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Nährstoffbericht

Niedersachsen legte am 16.03.2022 den 9. Nährstoffbericht in Bezug auf Wirtschaftsdünger vor. Die wichtigsten Ergebnisse des Nährstoffberichtes bzw. Änderungen im Vergleich zum Vorjahresbericht sind folgende:

Stickstoff-Düngesaldo
Niedersachsen weist erstmals in der Reihe der Nährstoffberichte ein Stickstoff-Düngesaldo auf Landesebene aus, das unterhalb des rechnerischen N-Düngebedarfs gem. Düngeverordnung liegt. Der Nährstoffüberschuss von 80.000 Tonnen Stickstoff im Berichtszeitraum 2014/15 wurde komplett abgebaut und auf minus 3.655 Tonnen Stickstoff kontinuierlich auf Landesebene reduziert. Dieser Rückgang resultiert in erster Linie aus einem weiter gesunkenen Mineraldüngerabsatz sowie einem rückläufigen Nährstoffaufkommen aus der Tierhaltung.

Dung- und Gärrestmenge und daraus resultierender Nährstoffanfall
Die Wirtschaftsdüngermenge hat sich in Bezug auf den Vorjahresbericht 2019/2020 erneut um weitere 2,3 % verringert. Der daraus resultierende Stickstoff- und Phosphoranfall ist um rd. 2 bzw. 2,5 % gesunken.

Stickstoffobergrenze
Im Vergleich zum vorherigen Bericht, in dem mit dem Landkreis Cloppenburg ein Landkreis die Obergrenze von 170 kg N/ha überschritt, kommt es im vorliegenden Bericht auch wieder im Landkreis Grafschaft Bentheim zu einer leichten Überschreitung der N-Obergrenze. Absolut betrachtet ergibt sich bei der hier zugrunde gelegten Fläche in beiden Landkreisen ein N-Überschuss in Höhe von 2.598 t N. Damit hat sich der bestehende N-Überschuss aus dem Nährstoffbericht 2019/2020 geringfügig um 134 t N verringert. Insgesamt betrachtet ist die Entwicklung in den Landkreisen mit hohem grundlegendem Stickstoffanfall aus Tierhaltung und Biogasanlagen in Bezug auf die N-Obergrenze positiv.

Stickstoffabsatz aus Mineraldünger
Der Stickstoff-Mineraldüngerabsatz ist im Vergleich zum Berichtszeitraum 2019/2020um rd. 15.000 t auf den historischen Tiefststand von rd. 186.000 t N gesunken.

Auswertung für Phosphat
Im Berichtszeitraum 2020/2021 ist der landesweite Phosphat-Überschuss, der sich aus dem Vergleich der aus Wirtschaftsdünger und Mineraldünger insgesamt ausgebrachten Phosphatmenge und dem tatsächlichen Phosphatbedarf der angebauten Pflanzen ergibt, von rund 28.000 t Phosphat auf 22.630 t Phosphat weiter gesunken.

Berichtsteil düngerechtliche Kontrollen
In diesem Jahr wird zum dritten Mal in Folge im Nährstoffbericht Einblick in die Systematik und Durchführung der düngerechtlichen Kontrollen gegeben. Als Grundstufe der Überwachung durchläuft eine sehr hohe Anzahl von Betrieben eine EDV-gestützte Risikoanalyse (alle Antragsteller Betriebsprämie, alle Tierhalter, alle Melder von Wirtschaftsdüngern). So sollen Betriebe mit großen Nährstoffproblemen identifiziert werden. Um das System der Risikoauswahl zukünftig weiter zu verbessern, wurde in Niedersachsen die elektronische Nährstoffmeldung „ENNI“ eingeführt.

Bewertung

Insgesamt setzt sich mit dem vorliegenden Bericht der positive Trend beim Nährstoffeinsatz im Land fort. Ein wichtiges Etappenziel wurde erreicht:

Erstmals ergibt sich beim Stickstoff im Mittel des Landes eine Düngung unterhalb des sich rechnerisch ergebenden Düngebedarfs der Pflanzen. Damit ist in diesem Nährstoffbericht eine grundlegende Anforderung der Düngeverordnung an die Düngung der Kulturpflanzen im Mittel des Landes mehr als erfüllt: mit einer an dem Bedarf der Pflanzen orientierten Düngung mögliche Einträge in das Grundwasser zu vermeiden. Sowohl das Nährstoffaufkommen aus der Tierhaltung und der Biogasanlagen als auch der Mineraldüngerverbrauch gehen auf Landesebene weiter zurück. Der Rückgang beim organischen Anfall und dem Mineraldüngereinsatz führt zu einem verringerten Stickstoffangebot für die Pflanzen bei einem bedingt durch die Vorgaben in den nitratbelasteten Gebieten verminderten zulässigen Düngebedarf. Der Stickstoffüberschuss in der N-Flächenbilanz hat sich seit 2015 mehr als halbiert.

Die ergriffenen Maßnahmen bewirken positive Entwicklungen, und doch darf nicht darüber hinweggesehen werden, dass regional weiterhin Nährstoffüberschüsse auftreten und die Qualitätsziele der WRRL in Niedersachsen nicht flächendeckend erreicht werden. Es besteht weiterhin Handlungsbedarf, um noch vorhandene Nährstoffüberschüsse abzubauen und daraus resultierende Gewässerbelastungen aus dem Nährstoffeinsatz der Landwirtschaft weiter zu reduzieren und letztlich die Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie und EG-Nitratrichtlinie zu erreichen. Es zeigt sich, dass Niedersachsen auf dem richtigen Weg ist, die ergriffenen Maßnahmen und Anstrengungen indes unvermindert fortzusetzen sind.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Eric Reinsdorf

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 05 11/1 20-22 73

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