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Rede von Miriam Staudte, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, zur Aktuellen Stunde „Unsere Dörfer sind kein Sparposten - EU-Agrarförderung muss weiterhin im ländlichen Raum ankommen“ am 27. Januar 2026

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen - Drs. 19/9677


Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrte Damen und Herren,

Niedersachsen ist geprägt durch unterschiedliche ländliche Räume, die den Hauptanteil der Landesfläche einnehmen. Die Landesregierung adressiert sowohl die Stärken und Chancen, als auch die Problemlagen der einzelnen Regionen, sowie ihre dörflichen Strukturen mit verschiedenen Maßnahmen.

Zur Maßnahme LEADER

  • In der Förderperiode 2023-2027 gibt es flächendeckend 68 Regionen.
  • Eigenverantwortung der regionalen Akteure und bürgerschaftliches Engagement gestärkt wird.
  • Transparente Entscheidungsstrukturen sowie die Kooperation und Vernetzung stärken die Zivilgesellschaft und fördern Vertrauen in den Staat und die Demokratie.

Zur Maßnahme Dorfentwicklung

  • In 193 Dorfregionen (Stand 2025) findet ein strukturierter und von Planungsexperten moderierter Prozess für mehr Selbstwirksamkeit in ländlichen Räumen statt.
  • Gerade die Kombination investiver und prozessualer Entwicklungselemente macht die Dorfentwicklung aus, so dass nach Ende des Förderzeitraum „Werkzeuge“ vorhanden sind.

Bei beiden Maßnahmen – LEADER und Dorfentwicklung – wird durch einen vertrauensvollen Lernprozess Resillienz und Agilität in den Regionen gefördert.

Zu den Basisdienstleistungen

  • Basisdienstleitungen sind ein weiterer wichtiger Baustein der Daseinvorsorge in den ländlichen Regionen Niedersachsens, um die Grundversorgung der örtlichen Bevölkerung, einschließlich medizinischer Versorgung, zu sichern.

Zum Ländlichen Wegebau

  • Eine Multifunktionale Nutzung ermöglicht neben der Erschließung der landwirtschaftlichen Flächen unter anderem auch die Naherholung außerhalb der Siedlungsgebiete.

Alle genannten Fördermaßnahmen entfalten eine Wirkung vor Ort in unterschiedlicher Ausformung. Um ihre Bedeutung zu unterstreichen, hier ganz konkrete Beispiele:

LEADER:

  • Tinyhouse-Festival in der LEADER-Region Elbtalaue
  • Torfmoosansiedlung zur Schaffung von Pflanzenpools der Schutzstation Steinhuder Meer e.V.
  • Erfolgreiche Umstrukturierung eines landwirtschaftlichen Betriebes im Heidekreis zur Straußenfarm
  • Integrationslotsen im Weserbergland

Dorfentwicklung:

  • Strohballenhaus in Adelebsen
  • Modellhafter Dorfentwicklungsansatz Kreislauf.Klima.Dorf (Circular Economy in ländlichen Räumen)
  • Carsharing in Ahlerstedt
  • Revitalisierung/Umnutzung Bestandsimmobilien für neue Wohnformen – Inwertsetzung grauer Energie

Basisdienstleistungen:

  • Erweiterung des Dorfladens zu einem Hybridgeschäft mit Automaten in Otersen
  • Errichtung Dorfgemeinschaftshaus Remels, Gemeinde Uplengen
  • Sanierung Freibad in Bodenburg, Stadt Bad Salzdetfurth
  • Um- und Anbau Gebäude für Arztpraxis Wahrenholz

Entscheidend und aus unserer Sicht erforderlich ist es, dass ländliche Entwicklung nicht nur in Verordnungen der EU verankert wird, sondern auch eine ausreichende finanzielle Ausstattung sichergestellt wird. Und dies nicht nur die Höhe des Mittelansatzes betreffend, sondern genauso ein entsprechender Beteiligungssatz der EU an der jeweiligen Förderung.

Unsere Forderungen zu LEADER haben wir in einem Positionspapier zusammengestellt und es gemeinsam mit Ministerin Melanie Walter und Ministerpräsident Olaf Lies letzte Woche an Bundesminister Alois Rainer übergeben.

  • Zentrale Forderung aus Niedersachsen sind:
  • Die Sicherung eines zweckgebundenen und angemessenen Budgets
  • Die Anhebung der Beteiligungssätze seitens der EU
  • Der Erhalt bewährter LEADER-Strukturen; verbunden mit einer Vereinfachung und Entbürokratisierung der Verfahren und
  • die Beibehaltung der thematischen Bandbreite für LEADER

Auf der Agrarminister-Konferenz in Heidelberg im Herbst 2025 hat Niedersachsen übrigens die Ländlichen Räume in den gemeinsamen Beschlussvorschlag für das Agrarbudget mit hineinverhandelt und setzt sich auf Bundesebene für ein ausreichendes Budget für die Ländlichen Räume ein.

Aus dem Sondervermögen Infrastruktur für die Länder stellt Niedersachsen als einziges Bundesland 200 Millionen Euro für die ländlichen Räume im Bereich der Basisdienstleistungen und des ländlichen Wegebaus zur Verfügung.

Fazit: Die Landesregierung setzt sich auf allen Ebenen für ein auskömmliches Budget für die ländlichen Räume ein!

Artikel-Informationen

erstellt am:
27.01.2026

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