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Niedersachsens Jäger übernehmen Verantwortung in schwierigen Zeiten

Landesjagdbericht 2020/21 informiert über Jagdstrecken und ausgesuchte jagdliche Schwerpunktthemen in Niedersachsen


Hannover. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. haben gemeinsam den 19. Landesjagdbericht veröffentlicht. Unter den erschwerenden Bedingungen der Corona-Pandemie zeigt sich für das Jagdjahr 2020/21 bezogen auf die Jagdstrecken ein unterschiedliches Bild: Eine neue Rekordstrecke wurde beim invasiven Nutria erzielt, beim Schwarzwild war es die dritthöchste. Nicht aussagekräftig sind hingegen die Jagdstrecken beispielweise von Feldhase oder Fasan, denn während Drückjagden auf Schalenwild unter Beachtung und Einhaltung strenger Hygienekonzepte weitestgehend durchgeführt werden konnten, fanden die klassischen Gesellschaftsjagden auf Niederwild im vergangenen Jagdjahr dagegen so gut wie gar nicht statt.

Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit den sich mitunter sehr rasch ändernden ordnungsrechtlichen Vorgaben bei der Durchführung der Jagden, waren eine große Herausforderung. Ich danke allen Jägerinnen und Jägern sehr für ihren Einsatz. Insbesondere die erzielten Jagdstrecken beim Schwarzwild und bei den invasiven Neozoen Nutria und Waschbär zeigen, dass die Jäger in Niedersachsen auch in diesen schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen haben.“

Schalenwild: Hohe Wildschweinstrecke hilft gegen Afrikanische Schweinepest

Zwar gab es beim Schwarzwild im Jagdjahr 2020/21 einen Rückgang der Jagdstrecke um 12,1 Prozent gegenüber der Rekordstrecke des vorherigen Jagdjahres auf nun 61.960. In Anbetracht natürlicher Schwankungen der Jagdstrecken beim Schwarzwild und der speziellen äußeren Umstände des letzten Jahres, sei diese Entwicklung jedoch zu erwarten gewesen.

Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.: „Wir bejagen das Schwarzwild weiterhin intensiv. Die dritthöchste je erzielte Jagdstrecke spiegelt dies sehr deutlich wieder. Auch und gerade vor dem Hintergrund der Prävention in Sachen Afrikanischer Schweinepest ist dies wichtig.“

Unterschiedliche Entwicklungen gab es im Jagdjahr 2020/21 bei den anderen Schalenwildarten: Während die Jagdstrecken bei Muffel- und Rehwild um 3,6 bzw. 0,6 Prozent sanken, gab es bei Rot- und Damwild eine leichte Zunahme um 1,2 bzw. 2,6 Prozent.

Niederwild und Neozoen: Jagdstrecke der Nutria wieder gestiegen

Keine Aussagekraft haben die Jagdstrecken vieler Niederwildarten, wie beispielsweise des Feldhasen oder des Fasans: Die hier zu verzeichnenden Streckenrückgänge von über 50 Prozent sind den Auswirkungen der Corona-Pandemie geschuldet: Zunächst noch stark eingeschränkt möglich, waren die klassischen Gesellschaftsjagden auf Niederwild in der Hauptjagdzeit gänzlich untersagt.

Rekordstrecken gab es hingegen bei den Neozoen Nutria und Waschbär: Die Jagdstrecke der Nutria stieg nochmals um 7,3 Prozent auf 44.395, die des Waschbären um 4,7 Prozent auf 21.368. Die Jagdstrecke beim Marderhund sank hingegen um 6,9 Prozent auf 4.386.

Schwerpunktthemen der Jagd in Niedersachsen

Das Thema Umweltbildung ist den Jägerinnen und Jägern seit jeher ein sehr wichtiges Anliegen: In diesem Jahr wird stellvertretend ein besonderes Pilotprojekt des Hegerings Rastede-Nord aus dem Landkreis Ammerland vorgestellt: Die Gründung und Etablierung der Jugendgruppe Die Falkenaugen.

Aus dem Bereich Natur- und Artenschutz wird ausführlich das Luchsprojekt Harz vorgestellt: Im Jahr 2020 feierte dieses sein 20-jähriges Jubiläum. Damals als Auswilderungsprojekt des Landes Niedersachsen, der Landesjägerschaft Niedersachsen und des Nationalparks Harz ins Leben gerufen, werden Anfänge, Verlauf und aktueller Stand dieser Erfolgsgeschichte thematisiert.

Ebenfalls eine Erfolgsgeschichte ist die Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE), die seit nunmehr 30 Jahren valide Daten, Zahlen und Fakten zu den hier lebenden Wildarten liefert.

Aus dem Bereich der Wildtierforschung wird ein Projekt zur Raumnutzung und Überlebensraten bei Junghasen vorgestellt, sowie eine Situationsbeschreibung der Populationsentwicklung der Wildenten – mit Blick auch über Niedersachsen hinaus.

Hintergrund

Herausgeber des Berichtes „Wild und Jagd“ ist das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. übernahm die Redaktion. Der jährlich erscheinende Bericht bereitet statistische Daten, wildbiologische Informationen und wissenschaftliche Untersuchungen zu den in Niedersachsen vorkommenden wildlebenden Tierarten übersichtlich auf und bietet umfangreiche Informationen zur Jagd in Niedersachsen. Längst hat er sich zu einem begehrten Nachschlagewerk nicht nur für Jäger, sondern gleichermaßen für Politik, Medien und interessierte Öffentlichkeit entwickelt.

Der Landesjagdbericht 2020/2021 ist im Internet unter www.ml.niedersachsen.de und www.ljn.de verfügbar.

  Bildrechte: ML

Titel des Landesjagdberichtes 2020/2021

Artikel-Informationen

erstellt am:
11.11.2021

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

http://www.ml.niedersachsen.de

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