Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Minister Meyer: Großer Erfolg Niedersachsens beim „Sau-Rauslassen“

Bund legt nach Initiative Niedersachsens Ausstiegsplan aus dem Kastenstand vor – „Gemeinsamer Konsens zum Sau-Rauslassen noch vor Bundestagswahl möglich“


HANNOVER. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer begrüßt die gestern vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegten Eckpunkte zum Ausstieg aus dem Kastenstand in der Sauenhaltung. Grundlage sind die Vorschläge einer von Niedersachsen geführten Arbeitsgruppe. „Noch vor der Bundestagswahl könnte ein gemeinsamer Bund-Länder-Konsens zur Sauenhaltung der Zukunft entstehen", sagte Meyer. Der Bund hat darin die Vorschläge Niedersachsens zur erheblichen Verkürzung der Verweildauer einer Sau im Kastenstand von 35 auf maximal acht Tage aufgenommen. Minister Meyer: „Es ist ein großer Fortschritt für den Tierschutz, wenn sich diese Zeit, in der sich die Sauen kaum bewegen und sich nicht umdrehen können, um mehr als drei Viertel reduziert wird." Die Haltung von Sauen in engen Kastenständen ist nach Auffassung der Landesregierung nicht verhaltens- und tiergerecht.

„Dass sich der Bund hier bewegt hat, ist ein großer Erfolg der aktuellen Bundesratsinitiative Niedersachsens", so Meyer. „Es ist gut für die Rechts- und Planungssicherheit der Betriebe und gut für eine zukünftig deutlich tierschutzgerechtere Sauenhaltung in Niedersachsen". Wichtig sei es auch, das Bau- und Immissionsschutzrecht tierschutzgerechter zu machen, um die neuen Stallbauten gerade für kleinere Betriebe umsetzbar zu machen. In Niedersachsen werden rund 600.000 Muttersauen in 1.900 Betrieben gehalten, die große Mehrheit davon hält davon maximal 500 Sauen.

Bei den Fristen für die Umstellung auf das neue System liegen Niedersachsen und der Bund dicht beieinander. Beide wollen den Ausstieg aus der Kastenstandshaltung für Neu- und Umbauten sofort und für vorhandene Ställe im Regelfall innerhalb von zehn Jahren vollziehen. Für Umbaumaßnahmen werden den Betrieben in dem Vorschlag Niedersachsens weitere zwei und in Härtefällen nochmals drei Jahre eingeräumt. Beim Bund sind es fünf beziehungsweise zwei Jahre.

„Da sollte doch ein Sauenkonsens für mehr Tierschutz möglich sein", so Meyer. Auch sollten Bund und Länder ihre Agrarförderung tierschutzgerechter aufstellen, so dass Betriebe, die schon „früher die Sau raus lassen", angemessen gefördert werden. In Niedersachsen ist dies durch das neue Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) und die Tierwohl-Prämie von 150 Euro pro Sau für freies Abferkeln schon jetzt möglich.

Meyer bedauerte, dass - anders als von der Agrarministerkonferenz (AMK) beschlossen - der Abferkelbereich nicht im Tierschutzkonsens des Bundes enthalten ist. „Dort wäre ebenfalls eine tierschutzgerechte Lösung notwendig, damit nicht in ein paar Jahren auch hier Umbauten erfolgen müssen."

Minister Meyer hofft jetzt auf eine breite Zustimmung zur niedersächsischen Entschließung im Bundesrat: „Dann bekämen die Sauenhalter noch vor der Bundes- und der Landtagwahl Planungssicherheit für eine zukünftig tierschutzgerechte Sauenhaltung. Der Minister machte der Bundesregierung ein konkretes Angebot: „Mir geht es um die Sache und um mehr Tierschutz. Daher bin ich, wenn wir einen Erfolg erzielen, gerne bereit zu sagen: Schmidt und Meyer lassen gemeinsam die Sau raus!"

Artikel-Informationen

18.08.2017

Ansprechpartner/in:
Manfred Böhling

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Stellvertretender Pressesprecher
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511-120 2137

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln