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Nährstoffbericht

Niedersachsen legte am 28.02.2020 den 7. Nährstoffbericht in Bezug auf Wirtschaftsdünger vor. Die wichtigsten Ergebnisse des Nährstoffberichtes bzw. Änderungen im Vergleich zum Vorjahresbericht sind folgende:

Dung- und Gärrestmenge und daraus resultierender Nährstoffanfall
Die Wirtschaftsdüngermenge hat sich in Bezug auf den Vorjahresbericht 2017/2018 wie schon im Vorjahr um weitere 1,5 % leicht verringert. Der daraus resultierende Stickstoff- und Phosphoranfall ist um rd. 2 % gesunken.

Stickstoffobergrenze
Nach wie vor überschreiten fünf Landkreise die Stickstoffobergrenze von 170 kg je Hektar aus Wirtschaftsdüngern und Gärresten. Dies sind zwei Landkreise weniger als im Vorjahr. Die absolute Überschreitung in diesen Landkreisen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert, in einigen Landkreisen ist die Überschreitung nach wie vor jedoch deutlich.

Stickstoff-Düngesaldo
Im Vergleich zum Vorjahresbericht 2017/2018 hat sich der Stickstoffdüngesaldo, also die Stickstoffmenge, die über die berechnete Düngeempfehlung der Landwirtschaftskammer hinaus von den Landwirten eingesetzt wird, von knapp 50.000 t N weiter auf noch knapp 31.000 t N reduziert. Dieser Rückgang resultiert in erster Linie aus einem weiter gesunkenen Mineraldüngerabsatz.

Stickstoffabsatz aus Mineraldünger
Der Stickstoff-Mineraldüngerabsatz ist im Vergleich zum Berichtszeitraum 2017/2018 um rd. 28.000 t von rd. 250.000 t N auf rd. 222.000 t N gesunken.

Auswertung für Phosphat
Im Berichtszeitraum 2017/2018 ist der landesweite Phosphat-Überschuss, der sich aus dem Vergleich der aus Wirtschaftsdünger und Mineraldünger insgesamt ausgebrachten Phosphatmenge und dem tatsächlichen Phosphatbedarf der angebauten Pflanzen ergibt, nach dem Rückgang im vergangenen Bericht wieder von rund 24.000 auf rund 33.000 t Phosphat angestiegen. Zum aktuellen Zeitpunkt würden 12 Landkreise bzw. kreisfreien Städte den zukünftig (ab 2023) geltenden Kontrollwert von max. 10 kg Phosphat je Hektar überschreiten. Das sich daraus ergebende Flächendefizit könnte in den kommenden Jahren weiter auf rund 164.000 ha steigen.

Berichtsteil düngerechtliche Kontrollen
Erstmals in diesem Jahr wird im Nährstoffbericht Einblick in die Systematik und Durchführung der düngerechtlichen Kontrollen gegeben. Als Grundstufe der Überwachung durchläuft eine sehr hohe Anzahl von Betrieben eine EDV-gestützte Risikoanalyse (alle Antragsteller Betriebsprämie, alle Tierhalter, alle Melder von Wirtschaftsdüngern). So sollen Betriebe mit großen Nährstoffproblemen identifiziert werden. Um das System der Risikoauswahl zukünftig weiter zu verbessern, wurde im Herbst 2019 die elektronische Nährstoffmeldung „ENNI“ eingeführt.

Bewertung
Es besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, um die Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen zu reduzieren. Während es in Bezug auf Stickstoff zwar positive Erfolge zu verzeichnen gibt, hat sich die Situation in Bezug auf Phosphat verschärft. Auch wenn einige der in diesem Bericht aufgezeigten Entwicklungen in die richtige Richtung gehen, kann daher von einer Entspannung der Situation in Niederachsen auch in diesem Jahr nicht gesprochen werden. Eine weitere Reduzierung des Nährstoffaufkommens ist auch zwingend notwendig, um die Anforderungen des Gewässer-, Natur- und Umweltschutzes erfüllen zu können.

Ziel muss neben der weiteren Reduktion der Nährstoffüberschüsse auf Landesebene im nächsten Schritt auch die Einhaltung düngerechtlicher Vorgaben auf Ebene der Landkreise bzw. kreisfreien Städte sein, um durch eine konsequent am Bedarf der Pflanzen ausgerichtete Düngung eine weitere Reduzierung der Nährstoffeinträge in die Gewässer zu erzielen. Eine weiter verbesserte Transparenz der Nährstoffströme, auf deren Grundlage zukünftig noch effektivere und zielgerichtete Kontrollen die Einhaltung des Düngerechts auf Betriebsebene sichern, ist dabei ein wesentlicher Baustein.

In der kommenden Zeit wird sich nun abzeichnen, inwiefern sich die in 2019 erlassenen Landesverordnungen gemäß § 13 Absätze 2 und 6 der Düngeverordnung sowie die in 2020 bevorstehenden düngerechtlichen Änderungen auf Bundesebene auswirken werden.

Der Nährstoffüberschuss in Niedersachsen wirkt sich negativ auf Klima, Boden, Luft, Wasser und biologische Vielfalt aus. Die Beeinträchtigungen bei der Gewässerqualität sind besonders gut dokumentiert. Nach dem aktuellen Nitratbericht des Bundes überschreiten 38 % der niedersächsischen Grundwassermessstellen den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat, bundesweit ist dies nur bei 28% der Messstellen der Fall. Noch schlechter fällt die Bewertung der Oberflächengewässer aus. Nur 2% der niedersächsischen Oberflächengewässer erreichen die Ziele gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie.


Ansprechpartner/-in

Dr. Stefan Dreesmann
Telefon: 05 11/1 20-22 33
Telefax: 05 11/1 20 99 22 33
e-mail: stefan.dreesmann
@ml.niedersachsen.de

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