Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Nährstoffbericht

Niedersachsen legte am 22.02.2017 den 4. Nährstoffbericht in Bezug auf Wirtschaftsdünger vor. Die wichtigsten Ergebnisse des Nährstoffberichtes bzw. Änderungen im Vergleich zum Vorjahresbericht sind folgende:
  • Die Wirtschaftsdüngermenge hat sich geringfügig in Bezug auf den Vorjahresbericht 2014/2015 verändert. Der Gesamt Dung- und Gärrestanfall beträgt 58,65 Mio Tonnen statt 59,61 Mio Tonnen.

  • Nährstoffdüngesalden für Stickstoff
    Im Vergleich zum Vorjahresbericht (2014/2015 hier 80.593 Tonnen Stickstoff = 31 kg je Hektar) hat sich der Stickstoffdüngesaldo, also die Stickstoffmenge, die über die Düngeempfehlungen der Landwirtschaftskammer hinaus von den Landwirten eingesetzt wird, auf 70.4123 Tonnen Stickstoff = 27 kg je Hektar leicht reduziert und ist somit auf das Niveau der Jahre 2012-2014 zurückgegangen.

  • Die Stickstoff-Obergrenze von 170 kg je Hektar, die für die Ausbringung von Stickstoff in Form von Wirtschaftsdünger (z.B. Gülle und Mist) gilt, wird nach den gültigen Vorschriften der Düngeverordnung auch in den besonders viehstarken Landkreisen bei durchschnittlicher Betrachtung eingehalten. Nach den zukünftigen Vorschriften der geplanten Düngeverordnung jedoch, wonach neben tierischem Dung auch pflanzliche Gärreste bei dieser Obergrenze mit angerechnet werden müssen, wird eine Überschreitung der 170 kg Stickstoff-Grenze in fünf Landkreise erwartet. In weiteren 7 Landkreisen bewegt sich das Stickstoffaufkommen aus Wirtschaftsdünger einschließlich Gärresten zwischen 160 und 170 kg Stickstoff je Hektar und damit nur knapp unter dem Grenzwert.

  • Auswertung für Phosphat
    Es besteht im Berichtszeitraum 2015/2016 ein landesweiter Überschuss von über 30.000 Tonnen Phosphat, der sich aus dem Vergleich der aus Wirtschaftsdünger und Mineraldünger insgesamt ausgebrachten Phosphatmenge und dem tatsächlichen Phosphatbedarf der angebauten Pflanzen ergibt. Nach Entwurf der neuen Düngeverordnung darf im einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb ein Phosphat-Überschuss von max. 10 kg je Hektar nicht mehr überschritten werden. Nach den Berechnungen der Landwirtschaftskammer im Nährstoffbericht wird diese Grenze bei durchschnittlicher Betrachtung zukünftig in zwei Landkreisen überschritten. In sechs Landkreisen bewegt sich dieser Phosphatüberschuss auf einem Niveau von bis zu 10 kg Phosphat je Hektar und damit nur knapp unter dem Grenzwert.

  • Anforderung an die Verbringung von Wirtschaftsdünger aus den Überschussregionen
    Um den Wirtschaftsdünger auch zukünftig pflanzenbedarfsgerecht und unter Beachtung der bspw. maximal zulässigen Phosphatüberschusswerte einsetzen zu können, muss die überregionale Verbringung in die Regionen Niedersachsens, in denen noch ein Düngebedarf besteht, weiter erhöht werden. Nach den bisherigen Berechnung müssten demnach zusätzlich rd. 1 Mio. Tonnen Wirtschaftsdünger verbracht und auf einer Flächen von rd. 90.000 Hektar gedüngt werden, die in den Überschussregionen nicht mehr zur Verfügung steht.

  • Stickstoffabsatz aus Mineraldünger
    Dieser ist im Vergleich des durchschnittlichen Verbrauchs der Vorjahre um rd. 24.000 Tonnen stark zurückgegangen. Ein Grund hierfür ist die auf jetzt 3,3 Mio. Tonnen angestiegenen Menge Wirtschaftsdünger, die überregional aus den Überschuss- in die Bedarfsregionen verbracht wird, und wodurch dort Mineraldünger eingespart werden kann.
    Um insbesondere das Stickstoff Überschussproblem für Niedersachsen zu lösen, müssen aber weitere Einsparungen von bis zu 50.000 Tonnen Stickstoff landesweit und pro Jahr erreicht werden. Die noch konsequentere Einsparung von Mineraldünger zugunsten eines noch gezielteren und effizienteren Einsatzes von Wirtschaftsdünger (durch Optimierung von Zeitpunkt, Menge, Ausbringungstechnik und Lagerung) können dabei nur eine von weiteren Lösungsstrategien sein.

Es besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, um die Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen zu reduzieren. Die genannten Einsparungen beim Mineraldünger durch gezielteren und effizienteren Einsatz von Wirtschaftsdünger sind notwendig, um die Probleme nicht aus den Überschussregionen in die Aufnahmeregionen zu verlagern. Auch bei optimaler Umverteilung und bestmöglicher Substitution von Mineraldünger wird ein Nährstoffüberschuss bestehen bleiben, der auf anderen Wegen abgebaut werden muss.

Der Nährstoffüberschuss in Niedersachsen wirkt sich negativ auf Klima, Boden, Luft, Wasser und biologische Vielfalt aus. Die Beeinträchtigungen bei der Gewässerqualität sind besonders gut dokumentiert. Nach dem aktuellen Nitratbericht des Bundes überschreiten 38 % der niedersächsischen Grundwassermessstellen den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat, bundesweit ist dies nur bei 28% der Messstellen der Fall. Noch schlechter fällt die Bewertung der Oberflächengewässer aus. Denn an den niedersächsischen Oberflächengewässern werden die Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie wegen zu hoher Nährstoffwerte nicht erreicht. Die Ziele werden bezogen auf Gesamtstickstoff an
80% und bezüglich Gesamtphosphor an 71% der Messstellen in niedersächsischen Flüssen und Bächen nicht erreicht.

Ansprechpartner/-in

Rudolf Rantzau
Telefon: 05 11/1 20-22 39
Telefax: 05 11/1 20 99 22 39
e-mail: rudolf.rantzau
@ml.niedersachsen.de

Andreas Löloff
Telefon: 05 11/1 20-20 92
Telefax: 05 11/1 20 99 20 92
e-mail: andreas.loeloff
@ml.niedersachsen.de

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Calenberger Str. 2
30169 Hannover

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