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Aktion für Streunerkatzen startet am 2. November

Land stellt 300.000 Euro für Kastration verwilderter Hauskatzen zur Verfügung – Bündnis für Katzenschutz engagiert sich erneut


Hannover. Am 2. November startet eine weitere Aktion zur kostenlosen Kastration von Streunerkatzen in Niedersachsen. Bis zum 14. Dezember wird die Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von rund 4.000 verwilderten Hauskatzen und Katern ermöglicht. Teilnehmen dürfen Tierschutzvereine, Tierheime und ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer von kontrollierten Futterstellen. Das Land Niedersachsen stellt diesmal 300.000 Euro für die Aktion zur Verfügung. Ermöglicht wurde dies über zusätzliche 100.000 Euro aus der „politischen Liste“ des Landtages.

Damit knüpft das Land an die drei erfolgreichen Aktionen in den Jahren 2018 (2) und 2019 (1) an. Hierbei wurden insgesamt 7.420 Fundkatzen kastriert, gekennzeichnet und registriert. „Die guten Ergebnisse der ersten drei Projekte, die große Resonanz in der Öffentlichkeit und aus dem Landtag die Unterstützung durch die Kommunen und nicht zuletzt das Engagement der vielen Ehrenamtlichen sind überzeugende Gründe für mich, die Aktion auch dieses Jahr wieder fortzusetzen“, betont die Landesbeauftragte für Tierschutz, Michaela Dämmrich.

Das 2017 von ihr initiierte Bündnis mit der Tierärztekammer Niedersachsen, dem Bund praktizierender Tierärzte, dem Deutschen Tierschutzbund Landesverband Niedersachsen e.V., Findefix dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes e.V. und der Tierschutzorganisation TASSO e.V., sowie dem Verband der niedersächsischen Tierschutzvereine VNT e.V. und dem Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT e.V.) engagiert sich auch dieses Jahr wieder bei der Aktion. Alle beteiligten Tierschutzorganisationen haben wiederum jeweils 15.000 beziehungsweise 10.000 Euro für die Aktion gespendet und die praktizierenden Tierärzte spenden – wie bei den letzten Malen – 25 Euro pro Behandlung zurück. So kommen zu den 300.000 Euro des Landes weitere 65.000 Euro durch Tierschutzorganisationen und 80.000 Euro durch Spenden der Tierärzte hinzu.

„Besonders hervorzuheben ist jedes Jahr die Organisation und Leitung des Projektes durch die Tierärztekammer, die auch Träger des Projektes ist. Ohne den unermüdlichen Einsatz der dortigen Geschäftsstelle wäre das Projekt nicht durchführbar. Ich möchte mich dafür noch einmal besonders bei Ihnen bedanken“, so Dämmrich. Durch die Kastration der geschlechtsreifen Kater und Katzen werde die Population wirkungsvoll eingedämmt. Gleichzeitig appellierte die Landestierschutzbeauftragte an private Katzenbesitzerinnen und Katzenbesitzer: „Diese Aktion hat natürlich nur Erfolg, wenn Katzenhalter in Privathaushalten ebenfalls Verantwortung zeigen und ihre geschlechtsreifen Kater vor dem Freigang kastrieren lassen. Nur so kann die Population der Streunerkatzen stabil auf einem niedrigen Niveau gehalten werden. Ich appelliere an jeden Katzenhalter, die eigene Katze chippen und bei Tasso e.V. oder Findefix e.V., den beiden Haustierregistern, registrieren zu lassen. So kann die Katze bei Verlust schnell wiedergefunden werden und entgeht dem schlimmen Schicksal einer Straßenkatze. Ebenso sollte die Katze vor dem ersten Freigang und vor Eintreten der Geschlechtsreife kastriert werden, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern.“

Der genaue Ablauf des Katzenschutzprojektes sowie sämtliche Teilnahmebedingungen erfahren Tierheime und Katzenüberbringer in ihrer Tierarztpraxis oder auf der Internetseite der Landesbeauftragten für Tierschutz des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/themen/tiergesundheit_tierschutz/landesbeauftragte_fur_den_tierschutz. Tierärzte und Tierärztinnen können sich zusätzlich über den internen Mitgliederbereich der Tierärztekammer Niedersachsen über die Bedingungen der Teilnahme informieren und die entsprechenden Unterlagen herunterladen: www.tknds.de


Wichtige Hinweise zur aktuellen Corona-Lage und den Sicherheitsbestimmungen:
Beim Einfangen und Überbringen der Katzen müssen die jeweils aktuellen Abstands- und Hygieneregeln (Mund-Nasen-Bedeckung sowie Handhygiene) eingehalten werden.

Personen, die unter Quarantäne stehen oder einen sonstigen Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 haben, dürfen an der Aktion nicht teilnehmen. Auch für Katzen ist eine mögliche Infektion mit dem Corona-Virus durch den Menschen nicht ausgeschlossen.

Hintergrund:
Noch immer leben verwilderte Hauskatzen in Niedersachsen. Der Deutsche Tierschutzbund schätzt die Anzahl auf derzeit rund 150.000 Tiere in Niedersachsen. Die unkontrollierte Vermehrung von ausgesetzten und verloren gegangenen Hauskatzen und das damit verbundene Elend stellen ein großes Problem dar. Verwilderte Katzen und deren Nachkommen in vielfacher Generation sind und bleiben Hauskatzen, die den Bezug zum Menschen verloren haben. Ohne menschliche Versorgung und Betreuung sterben diese Katzen an den Folgen der Mangelernährung oder aufgrund von Infektionskrankheiten meist schon als Jungtiere vor Erreichen des ersten Lebensjahres qualvoll. Die Katzen leiden an Parasiten wie Magen-Darm-Würmern, Toxoplasmen sowie Milben und Flöhen. Infektionskrankheiten wie etwa Katzenschnupfen, Katzenleukose, und feline Anämie können sich ungehemmt ausbreiten und führen unbehandelt zum Tod. Streunerkatzen sind somit auch eine Gefahr für alle Hauskatzen, die sich bei Freigang anstecken können. Die verwahrlosten Katzen bekommen in aller Regel zweimal im Jahr bis zu sieben Junge. Meist sterben die Jungtiere noch vor Erreichen des ersten Lebensjahres an Infektionskrankheiten, Parasitenbefall und schlechter Futterversorgung.

Artikel-Informationen

erstellt am:
29.10.2020
zuletzt aktualisiert am:
30.10.2020

Ansprechpartner/in:
Pressestelle

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

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