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Tierwohl im Mittelpunkt

Ministerin Otte-Kinast begrüßt heute EU-Kommissar Andriukaitis in Niedersachsen


HANNOVER. Niedersachsens Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast begrüßt heute Nachmittag Vytenis Povilas Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit seiner Delegation in Hannover. Der EU-Kommissar interessiert sich besonders für das Tierwohl in der Nutztierhaltung. „Niedersachsen beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Thematik und hat bundesweit den ersten Tierschutzplan eingeführt“, betont Ministerin Otte-Kinast im Vorfeld des Besuches.

Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, erklärte: „Ich freue mich sehr, heute hier in Niedersachsen zu sein und die hier getroffenen Tierschutzmaßnahmen in Augenschein nehmen zu können. Tierschutz ist seit Beginn meiner Amtszeit eine meiner Prioritäten. Ich bin stolz auf die großen Fortschritte, die wir in der EU diesbezüglich gemacht haben, seit wir 2012 die EU-Tierschutzstrategie auf den Weg gebracht haben. Die EU hat damit, dass sie Tiere als fühlende Wesen anerkannt hat, Pionierarbeit geleistet. Dementsprechend müssen wir die Tiere jetzt auch behandeln. Ich werde mich daher unermüdlich für weitere Verbesserungen einsetzen und freue mich, dass diese Einstellung auch hier in Niedersachsen geteilt wird.“

Nach einem gemeinsamen Abendessen besucht die Delegation am morgigen Freitag, 12. Oktober, den Schweinemastbetrieb von Familie Harleß in Schwienau (Landkreis Uelzen). Landwirt Karl Harleß befasst sich seit vielen Jahren mit dem Ausstieg aus dem routinemäßigen Kupieren der Schwanzspitzen bei Schweinen. Er wird seine Erkenntnisse aus der Praxis schildern. Nach der Exkursion in den Stall und einer anschließenden Pressekonferenz werden die Ministerin und der EU-Kommissar mit dem Lenkungsausschuss für die „Niedersächsische Nutztierstrategie – Tierschutzplan 4.0“ zusammentreffen. Dort wird es erneut um die Umsetzung von Tierwohl-Maßnahmen gehen. Am Abend reist der Gast aus Brüssel wieder ab.

Hintergrund:
Seit 2011 gibt es in Niedersachsen bundesweit den ersten Tierschutzplan, der am 31. August 2018 in eine dauerhafte „Niedersächsische Nutztierstrategie - Tierschutzplan 4.0“ mündete. 2015 wurde im Rahmen der Tierschutzförderung die Fördermaßnahme „Ringelschwanzprämie“ eingeführt. Mit der Prämie von 16,50 Euro pro Mastschwein, die aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER stammt, wird der Mehraufwand der Landwirte bei der Umsetzung einer tiergerechten Haltung vergütet. Jährlich stellen 110 bis 160 Landwirte einen Antrag – mit steigender Tendenz. 2018 wurden 200.000 Mastschweine für die aktuelle Auszahlungsrunde gemeldet.

Für die Auszahlung der Tierwohlprämie muss die Quote für intakte Ringelschwänze jederzeit mindestens bei 70 Prozent liegen. Der intakte Ringelschwanz ist ein anerkannter Indikator für das Tierwohl. In den Beständen werden aber in der Regel deutlich höhere Quoten erreicht. Niedersachsen hat damit als erstes Bundesland überhaupt eine ergebnisorientierte Förderung zur Verbesserung des Tierwohls eingeführt. Das routinemäßige Kürzen der Ringelschwänze ist gemäß Richtlinie 2008/120/EG verboten.

Artikel-Informationen

11.10.2018

Ansprechpartner/in:
Pressestelle

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

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