisonarbeitskräfte bei ihrer Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis oder einen Impfnachweis mitführen und sie ihrer Anmeldepflicht nachgekommen sind.

Quarantänebestimmungen:

Abweichend von den allgemeinen Quarantänebestimmungen gilt gem. § 1 Abs. 8 Satz 1 Nr. 3 der Nds. Quarantäne-Verordnung vom 22. Januar 2021 bei Saisonarbeitskräften die Erlaubnis der sofortigen Arbeitsaufnahme im Rahmen einer sogenanntenArbeitsquarantäne. Für diesen Personenkreis sind die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitsaufnahme vor Beginn bei der zuständigen Behörde anzuzeigen und die nach Satz 1 Nr. 3 ergriffenen Maßnahmen (am Ort der Unterbringung und der Tätigkeit gruppenbezogen betriebliche Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung außerhalb der Arbeitsgruppe) zu dokumentieren. Dieser Ausnahmetatbestand von den allgemeinen Quarantänebestimmungen gilt ausdrücklich nicht für die Einreise aus vom RKI identifizierten und veröffentlichten Virusvarianten-gebieten.

Nützliche Hinweise:

Sicherheit hinsichtlich Auswahl und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zum betrieblichen Infektionsschutz, wie z. B. zusätzliche Hygieneregeln, Abstandsgebote und organisatorische Regelungen zur Minimierung von Kontakten zwischen Beschäftigten bietet der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard der Bundesregierung Link:https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arbeitsschutz/sars-cov-2-arbeitsschutzstandard.pdf?__blob=publicationFile&v=1, die den SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard konkretisierenden SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel Link: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/AR-CoV-2/AR-CoV-2.html sowie die hierzu ergänzenden Bestimmungen der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) Link: https://www.svlfg.de/corona-saisonarbeit

Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch ein rechtlich nicht bindendes Merkblatt des BMEL unter https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/agrarsozialpolitik/saisonarbeitskraefte-landwirtschaft.html , welches die Unternehmen bei der Umsetzung der o. g. rechtlichen Vorgaben im Sinne von „Best Practice“ unterstützt.


Welche Regeln gelten für Schlacht- beziehungsweise Fleischverarbeitungsbetriebe in Sachen Corona-Tests?

Aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos in größeren Schlacht- und Zerlegebetrieben müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel alle zehn Tage auf das Virus getestet werden.

Für kleinere handwerkliche Fleischerbetriebe, die in der Regel nicht mehr als 49 Personen beschäftigen, gilt die Testverpflichtung nicht.

Welcher Betrieb konkret betroffen ist, wird vom kommunalen Gesundheitsamt geprüft. Der Betrieb muss die Testungen selbständig organisieren, die Kosten hierfür tragen und dem Gesundheitsamt gegenüber nachweisen.


In Schlacht- und Zerlegebetrieben kam es in den vergangenen Wochen zu Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Können Coronaviren auch über Fleischwaren oder andere Lebensmittel übertragen werden?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat dazu am 19. Juni 2020 eine aktuelle Einschätzung abgegeben. Darin heißt es: „Nach dem derzeitigen Stand des Wissens ist dies unwahrscheinlich. Theoretisch ist eine Verunreinigung (Kontamination) von Fleisch oder Fleischwaren mit Coronaviren während der Schlachtung oder bei der Fleischzerlegung und -verarbeitung möglich. Dem BfR sind jedoch bislang keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über den Verzehr von Fleischwaren oder Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten bekannt.“ Die vollständige Bewertung finden Sie unter dem folgenden Link zum Download (PDF, 100 KB, nicht barrierefrei): www.bfr.bund.de/cm/343/fleischwaren-und-coronavirus-uebertragung-unwahrscheinlich.pdf

Um sich vor Virusübertragungen zu schützen, empfiehlt das BfR grundsätzlich, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln zu beachten. Weiterhin lässt sich das Risiko von lebensmittelbedingten Infektionen senken, wenn Fleisch und Geflügel vor dem Verzehr an allen Stellen mindestens zwei Minuten lang auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt werden, beziehungsweise bis austretender Fleischsaft klar ist und das Fleisch eine weißliche (Geflügel), graurosafarbene (Schwein) oder graubraune Farbe (Rind) angenommen hat.


Kann man sich generell über Lebensmittel und andere Produkte anstecken?

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gibt es derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, theoretisch denkbar und können nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich. Die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln sollten beachtet werden. Wie Sie sich im Privathaushalt vor Lebensmittelinfektionen schützen können, hat das BfR in folgender Broschüre zusammengefasst (PDF, 370 KB, nicht barrierefrei): www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelinfektionen_im_privathaushalt.pdf.

Weitere Informationen finden Sie auch unter folgenden Internet-Links:


Welche Hygiene- und Schutzmaßnahmen sollen Betriebe aus Landwirtschaft, Forst- und Gartenbau bezüglich des Coronavirus beachten?

Speziell für das landwirtschaftliche Umfeld entwickelte Hinweise zum Schutz vor dem Coronavirus liegen in Deutsch und vier Fremdsprachen (Polnisch, Rumänisch, Bulgarisch, Russisch) vor. Sie wurden von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) entwickelt. Die Betriebsanweisungen der SVLFG beinhalten wichtige Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen zum Coronavirus. Die Betriebsanweisung gibt es in deutscher, englischer, polnischer, rumänischer, russischer und ungarischer Sprachversion.

Die SVLFG empfiehlt insbesondere allen Arbeitgebern, sie in den Betrieben auszuhängen, um die aktuell starke Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Auch für landwirtschaftliche Betriebe gelten die allgemeinen Hygieneschutzmaßnahmen wie:

  • Regelmäßiges Händewaschen
  • Hände gründlich waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Richtig Husten und Niesen
  • Wunden schützen
  • Auf ein sauberes Zu Hause achten
  • Lebensmittel hygienisch behandeln
  • Geschirr und Wäsche heiß waschen
  • Regelmäßig lüften

Was mache ich, wenn ich glaube, dass ich mich mit dem Coronavirus infiziert habe?

Bei einem Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder wählen Sie die 116 117 – die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes –, wenn Sie die Sorge haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben.

Hier finden Sie eine weitere Auswahl von Hotlines, die bundesweit zum Thema Coronavirus informieren:


Wer entscheidet über Quarantänemaßnahmen und etwaige Entschädigungszahlungen?

Ob Quarantäne- oder andere Schutzmaßnahmen auf einem Betrieb zu treffen sind und wie diese aussehen, entscheiden ausschließlich die zuständigen Gesundheitsämter. Regelungen dafür finden sich im Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Dort sind auch Regelungen zu eventuellen Entschädigungen bei Verdienstausfall zu finden. In Niedersachen entschädigt der zuständige Landkreis beziehungsweise die kreisfreie Stadt auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes. Die Quarantäne muss dabei durch die zuständige Behörde angeordnet worden sein. Weitere Informationen zu Entschädigungsregelungen im Falle einer angeordneten Quarantäne finden Sie auf www.niedersachsen.de/Coronavirus/hinweise-fur-berufstatige-185673.html

Das Robert Koch-Institut hat auf seiner Webseite "Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel" bereitgestellt.


Was passiert, wenn ein Landwirt in Quarantäne muss?

Wenn sich ein Landwirt in Quarantäne befindet, sind alle weiteren Maßnahmen mit den zuständigen örtlichen Behörden abzustimmen. Unabhängig davon sollten Landwirte, wie alle anderen Unternehmer, Vorsorge treffen und Notfallpläne erstellen.


Wann und wie bekomme ich einen Betriebshelfer/eine Betriebshelferin, wenn ich ausfalle?

Ob im Falle einer Erkrankung ein Anspruch auf einen Betriebshelfer besteht, prüft die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) im Einzelfall. Ob ein infizierter Landwirt Anspruch auf einen Betriebshelfer hat, ist von den konkreten Verhältnissen und der Abstimmung mit den örtlich zuständigen Behörden abhängig.


Wie finde ich während der Pandemie Erntehelfer*innen?

In diesem Zusammenhang können Online-Plattformen wie www.daslandhilft.de oder die Agrarjobbörse der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) unter www.agrarjobboerse.de hilfreich sein.


Was muss ich bei der Unterbringung meiner Saisonarbeitskräfte beachten?

Die Pflichten der Unternehmen und landwirtschaftlichen Betriebe, die Personen beschäftigen, die in Sammelunterkünften oder in betriebseigenen oder angemieteten Unterkünften untergebracht sind, sind in der Niedersächsischen Corona-Verordnung geregelt. Betriebe müssen demnach

  • die beschäftigten Personen auf die aktuellen Hygieneregeln aufmerksam machen und sicherstellen, dass diese verstanden wurden,
  • die Einhaltung der Hygieneregeln regelmäßig überprüfen und dokumentieren,
  • die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausgegebenen Infografiken mit den wichtigsten Hygienehinweisen in allen Unterkünften gut sichtbar und für alle Bewohnerinnen und Bewohner zugänglich aushängen
  • und Arbeitskräfte möglichst nur in Einzelzimmern unterbringen. Küche und Bad sind so zu nutzen, dass eine ausreichende Distanz zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern gewährleistet ist.


Sind Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft systemrelevant?

In Krisenzeiten ist es von elementarer Bedeutung, dass unverzichtbare Infrastrukturen (unter anderem Staatsfunktionen, Verkehrs-, Kommunikations- und Versorgungsstrukturen) erhalten bleiben müssen, um die staatliche Ordnung und die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen zu gewährleisten. Zu diesen sogenannten „Kritischen Infrastrukturen“ (KRITIS) gehören auch die Land- und Ernährungswirtschaft einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche.

Anders als andere Bereiche der Kritischen Infrastrukturen, ist dieser Sektor allerdings durch eine Vielzahl kleinerer, mittlerer und großer Unternehmen, die komplexen Lieferketten mit einander verbunden sind, gekennzeichnet. Die vom BMEL veröffentlichte Leitlinie „Kritische Infrastruktur Ernährung“ (PDF, 149 KB, nicht barrierefrei) macht das deutlich. Ungeachtet dessen gibt es, bis auf die BSI Kritis Verordnung (BGBl I 2016, 958), die absolute Großstrukturen im Hinblick auf Cybersicherheit definiert, und die insoweit mit Bezug auf die aktuelle Pandemie-Lage nicht einschlägig ist, keine rechtlich bindende Einordnung beziehungsweise Definition für die Unternehmen der Kritis Ernährung.

Im Zuge der Corona-Pandemie gab es vermehrt Anfragen von Unternehmen, mit dem Wunsch die Zugehörigkeit zur KRITIS Ernährung beziehungsweise die Systemrelevanz anerkannt beziehungsweise bescheinigt zu bekommen. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) hat sich entschieden, derzeit grundsätzlich keine Bescheinigungen oder Anerkennungen mit Bezug auf die Systemrelevanz von Unternehmen oder die Zugehörigkeit zur KRITIS Ernährung auszustellen, weil damit vor dem Hintergrund der aktuellen Lage und den damit verbundenen staatlichen Maßnahmen keine Rechtsfolgen verbunden sind. Unternehmen aus Niedersachsen, die ein konkretes Problem bei der Lieferung in das/aus dem Ausland vorzutragen haben, wenden sich bitte an das Landwirtschaftsministerium (ML) unter corona@ml.niedersachsen.de.

Allgemeine Informationen zu den Kritischen Infrastrukturen finden sich auf der Website des BMI: www.bmi.bund.de/DE/themen/bevoelkerungsschutz/schutz-kritischer-infrastrukturen/schutz-kritischer-infrastrukturen-node.html .

"Handlungsoptionen zum Management von Kontaktpersonen unter Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel" hat das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage bereitgestellt.


Ist anlässlich der Corona-Pandemie Sonntagsarbeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Ernährungswirtschaft zugelassen?

Zur Beschäftigung an Sonntagen wurde für die Ernährungswirtschaft eine Allgemeinverfügung mit Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz erlassen, um die Versorgung der Bevölkerung insbesondere mit den dort angeführten Dienstleistungen und Waren auch weiterhin sicherzustellen. Sonntagsarbeit ist befristet bis zum 17.05.2021 ausnahmsweise zugelassen. Oster- und Pfingstsonntag sind von dieser Ausnahme ausgenommen, an diesen beiden Tagen darf auch in der Ernährungswirtschaft nicht gearbeitet werden.


Wie hilft Niedersachsen betroffenen Unternehmen finanziell weiter?

Um die Auswirkungen der Corona-Krise auf niedersächsische Unternehmen abzumildern, hat die Landesregierung ein Hilfspaket von 4,4 Milliarden Euro auf den Weg gebracht.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums (MW) sowie in der entsprechenden Pressemitteilung des MW vom 24. März 2020.

Das MW stellt ebenfalls Antworten auf häufig gestellte Fragen auf seinen Webseiten bereit.

Landwirtschaftliche Betriebe, die in der Saison 2020 Saisonarbeitskräfte beschäftigen/beschäftgten, erhielten/erhalten vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium eine finanzielle Unterstützung. Zur Bewältigung der Auswirkungen des Corona-Virus standen im Haushalt zusätzlich vier Millionen Euro zur Verfügung. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Pressemitteilung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums (ML) vom 17. April 2020.
  • Für Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen hat die KfW eine Hotline eingerichtet:
    0800 539 9001 (Mo bis Fr 8 - 18 Uhr)
    Corona Sonderseite der KfW

Eine Übersicht der Wirtschaftshilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) erstellt. Darin werden die einzelnen Maßnahmen vor dem Hintergrund der Bedürfnisse der Kommunen erläutert.

Welche finanziellen Unterstützungsangebote gibt es für landwirtschaftliche Betriebe in der Corona-Krise?

Landwirtschaftliche Unternehmen können derzeit eine Förderung im Rahmen der Überbrückungshilfe III beantragen. Die Antragsfrist endet am 31. August 2021. Anträge können über Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte gestellt werden (prüfende Dritte).

Weitere Informationen zu den Überbrückungshilfen finden Sie unter dem folgenden Link: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

Das Liquiditätshilfeprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) bietet Darlehen zur Liquiditätssicherung für Unternehmen der Landwirtschaft, des Gartenbaus und des Weinbaus an, die unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden. Entsprechende Informationen finden Sie unter www.rentenbank.de

Außerdem ist für landwirtschaftliche Betriebe die Inanspruchnahme des „Niedersachsen Schnellkredits“ möglich. Diese Kredite sind über die jeweilige Hausbank zu beantragen. Für die Schnellkredite gelten beihilferechtlich ebenfalls die Regelungen zur „Kleinbeihilfe 2020“. Aufgrund der in den Richtlinien festgesetzten Höchstgrenzen sollte vor Inanspruchnahme eines Kredites geprüft werden, ob eine Förderung aus der Überbrückungshilfe möglich und ggf. sinnvoller ist. Informationen zum „Niedersachsen Schnellkredit“ sind auf der Internetseite der N-Bank verfügbar: www.nbank.de/Unternehmen/Investition-Wachstum/Niedersachsen-Schnellkredit


Dürfen landwirtschaftliche Berater noch auf die Betriebe beziehungsweise auf die Felder kommen?

Ja, Gruppenberatungen im Freien zu pflanzenbaulichen Fragestellungen gehören zu den Zusammenkünften, die einen beruflichen Zweck erfüllen. Sie sind deswegen nach der aktuellen Corona-Verordnung Niedersachsens erlaubt. Zu beachten sind die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln.
Hinweis: Erfahrungsgemäß steigt mit steigender Gruppengröße die Gefahr, dass die Abstandsregelungen nicht dauerhaft eingehalten werden können. Es liegt in der Verantwortung der Organisatoren solcher Zusammenkünfte, hier entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung eines erhöhten Infektionsrisikos zu treffen, zum Beispiel durch die Aufteilung in mehrere Kleingruppen.

Dürfen Hofläden und Wochenmärkte noch verkaufen?

Ja, geöffnet bleiben nach der „Corona-Verordnung“ des Landes neben Geschäften des Lebensmitteleinzelhandels auch Wochenmärkte und der landwirtschaftliche Direktverkaufs sowie Hofläden.

Darüber hinaus ist es zulässig, jegliche Waren zu bestellen und abzuholen. Dabei muss jedoch die kontaktlose Übergabe außerhalb der Geschäftsräume und die Wahrung des Abstandsgebots sichergestellt sein.

Einen Überblick darüber, welche Verkaufsstellen/Geschäfte und Betriebe noch geöffnet bleiben, finden Sie in den FAQ der Staatskanzlei auf folgender Webseite: https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/antworten-auf-haufig-gestellte-fragen-faq-185463.html.

Was gilt für Pferdebetriebe?

Selbstverständlich sind die Versorgung und Betreuung einschließlich Bewegung der Pferde entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes weiterhin sicherzustellen. Um eine tiergerechte Versorgung und Bewegung von Pferden gewährleisten zu können, müssen dafür fachlich geeignete Personen pferdehaltende Betriebe betreten. Die Anzahl der Personen richtet sich nach Betriebsgröße beziehungsweise der Anzahl der Pferde. Auch hier sind die Belange des Infektionsschutzes zwingend zu berücksichtigen, insbesondere die Einhaltung eines Mindestabstands von Mensch zu Mensch von 1,5 Metern sowie Mund-Nasen-Bedeckung für betriebsfremde Personen, die die oben genannten Aufgaben wahrnehmen. Aus vorstehenden Gründen wird daher die Nutzung von Listen, in denen sich betriebsfremde Personen, die die genannten Aufgaben wahrnehmen ein- und austragen, dringend empfohlen.

Ist Reitsport zulässig?

Der als Freizeitaktivität ausgeübte Reitsport unterliegt, wie andere Sportarten auch, der Maßgabe, dass er auf den Reitsportanlagen nur noch als Individualsport also alleine oder mit insgesamt höchstens fünf Personen aus insgesamt höchstens zwei Hausständen ausgeübt werden darf.

Zulässig ist auch das Ausreiten mehrerer Reiterinnen und Reiter in der Natur. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nur Personen aus dem eigenen Hausstand oder einem weiteren Hausstand teilnehmen dürfen, insgesamt aber nicht mehr als fünf Personen, wobei Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren nicht einzurechnen sind und nicht zusammenlebende Paare als ein Hausstand gelten.

In einem Gebiet eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt, in dem oder in der die Zahl der Neuinfizierten im Verhältnis zur Bevölkerung nicht mehr als 35 Fälle je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen beträgt, dürfen sich zehn Personen aus bis zu zwei Haushalten gemeinsam aufhalten, also auch gemeinsam ausreiten. Auch hier sind Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren nicht einzurechnen und nicht zusammenlebende Paare gelten als ein Hausstand.

Der Mindestabstand von 1,5 Metern ist bei all diesen Konstellationen unbedingt zu allen Personen einzuhalten, die nicht zum eigenen Hausstand gehören


Bleibt das Angeln grundsätzlich erlaubt, sofern die Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte beachtet werden?

Es wird grundsätzlich darauf hingewiesen, dass alles dafür getan werden muss, einen unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern und das Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten. Dies dient neben dem persönlichen Schutz vor allem auch dem Schutz der Allgemeinheit.

Die Niedersächsische Corona-Verordnung zielt ausdrücklich auf die Unterbindung sozialer Kontakte ab. Es handelt sich dabei nicht um eine pauschale Ausgangssperre, Bewegung im Freien und an der frischen Luft soll weiterhin möglich sein, solange die jeweiligen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Bei gewerblichen Angelseen und -teichen handelt es sich um Angebote des Freizeit und Amateursportbetriebs in privaten Sportanlagen im Sinne des § 10 Absatz 1 Ziffer 7. Die sportliche Betätigung und damit auch das Angeln ist dort allein oder mit insgesamt höchstens fünf Personen aus insgesamt höchstens zwei Haushalten zulässig.

Der Betrieb von gewerblichen Angelteichen kann somit unter zwingender Einhaltung aller Regeln der Verordnung beibehalten werden, solange einzeln und nicht in Gruppen geangelt wird und ein Hygienekonzept vorliegt. In einem Gebiet, in dem die Zahl der Neuinfizierten im Verhältnis zur Bevölkerung nicht mehr als 35 Fälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen beträgt, dürfen bis zu zehn Personen des eigenen Hausstands oder zwei weiterer Hausstände gemeinsam angeln.


Sind eine Ausbildung und die Durchführung von Anglerprüfungen zulässig?

Nach § 54 Abs. 3 Nr. 3 FischG ist in Niedersachsen die Abnahme der Fischerprüfung auf anerkannte Landesfischereiverbände übertragen. Im Sinne der Niedersächsischen Corona-Verordnung stehen diese damit hinsichtlich der Fischerprüfung und der dafür notwendigen Ausbildung einer privaten Bildungseinrichtung gleich. Die Angebote sind grundsätzlich zulässig – unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregelungen.

Ist das Angeln während nächtlicher Ausgangssperre erlaubt?

Angeln stellt im Sinne des § 28 b Abs. 2 f des Infektionsschutzgesetzes keinen gewichtigen und unabweisbaren Grund für eine Ausnahme von der Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr des Folgetages dar.

Was ist mit Arbeitseinsätzen für Natur-, Fisch- oder Gewässerschutz?

Arbeitseinsätze für den Natur-, Fisch- und Gewässerschutz am Gewässer sind zulässig und höchst dankenswert. Allerdings muss bitte weiterhin das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, eingehalten werden und es darf nicht zu Ansammlungen von Personen aus mehr als zwei Haushalten kommen. Es gilt: Personen des eigenen Hausstandes plus maximal eine weitere Person (wie oben beim Reiten).

Es wird grundsätzlich darauf hingewiesen, dass weiterhin direkte physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Hausstandes gehören, auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren sind.


Inwiefern dürfen Kinder- und Jugendliche noch angeln?

Das Angeln für Jugendliche über 14 Jahren ist mit insgesamt höchstens fünf Personen aus insgesamt höchstens zwei Hausständen zulässig. Sportangeln unter freiem Himmel ist Kindern und Jugendlichen bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren in nicht wechselnder Gruppenzusammensetzung von bis zu 20 Kindern und Jugendlichen zuzüglich bis zu zwei betreuenden Personen erlaubt (§ 3 Absatz 4 der "Corona-Verordnung")

Darf ich noch auf die Jagd gehen?

Ja. In der entsprechenden Niedersächsischen „Corona-Verordnung" ist die körperliche Betätigung im Freien grundsätzlich zulässig. Dies ist bei einer Einzeljagd (Pirsch, Ansitz) unproblematisch.

Für Drückjagden auf Schalenwild zur gesetzlichen Abschussplanerfüllung als auch zur Reduzierung der Schwarzwildbestände im Rahmen der Prävention und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gilt Folgendes:

Voraussetzungen für die Durchführung sind

Alle übrigen Gesellschaftsjagden, wie z. B. Treibjagden auf Niederwild, sind nicht zulässig.

Die Anreise zu Einzel- und Drückjagden zur gesetzlichen Abschussplanerfüllung als auch zur Reduzierung der Schwarzwildbestände gelten als berufliche Tätigkeit im Sinne des § 2 Absatz 3 Nr. 3 Nds. Corona-VO und stellen nach Maßgabe des diese Norm konkretisierenden Erlasses des ML (s.o.) einen triftigen Grund für eine Ausnahme von der dort geregelten Einschränkung des Bewegungsradius dar (vgl. § 18 Nds. Corona-VO).

Grundsätzlich gelten kommunal verordnete Ausgangsbeschränkungen auch für Jäger. Die Kommunen, bzw. die Landkreise, haben jedoch die Möglichkeit, insbesondere im Rahmen der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) die Jagd auf Schwarzwild weiter zu erlauben und damit eine Ausnahme von der Ausgangssperre festzulegen.


Darf ich trotz Ausgangssperre zur Nachtzeit auf Jagd gehen?

Im Rahmen kommunaler Ausgangsbeschränkungen ist nach bundesweiter Auslegung des § 28b Abs. 1 Nr. 2 des Infektionsschutzgesetzes die Ansitz- oder Pirschjagd als Einzeljagd auf Schalenwild in der Zeit der Ausgangssperre zulässig. Dies ist von den Kommunen zu berücksichtigen.


Mein Jagdrevier liegt weiter entfernt. Daher nutze ich eine Zweitunterkunft. Ist das erlaubt?

Ja, sofern die Jagd zur gesetzlich vorgeschriebenen Abschussplanerfüllung und zur Prävention vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erfolgt. Eine eigene Zweitwohnung oder ein Zweitwohnsitz unterliegt keiner Nutzungsbeschränkung.


Sind die Jägerausbildung und die Durchführung von Jägerprüfungen zulässig?

Die Jägerausbildung erfüllt grundsätzlich nicht die Voraussetzungen für eine berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung (§ 2 Abs. 3 Nr. 6 Nds. Corona-VO), da kein unmittelbarer Bezug zu einem angestrebten Beruf oder dem ausgeübten Beruf besteht. Gemäß § 14a Abs. 1 Satz 1 Niedersächsische "Corona-Verordnung"

ist der Präsenz-unterricht für die theoretische Jägerausbildung zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung nur im Einzelunterricht oder in der Einzelausbildung zulässig.

Gemäß § 14a Abs. 1 Satz 2 Nds. Corona-VO ist die Durchführung von Jägerprüfungen auf kommunaler Ebene unter Einhaltung der allgemeinen Hygienevoraussetzungen (§§ 2 bis 5 Nds. Corona-VO) zulässig.

Die praktische jagdliche Ausbildung in den Bereichen Reviergang und Einzelschießausbildung ist zulässig, wenn die Teilnehmerin oder der Teilnehmer das Vorliegen des Corona-Virus SARS-CoV-2 beim Veranstalter durch einen Test nach § 5 a Nds. Corona-VO ausschließt (vgl. § 14 a Abs. 1 Satz 6 Nds. Corona-VO).



Ist die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden zulässig?

Die Ausbildung von Jagdhunden ist gemäß § 14a Abs. 1 Satz 5 Nds. Corona-VO unter Einhaltung der allgemeinen Hygienevoraussetzungen (§§ 2 bis 5 Nds. Corona-VO) zulässig. Das regelmäßige Training von Jagdhunden ist notwendig, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Es muss u.a. aufgrund der derzeitigen Tierseuchensituation (Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen) sichergestellt sein, dass die Jagdaufgaben mit Hunden jederzeit umgesetzt werden können; dazu bedarf es zwingend der Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden.


Darf auf Schießständen wieder geschossen werden?

Schießstände weisen einen Doppelcharakter auf. Zum einen sind sie Sportstätten, die nach aktueller Corona-Verordnung“ Niedersachsens und in denen Zusammenkünfte zunächst weiterhin verboten sind. Abweichend hiervon ist allerdings laut Verordnung die Nutzung öffentlicher und privater Sportanlagen zur Ausübung von Individualsport - das bedeutet allein oder mit höchstens zwei Personen eines anderen Hausstandes bzw. in Hochinzidenzkommunen nach § 18 a im Rahmen des Individualsports allein, mit einer weiteren Person oder den Personen des eigenen Hausstands - unter den in der Verordnung genannten Hygienevoraussetzungen zulässig. Mit diesen Maßgaben dürfen Wurftaubenstände und offene Schießbahnen zu Übungszwecken genutzt werden. Auch räumlich geschlossene Schießstände dürfen genutzt werden (§ 10 Absatz 1 Satz 1 Nr. 7), aber nur im Rahmen des Individualsports.

Zum anderen dienen die Schießstände im Interesse einer waidgerechten Jagdausübung dazu, Jagdwaffen an- und einzuschießen. Insoweit dürfen auch geschlossene Schießstände bzw. Schießkabinen auf offenen Schießbahnen für jagdliche Zwecke unter den allgemeinen Hygienevoraussetzungen (§§ 2 bis 5 Nds. "Corona-Verordnung") genutzt werden.

Im Rahmen zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung sind Schießübungen in der Einzelschießausbildung zulässig, wenn die Teilnehmerin oder der Teilnehmer das Vorliegen des Corona-Virus SARS-CoV-2 beim Schießstandbetreiber durch einen Test nach § 5 a Nds. Corona-VO ausschließt (vgl. § 14 a Abs. 1 Satz 6 Nds. Corona-VO).

Die Anreise zu den Schießständen gilt für Berufsjägerinnen und -Jäger als berufliche Tätigkeit im Sinne des § 2 Absatz 3 Nr. 3 Nds. "Corona-Verordnung" und stellt einen triftigen Grund für eine Ausnahme von der in Landkreisen und Kreisfreien Städten mit einer Inzidenz über 200 geregelten Einschränkung des Bewegungsradius dar (vgl. § 18 Abs. 1 Nds. Corona-VO).

Dürfen Hundetrainerinnen und Hundetrainer tätig werden und Hundeschulen öffnen?

Nach § 14a der Corona-Verordnung“ vom 8. März 2021 sind die folgenden Trainingsarten unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregelungen erlaubt:

  • Training zur Vorbereitung auf und die Abnahme von Sachkundeprüfungen nach § 3 des Niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden (NHundG)
  • Training zur Vorbereitung auf und die Durchführung von Wesenstests nach § 13 NHundG
  • die Durchführung von Welpenkursen und Junghundekursen
  • die Durchführung verhaltenstherapeutischer Trainingseinheiten mit Hunden
  • das Training von Hund-Halter-Gespannen
  • das Training und die Prüfung von Rettungs-und Jagdhunden.

Bei allen Trainingsarten gelten die allgemeinen Grundsätze der Corona-Verordnung. Die Regelungen zum Abstand, zur Hygiene und zur Mund-Nasen-Bedeckung sind ausnahmslos auch während der oben genannten Trainingseinheiten einzuhalten.

Darüber hinaus wird auf die in der Corona Verordnung festgeschriebenen Pflichten der Betreiber hingewiesen:

  • Hinweis auf die Pflicht zur Einhaltung des Abstandsgebots nach Absatz 2 und Hinwirkung auf die Einhaltung dieser Pflicht
  • Hinweis auf die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen sowie Hinwirkung auf die Einhaltung dieser Pflicht (§ 3 Abs. 7)
  • Erstellung eines Hygienekonzeptes (§ 4)
  • Datenerhebung und Dokumentation (§ 5 Abs. 1)

Training draußen an der frischen Luft ist ungefährlicher als Training drinnen!

Den Betreibern wird empfohlen, sich vorab davon zu überzeugen, dass die Kunden keine Symptome aufweisen, die auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Corona-Virus hindeuten und sich dies ggf. anhand eines vorliegenden negativen Test-Ergebnisses nachweisen zu lassen oder selbst einen PoC-Antigen-Test für die Kunden anzubieten. Hinweise zu den derzeit geltenden Test-Bestimmungen finden sich in § 5 a der Nds. Corona-Verordnung.

Es wird darauf hingewiesen, dass sichergestellt sein muss, dass die Hunde auch bei durch die derzeitigen Bedingungen möglicherweise entstehenden längeren Wartezeiten vor und nach Beginn des Trainings, tierschutzgerecht untergebracht werden müssen. Insbesondere ist auf adäquaten Schutz vor Witterungseinflüssen und zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen sowie auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten.

Dürfen Land- und Forstwirte in Baumärkten einkaufen?

Nach § 10 Abs. 1b Nr. 20 Niedersächsischen Corona-Verordnung sind Baumärkte derzeit nur gewerblichen Kunden zugänglich. In der Begründung zu § 10 Abs. 1b Nr.20 wurde jedoch formuliert: „Gewerblich i.S. der Nummer 20 ist auch der Einkauf für einen landwirtschaftlichen Betrieb oder für die öffentliche Hand.“ Somit dürfen auch Land- und Forstwirte in Baumärkten einkaufen.

Kann man in Niedersachsen Blumen/Pflanzen kaufen beziehungsweise verkaufen?

Ja. Der Einzelhandel in Niedersachsen ist zwar weitgehend geschlossen. Nach einer Aktualisierung der „Corona-Verordnung“ Niedersachsens (LINK) sind Verkäufe von Schnittblumen, Topfblumen und Topfpflanzen sowie Blumengestecken und Grabschmuck seit dem 13. Februar jedoch wieder erlaubt, Blumen und Pflanzen dürfen auf Wochenmärkten, in Hofläden und im landwirtschaftlichen Direktverkauf sowie in Verkaufsstellen des gärtnerischen Facheinzelhandels, Gärtnereien, Gartencenter und Gartenmärkten unter Wahrung der geltenden Hygieneregeln verkauft und gekauft werden.

Können auch Baumärkte Pflanzen und Blumen verkaufen?

Ja, allerdings auch nur Pflanzen und Blumen. Die Gartenabteilungen von Baumärkten dürfen geöffnet werden, möglichst mit separatem Zugang, mit gesonderten in der Gartenabteilung aufgebauten Kassen und mit einer Absperrung zu dem sonstigen Sortiment.

Dürfen Baumärkte mit Gartenabteilungen nicht vielleicht wenigstens kleinere sonstige Artikel (Hammer, Schrauben, Dübel etc.) aus dem normalen Baumarktbestand mit verkaufen?

Leider nein, die Ausnahmeregelung bezieht sich definitiv nur auf Blumen und Pflanzen.

Dürfen Gartencenter, Gartenmärkte oder die entsprechenden Abteilungen von Baumärkten dann auch Gartengeräte verkaufen?

Nein, die Ausnahmeerlaubnis in § 10 der Verordnung bezieht sich lediglich auf Blumen und Pflanzen, Blumengestecke und Grabschmuck. Nicht zulässig ist der Verkauf von Gartengeräten wir Gartenscheren, Schaufeln etc.

Wortwolke mit "FAQ" und "Fragen und Antworten" Bildrechte: StK

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Leitfaden: Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 in Betrieben der Fleischwirtschaft (nicht vollständig barrierefrei)

 Leitfaden: Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 in Betrieben der Fleischwirtschaft (nicht vollständig barrierefrei)
(PDF, 0,45 MB)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Pressestelle

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

http://www.ml.niedersachsen.de

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