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Mit ndl-PCB-belastetes Futtermittel: Aktueller Sachstand

Stand: 03.01.2019

In Bezug auf die mit nicht-dioxinähnlichem PCB (ndl-PCB) belasteten Futtermittellieferungen aus Nordrhein-Westfalen sind von den in Niedersachsen betroffenen Betrieben derzeit noch drei Betriebe gesperrt, drei befinden sich in Abklärung und 108 sind freigegeben. Aus Nordrhein-Westfalen wurden in der Zwischenzeit keine weiteren Lieferungen aus belasteten Verladezellen nach Niedersachsen gemeldet.

Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung ist das Auftreten akuter gesundheitlicher Beeinträchtigungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher im vorliegenden Ereignisfall unwahrscheinlich, da PCB-Mischungen nur ein geringes akut toxisches Potenzial aufweisen. Die vollständige Mitteilung des BfR sehen Sie hier .

Hintergrund:

Niedersachsen wurde von Nordrhein-Westfalen seit dem 2.11.2018 mehrfach über möglicherweise mit nicht-dioxinähnlichen PCB (ndl-PCB) belastete Futtermittellieferungen informiert. Das LAVES als Futtermittelbehörde und die betroffenen niedersächsischen Lebensmittelüberwachungsbehörden hatten daraufhin die erforderlichen Maßnahmen wie zum Beispiel die Beprobung von Futtermitteln, Eiern und Tieren sowie die Untersagung des Inverkehrbringens von Tieren und Lebensmitteln veranlasst.

An dieser Stelle wird nun nicht mehr fortlaufend, sondern lediglich noch über wesentliche Ereignisse informiert.


Stand: 07.12.2018, 17:30 Uhr

HANNOVER. In einem Legehennenbetrieb im Landkreis Schaumburg wurde im Rahmen der Eigenkontrolle eine Überschreitungen des Höchstgehaltes für ndl-PCB bei Eiern festgestellt. Die amtliche Probenahme im Legehennenbetrieb sowie Ermittlungen im Geflügelzuchtbetrieb sind eingeleitet.

In Bezug auf die Lieferungen mit ndl-PCB kontaminierter Futtermittel aus Nordrhein-Westfalen nach Niedersachsen sind derzeit in Niedersachsen weiterhin fünf Geflügelhaltungsbetriebe in zwei Landkreisen (LK Nienburg und LK Osnabrück) gesperrt. Bei den weiterhin gesperrten Betrieben liegen noch keine entlastenden Untersuchungsergebnisse vor. Vor einer Freigabe müssen unauffällige Eigenkontrolluntersuchungen vorgelegt werden. Das Futtermittel stammt aus einem Werk aus Minden. Die Kontamination des Futters soll durch Lacksplitter erfolgt sein.

Insgesamt sind in Niedersachsen nach derzeitigem Stand Lieferungen mit nachweislich sowie potenziell kontaminierten Futtermitteln und Lieferungen von Junggeflügel an 104 Geflügel-, Schweine-, und Rinderhaltungsbetriebe erfolgt. Die Zahl der zunächst 29 belieferten Betriebe erhöhte sich dadurch, dass weitere möglicherweise belastete Lieferungen nach Niedersachsen gemeldet wurden: Nordrhein-Westfalen hat Niedersachsen Ende vergangener Woche darüber informiert, dass Futtermittel aus einer weiteren Verladezelle des Futtermittelwerkes aus Minden ebenfalls Höchstwertüberschreitungen für ndl-PCB aufweisen können. Behördliche Ermittlungen ergaben anschließend, dass aus dieser Zelle im Zeitraum Mai bis November 2018 104 Lieferungen an verschiedene Betriebe in Niedersachsen gegangen sind. Die Behörden vor Ort wurden am vergangenen Freitag durch das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) informiert. Das LAVES hat die Lieferlisten ausgewertet und in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Einschätzung vorgenommen, bei welchen Futtermittellieferungen - zum Beispiel aufgrund der Dauer und des Zeitpunktes der Verfütterung - das Risiko besteht, dass durch die Aufnahme von ndl-PCBs tatsächlich Höchstgehaltsüberschreitungen in Lebensmitteln auftreten können.

Davon betroffen sind nach jetzigem Kenntnisstand 24 landwirtschaftliche Betriebe in 5 Landkreisen (Diepholz, Hameln-Pyrmont, Nienburg/Weser, Osnabrück und Vechta), darunter 9 Sauenhalter, 1 Rinder-Mastbetrieb und 14 Halter von Mastschweinen. Sofern bei den Tierhaltern noch Rückstellmuster von Futtermitteln vorhanden sind, werden durch das LAVES amtliche Proben genommen und unverzüglich untersucht. Auf Grundlage der Risikoeinschätzung und der Lage vor Ort prüfen die betroffenen Landkreise derzeit, welche lebensmittelrechtlichen Maßnahmen im Einzelfall getroffen werden müssen. Gesperrte Betriebe dürfen keine Tiere zur Schlachtung abgeben, bevor die Unbedenklichkeit des Fleisches nicht durch entsprechende Untersuchungsergebnisse erwiesen ist. Hierzu werden im Einzelfall auch sogenannte „Probeschlachtungen“ erfolgen, um Untersuchungen auf ndl-PCB-Rückstände vornehmen zu können. Die Ermittlungen in den durch die neu bekannt gewordene Lieferung betroffenen Betrieben dauern noch an. Erkenntnisse inwieweit die in den Ställen befindlichen Tiere eine Höchstgehaltsüberschreitung an ndl-PCB aufweisen liegen, insbesondere auch unter Kenntnis, dass nicht alle ausgelieferten Futtermittel eine ndl-PCB Belastung aufweisen, noch nicht vor. Untersuchungsergebnisse bleiben abzuwarten.

Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung ist das Auftreten akuter gesundheitlicher Beeinträchtigungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher im vorliegenden Ereignisfall unwahrscheinlich, da PCB-Mischungen nur ein geringes akut toxisches Potenzial aufweisen. Die vollständige Mitteilung des BfR sehen Sie hier .

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