Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Niedersachsen setzt bei Tierwohl Maßstäbe

Die sanfte Agrarwende von Landwirtschaftsminister Christian Meyer ist bundesweit Vorreiter durch die Förderung von mehr Tierschutz


Stopp beim Abschneiden von Legehennenschnäbeln, Verzicht auf das Kupieren von Ringelschwänzen bei Schweinen, Wasserzugang für Enten: Das sind drei Beispiele für mehr Tierwohl in Niedersachsen. Sie sind allesamt Teil des Tierschutzplans Niedersachsen und stehen für Landwirtschaftsminister Christian Meyer ganz oben auf der Agenda. Das Besondere: Unter seiner Ägide ist erstmals ein aus EU-Mitteln gespeister Topf für Tierwohlprämien in Höhe von rund 28 Millionen Euro geschaffen worden. Das heißt: Landwirte, die sich für mehr Tierwohl im Stall engagieren, schon jetzt also auf das Kupieren von Schweineschwänzen oder Hennenschnäbeln verzichten, werden für ihr Engagement mit einer Tierwohlprämie belohnt.Bundesweit gilt Meyer als Vorreiter beim Tierwohl und hat seit 2013 die Weichen gestellt, damit sich die Haltungsbedingungen der Tiere in niedersächsischen Ställen deutlich verbessern.

Dazu beigetragen hat unter anderem die Ringelschwanz-Prämie in Höhe von 16,50 Euro für unversehrte und gesunde Ringelschwänze von Mastschweinen. Mit dem Geld werden Schweinehalter motiviert , auf die Praxis des Schwanzabschneidens bei Schweinen zu verzichten. Der Landwirt erhält die Prämie als Ausgleich für die Mehraufwendungen, die ihm etwa durch Strohhaltung, Beschäftigungsmaterial und mehr Platz für die Tiere entstehen - alles Maßnahmen, damit es nicht zum Schwanzbeißen unter den Tieren kommt.

Neue Ferkel- und Sauen-Prämie

Auf diesem Weg will Niedersachsen weiter voranschreiten: Die Ringelschwanz- und Schnabelprämie werden ergänzt durch eine Prämie für eine Ferkel- und Sauenhaltung, die besonderen Tierwohlkriterien genügt. . Vorbehaltlich der noch ausstehenden Genehmigung seitens der EU ist bei Ferkeln geplant, die Förderung wie bei der Ringelschwanz-Prämie für Mastschweine ergebnisorientiert zu vergeben. Der Indikator für den Erfolg ist auch hier der intakte, unversehrte Ringelschwanz.

Die Förderung einer tierwohlgerechten Sauenhaltung soll unter anderem an folgende Vorgaben gebunden sein: erhöhtes Platzangebot in der Abferkelbucht, Liegebereich sowie regelmäßige Einstreu (Stroh, Gras, Maissilage).Die Prämie soll 80 Euro je Sau betragen. Betriebe, die zusätzlich auf den sogenannten Kastenstand in der Abferkelbucht verzichten, sollen in dieser Premiumstufe eine Förderung von 150 Euro pro Sau erhalten.

Millionenfaches Töten männlicher Eintagsküken soll ein Ende haben

Für „ethisch und moralisch höchst verwerflich" hält Agrarminister Christian Meyer das seit Jahrzehnten praktizierte Töten männlicher Eintagsküken - also der kleinen Brüder weiblicher Legehennen. Die männlichen Exemplare werden derzeit bundesweit nur deshalb kurz nach ihrer Geburt getötet, weil sie keine Eier legen können und aus Kostengründen nicht zur Mast eingesetzt werden. Jedes Jahr sterben in Deutschland auf diese Weise rund 50 Millionen männliche Küken, darunter allein in Niedersachsen etwa 27 Millionen. Dieses Vorgehen muss nach dem Willen von Agrarminister Christian Meyer gestoppt werden. Deshalb strebt er bis Ende 2017 einen Ausstieg aus dem Kükentöten an.

Es bieten sich verschiedene Optionen an: Forscher der Universität Leipzig entwickeln derzeit eine Methode zur Früherkennung im Ei. Niedersachsen geht davon aus, dass die entsprechende Technik im Laufe des Jahres 2017 marktreif ist. Derweil unterstützt Niedersachsen zugleich Alternativen zur Geschlechterbestimmung: zum einen die Bruderhahn-Initiative, zum anderen die ökologische Tierzucht von Zweinutzungshühnern.

Die Bruderhahn-Initiative ermöglicht auch männlichen Legehennen-Küken ein längeres Leben . Sie werden nicht kurz nach der Geburt getötet, sondern gemästet. Die Mehrkosten, die durch die Mast der Hähne entstehen, werden durch einen höheren Preis für die Eier aus „Bruderhahn-Haltung" honoriert. Mit der Züchtung von Zweinutzungshuhn-Rassen wird angestrebt, dass sich die neu gezüchtete Rasse gleichermaßen für die Eierproduktion und die Mast eignet. Vorteil: Dadurch würde dem Halter kein größerer Nachteil durch die Aufzucht männlicher Küken entstehen . Das Land fördert diese ökologische Tierzucht mit erheblichen Mitteln.

Zusätzliches Wasserangebot für Enten

Zudem hat Minister Meyer 2015 mit der Geflügelwirtschaft eine gemeinsame Vereinbarung über die Mindestanforderungen bei der Mast von Pekingenten getroffen. Diese sieht eine deutlich verbesserte Entenhaltung in Niedersachsen vor: Bis Ende 2016 soll ein zusätzliches Wasserangebot verbindlich sein. Alle kommerziellen Entenhalter in Niedersachsen müssen dann ihre Ställe entweder mit einer Trichtertränke oder einem Flachbecken zum Baden und zur Gefiederpflege ausstatten - ein weiterer Schritt für mehr Tierschutz und Tierwohl in Niedersachsen.


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