"Startsignal für ein nachhaltiges Kooperationsnetzwerk in Norddeutschland"
Ergebnisse des "MORO-Forschungsfeldes"Überregionale Partnerschaften" auf Abschlussveranstaltung in Hamburg vorgestellt
Hannover. Die Ergebnisse des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) „Überregionale Partnerschaften“ wurden am 17. und 18. Juni auf Einladung von Bundesraumordnungsminister Dr. Peter Ramsauer einer breiten Fachöffentlichkeit aus ganz Deutschland vorgestellt.
Mit diesem Modellvorhaben untersuchte die Bundesraumordnung ein zentrales Strategieelement der 2006 von Bund und Ländern verabschiedeten Leitbilder der Raumentwicklung. In bundesweit sieben Modellregionen wurden seit Ende 2007 innovative Ansätze zu den Inhalten und zur Steuerung überregionaler Partnerschaften entwickelt und erprobt.
Am ersten Tag der Abschlussveranstaltung wurden die Leitgedanken und Ergebnisse des Forschungsfeldes in der Diskussion mit Akteuren der Modellregionen vorgestellt und von hochrangigen Referenten in ihrer Bedeutung für die Regionalentwicklung in Deutschland und auch in Europa gewürdigt. Am zweiten Tag präsentierte die gastgebende Modellregion „Großräumige Partnerschaft Norddeutschland/Metropolregion Hamburg“ ihre Ergebnisse und Projekte im Dialog mit den anderen Modellregionen.
Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im für die Landesentwicklung zuständigen Niedersächsischen Agrarministerium, wies in seinem Resümee darauf hin, dass es zu dem Instrument der überregionalen Partnerschaft kaum eine Alternative gebe, wenn Raumentwicklung in Deutschland weiterhin dazu beitragen soll, wirtschaftliches Wachstum und Innovation zu ermöglichen, ohne dass dabei einzelne Landesteile von diesen Entwicklungsprozessen „abgeschnitten“ werden. Das MORO-Forschungsfeld „Überregionale Partnerschaften“ habe eine
Vielzahl von Erkenntnissen liefern können, wie eine Zusammenarbeit auf großräumiger Ebene unter breiter Beteiligung öffentlicher und privater Akteure erfolgreich praktiziert werden kann. Hinsichtlich der Zusammenarbeit in der Modellregion Norddeutschland/Metropolregion Hamburg fasste er das Ergebnis so zusammen: „Man kann mit Fug und Recht sagen, dass MORO Nord das Startsignal für ein nachhaltiges Kooperationsnetzwerk in Norddeutschland ist.“
Hintergrund:
Seit mehr als zehn Jahren gibt es die Modellvorhaben der Raumordnung (MORO). Sie sind ein wichtiges Instrument des Bundes, um neue Ansätze in der Raumordnungspolitik in ausgewählten Regionen umzusetzen und ihre Wirkungsweise zu erforschen.
In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurde in dem Forschungsfeld „Überregionale Partnerschaften“ untersucht, wie der strategische Ansatz der „großräumigen Verantwortungsgemeinschaften“ für die Umsetzung des Leitbildes „Wachstum und Innovation“ der Bundesraumordnung sich umsetzen lässt. Im Rahmen (über)regionaler Kooperationen und Partnerschaften – wobei der überregionale Ansatz eine besondere Rolle spielte – sollten Wege für einen kreativen und innovativen Umgang mit der neuen räumlichen Dimension und der wachsenden raumstrukturellen Komplexität von Metropolregionen und Verflechtungsräumen aufgezeigt werden.
Hierzu wurden bundesweit sieben Modellregionen ausgewählt, die mit Hilfe unterschiedlicher Teilprojekte ausprobieren sollten, wie überregionale Partnerschaft gelebt werden kann. Die Bandbreite der Ausgangsbedingungen der regionalen Kooperationen und der Organisationsmodelle ist ebenso groß wie die der Themen: regionale Wirtschaftskreisläufe, die Zusammenarbeit in Wirtschaftsclustern und Netzwerken, regionale Entwicklungskonzepte, Infrastruktur und grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Die Ergebnisse der einzelnen Modellvorhaben wurden am ersten Veranstaltungstag vorgestellt und diskutiert. Die Beteiligten werteten das MORO-Forschungsfeld „Überregionale Partnerschaften“ als Erfolg.
Am zweiten Veranstaltungstag standen die Ergebnisse der Großräumigen Partnerschaft Norddeutschland / Metropolregion Hamburg (MORO Nord) im Mittelpunkt. MORO Nord ist ein gemeinsames Projekt der Länder Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein sowie der Metropolregion Hamburg. Mit dem Modellvorhaben werden Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Metropolregion und ihrem weiteren Verflechtungsbereich aufgezeigt und erprobt. Hauptziel der großräumigen Partnerschaft ist die bessere Einbindung der Teilräume sowie die Profilierung und wirtschaftliche Zusammenarbeit des Gesamtraums und seiner Teilräume. Hierzu sind innerhalb des Projektes insgesamt 14 Teilprojekte mit unterschiedlicher Zielrichtung initiiert worden. Diese reichen von der Hochschulkooperation über den Entwicklungskorridor Fehmarnbeltquerung, der Entwicklung der maritimen Wirtschaft, der Vernetzung von Logistikinitiativen, der Entwicklung von regionalen Vermarktungsstrategien bis zur Untersuchung der Rolle der ländlichen Räume im Verhältnis zum Metropolkern. Letzteres Teilprojekt wurde unter Federführung Niedersachsens entwickelt und geleitet.
Die Ergebnisse der Teilprojekte werden, um die norddeutschen MORO Nord-Zusammenarbeit erfolgreich fortsetzen zu können, in ein „Strategisches Entwicklungskonzept Norddeutsche Raumpartnerschaften“ einfließen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Ergebnisse des Modellvorhabens längerfristig in der Metropolregion Hamburg und dessen weiterem Verflechtungsbereich ihre Wirkung zu einer überregionalen Partnerschaft entfalten können.
Artikel-Informationen
erstellt am:
21.06.2010
Ansprechpartner/in:
Dr. Gert Hahne
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Pressesprecher
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: (0511)120-2138
Fax: (0511)120-2382
