Artikel-Informationen
erstellt am:
09.04.2026
zuletzt aktualisiert am:
10.04.2026
Hannover. Ein verletztes Eichhörnchen beim Waldspaziergang, ein vermeintlich kranker Igel oder ein scheinbar verlassenes Rehkitz am Wegesrand – Momente wie diese, stellen uns vor die wichtige Frage: Helfen wir dem Tier und was ist zu tun? Antworten darauf und auch ganz konkrete Hilfe bieten die Preisträgerinnen und -träger des niedersächsischen Tierschutzpreises auf vielfältige und besonders engagierte Weise. Die für Tierschutz zuständige Ministerin Miriam Staudte zeichnete heute (Donnerstag) sechs Tierschützerinnen und -schützer und Initiativen mit dem jeweils 5.000 Euro umfassenden Tierschutzpreis des Landes Niedersachsen aus.
Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtierstation Sachsenhagen (Landkreis Nienburg)
Ministerin Staudte: „Seit mehr als 20 Jahren versorgt Dr. Florian Brandes als Leiter der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen gemeinsam mit seinem Team verletzte und verwaiste Tiere aus rund 200 Arten. In der Station werden Tierpflegerinnen und Tierpfleger ausgebildet, Sachkundeschulungen durchgeführt und umweltpädagogische Inhalte vermittelt. Doch nicht nur die Arbeit vor Ort zeichnet Dr. Brandes aus: als Sachverständiger unterstützt er beispielsweise Behörden bei Tierschutzfragen und ist in diversen Gremien engagiert und hoch angesehen.“
Eichhörnchen Rettungsstation Burgdorf (Region Hannover)
Ministerin Staudte: „In der 2020 gegründeten Eichhörnchen Rettungsstation Burgdorf versorgt ein engagiertes Team jährlich rund 100 verletzte oder erkrankte Tiere, zieht sie auf und wildert sie wieder aus. Neben der Pflege der Tiere berät die Rettungsstation hilfesuchende Menschen und leistet intensive Aufklärungsarbeit.“
Igelpflege Rotenburg/Wümme e.V.
Ministerin Staudte: „Gefahren für Igel sind vielfältig: Mähroboter, Kellerschächte, Teiche, Autos, Zäune oder allzu aufgeräumte Gärten werden den Tieren oft zum Verhängnis. Mit großer Fürsorge kümmert sich die Initiative der Igelpflege bereits seit 2013 jährlich um rund 1.000 kranke, verletzte und verwaiste Tiere. Neben der direkten Hilfe leistet das Team vor Ort wichtige Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, damit schnell klar ist, welche Hilfe angebracht ist.“
Mauersegler-Pflege Mäuerle, Kaierde (Landkreis Holzminden)
Ministerin Staudte: „In den letzten 10 Jahren wurden in der Station über 1.600 Mauersegler aufgezogen und gepflegt. Die Tiere werden medizinisch versorgt und Gefiederschäden repariert. Besonders beeindruckt mich das Engagement für den Erhalt und die Schaffung neuer Nistplätze, die aktive Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung über die Lebensweise und die Gefährdung der Art und ihre besonderen Bedürfnisse in der Pflege.“
Rehkitzrettung Sottrum (Landkreis Rotenburg/Wümme)
Ministerin Staudte: „Die Rehkitzrettung ist seit 2019 aktiv und ist als deutschlandweit gefragter Ansprechpartner Vorbild und Vorreiter zugleich. Dank Multikopter mit Wärmebildkameras für die systematische Suche aus der Luft, können 2.000 Hektar Fläche im Jahr abgesucht werden. So werden in Sottrum und Region jährlich zwischen 130 und 180 Rehkitze, Junghasen, Damwildkälber und Gelege verschiedener Bodenbrüter gesichert, aus der Gefahrenzone gebracht, nach der Mahd wieder freigelassen und so vor dem sicheren Mähtod gerettet.“
Wildtiergruppe Wilhelmshaven/Friesland
Ministerin Staudte: „Seit 20 Jahren setzen sich rund 60 Engagierte auf ganz unterschiedliche Art und Weise für Wildtiere ein. So sind beispielsweise Expertinnen und Experten für einzelne Tierarten und Pflegestellen aktiv, konzentrieren sich auf bestimmte Krankheitsbilder oder sorgen für eine optimale Wiederauswilderung gesundgepflegter Wildtiere in ihren natürlichen Lebensraum. Dabei spielt auch der Schutz bedrohter Arten und Lebensräume wie dem Wattenmeer eine wichtige Rolle.“
Eins haben alle Preisträgerinnen und Preisträgern gemeinsam: hinter ihnen stehen Netzwerke, um die Hilfe überhaupt zu ermöglichen, so Staudte: „Fahrerinnen und Fahrern sind für hilfsbedürftige Tiere unterwegs, Betreuende tauschen sich über Vernetzungen aus, um Tiere in geeigneten Stationen zu bringen. Diese Zusammenarbeit erfolgt häufig rund um die Uhr, werktags und an den Wochenenden, unter hohem persönlichem Einsatz – zeitlich und finanziell. Hinter den Preisträgerinnen und Preisträgern stehen oft eine Vielzahl an Menschen. Mein Dank und meine Anerkennung gilt neben den Hauptverantwortlichen daher ausdrücklich auch diesen engagierten Tierschützerinnen und Tierschützern.Artikel-Informationen
erstellt am:
09.04.2026
zuletzt aktualisiert am:
10.04.2026