Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Niedersachen klar Logo

Nährstoffbericht

Niedersachsen legte am 24. April 2019 den 6. Nährstoffbericht in Bezug auf Wirtschaftsdünger vor. Die wichtigsten Ergebnisse des Nährstoffberichtes bzw. Änderungen im Vergleich zum Vorjahresbericht sind folgende:

Dung- und Gärrestmenge und daraus resultierender Nährstoffanfall
Die Wirtschaftsdüngermenge hat sich in Bezug auf den Vorjahresbericht 2016/2017 geringfügig verändert. Der Gesamt Dung- und Gärrestanfall ist um rd. 1,5 % gesunken und beträgt rd. 58,4 Mio t statt 59,3 Mio t. Der daraus resultierende Stickstoffanfall ist um rd. 0,9 % gesunken, und der Phosphoranfall um rund 1,2 %.

Stickstoffobergrenze
Nach wie vor überschreiten sieben Landkreise die Stickstoffobergrenze von 170 kg je Hektar aus Wirtschaftsdüngern und Gärresten. Die Überschreitung dieser Stickstoffobergrenze ist in einigen Landkreise weiter gestiegen.

Stickstoff-Düngesaldo
Im Vergleich zum Vorjahresbericht 2016/2017 hat sich der Stickstoffdüngesaldo, also die Stickstoffmenge, die über die berechnete Düngeempfehlung der Landwirtschaftskammer hinaus von den Landwirten eingesetzt wird, von rd. 68.000 t N auf knapp 50.000 t N reduziert. Dieser Rückgang resultiert in erster Linie aus einem gesunkenen Mineraldüngerabsatz.

Stickstoffabsatz aus Mineraldünger
Der Stickstoff-Mineraldüngerabsatz ist im Vergleich zum Berichtszeitraum 2016/2017 um rd. 45.000 t von 295.000 t N auf rd. 250.000 t N gesunken.

Auswertung für Phosphat
Im Berichtszeitraum 2017/2018 ist der landesweite Phosphat-Überschuss, der sich aus dem Vergleich der aus Wirtschaftsdünger und Mineraldünger insgesamt ausgebrachten Phosphatmenge und dem tatsächlichen Phosphatbedarf der angebauten Pflanzen ergibt, von rund 30.000 auf rund 24.000 t Phosphat gesunken. In einigen Landkreisen hat sich der Phosphatüberschuss über dem zukünftig (ab 2023) geltenden Kontrollwert von max. 10 kg Phosphat je Hektar jedoch erhöht. Das sich daraus ergebende Flächendefizit könnte in den kommenden Jahren in den betroffenen Landkreisen von rd. 114.000 ha auf rund 138.000 ha steigen.

Bewertung

Es besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, um die Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen zu reduzieren. Von einer Entspannung der Situation in Niederachsen kann daher nicht gesprochen werden.
Auch bei optimaler Umverteilung und bestmöglicher Substitution von Mineraldünger wird ein Nährstoffüberschuss bestehen bleiben, der auf anderen Wegen abgebaut werden muss.

Der Nährstoffüberschuss in Niedersachsen wirkt sich negativ auf Klima, Boden, Luft, Wasser und biologische Vielfalt aus. Die Beeinträchtigungen bei der Gewässerqualität sind besonders gut dokumentiert. Nach dem aktuellen Nitratbericht des Bundes überschreiten 38 % der niedersächsischen Grundwassermessstellen den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat, bundesweit ist dies nur bei 28% der Messstellen der Fall. Noch schlechter fällt die Bewertung der Oberflächengewässer aus. Nur 2% der niedersächsischen Oberflächengewässer erreichen die Ziele gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie.

Deshalb gilt es jetzt, ganz genau hinzuschauen und Problemfälle zu lokalisieren, um dort noch gezielter anzusetzen. Für den Bereich der sogenannten nitratsensiblen Gebiete haben wir die Grundwasserkörper und Teilwasserkörper bewertet. Zwischen den Ressorts Umwelt und Landwirtschaft wurde bereits eine erste Binnendifferenzierung für eine Kulisse von rund 38 Prozent der Landesfläche entwickelt in der gemäß § 13 Düngeverordnung in Zukunft zusätzliche Maßnahmen für den Grundwasserschutz greifen sollen.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln