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Schlachthöfe sollen auch an Feiertagen arbeiten können

Ministerien bereiten rechtliche Voraussetzungen vor – Appell der Ministerin an die Landwirte


Hannover. Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) verfolgt die schwierige Situation der Schweine haltenden Betriebe weiterhin mit großer Sorge. Um Schlachtungen auch an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen, werden durch das ML in Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Gesundheitsministerium derzeit die rechtlichen Voraussetzungen vorbereitet. Dazu sagt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Aus Tierschutzgründen ist es wichtig, alle Möglichkeiten zu prüfen und so dabei zu helfen, den Druck in den Ställen etwas abzubauen. Mit der vorübergehenden Ausnahmegenehmigung für Sonn- und Feiertagsarbeit wollen wir den Schlachthöfen mehr Flexibilität ermöglichen. Fest steht jedoch, dass der Infektionsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin oberste Priorität hat.“ Eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit sei im Übrigen derzeit nicht geplant.

Ergänzend finden Gespräche sowohl auf Leitungs- als auch auf Fachebene unter anderem mit der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) und dem Verband der Fleischindustrie (VdF) statt, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. So ist heute Nachmittag ein weiteres Gespräch im Landwirtschaftsministerium geplant. Auch wenn das ML nach wie vor Signale aus der Branche erhält, dass die Kapazitätsgrenzen in den niedersächsischen Schlachthöfen weitgehend erreicht sind, prüft das ML gemeinsam mit allen Beteiligten, ob und wie an weiteren Stellschrauben gedreht werden kann. In diesem Zusammenhang appellierte Ministerin Otte-Kinast an die unternehmerische Verantwortung der Landwirte, ihren Teil zur Verbesserung der Situation beizutragen: „Durch die Corona-Pandemie und die Afrikanische Schweinepest wird die Situation in den kommenden Monaten angespannt bleiben. Hier müssen die Betriebe auch selbst gegensteuern!“ Aus Tierschutzgründen sei es geboten, weniger Sauen besamen zu lassen, damit weniger Ferkel nachwachsen und der Druck in den Mastställen sich nicht kontinuierlich massiv aufbaue.

Hintergrund:
Die Schweine haltenden Betriebe in Niedersachsen können derzeit nicht alle schlachtreifen Tiere schlachten lassen. Grund ist die Tatsache, dass die Schlacht- und Zerlegebetriebe vor allem aus Infektionsschutzgründen nicht in vollem Umfang produzieren können. Infektionsgeschehen in einigen Schlachthöfen verschärfen die Situation weiter. Der Überhang in Niedersachsen umfasst bezogen auf die wöchentlichen Schlachtungen nach Schätzungen der Landwirtschaftskammer zirka 30.000 bis 40.000 Mastschweine. In Niedersachsen gibt es rund 5.300 Schweine haltende Betriebe, in den Ställen werden etwa 8,3 Millionen Tiere gehalten.

Artikel-Informationen

erstellt am:
08.10.2020

Ansprechpartner/in:
Pressestelle

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

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