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Die Schulmensa wird zum Lernort – Modellprojekte starten

1,2 Millionen Euro für sieben Schulen in Niedersachsen


Hannover. Gesundes Essverhalten lernen, soziale Gemeinschaft erleben und Lebensmittel wertschätzen – so die Mission des Projektes „Ernährungsbildung stärken – Mensen zu Lernorten“. Heute (Dienstag) gab Ernährungsministerin Miriam Staudte in der Grundschule Wettbergen den offiziellen Startschuss für das landesweite Modellvorhaben. Als eine von sieben Projektschulen werden Schülerinnen und Schüler künftig gemeinsam mit und von Lehrkräften und Ernährungsfachleuten lernen, was gute Ernährung ausmacht.

Dabei stehen praktische Erfahrungen im Vordergrund, so Ministerin Staudte: „Wir sollten Schulmensen künftig nicht nur als Ort der Sättigung sehen, sondern als Lernort für gesunde Ernährung und gemeinsames Essen als kulturelle Errungenschaft wiederentdecken. Wenn ein Kind in der Schule lernt, wie es einen Obstsalat zubereitet, wird es das Wissen auch nach Hause tragen. Wir wollen, dass die Zubereitung von Essen gelehrt wird und wir nicht tatenlos zuschauen, dass Essen immer mehr bedeutet, Fertiggerichte zu konsumieren und sich dabei ein Kochvideo anzuschauen. Das 1,2 Millionen Euro umfassende Projekt ermöglicht es den Schulen in diese Entwicklung zu investieren: Vom Personal zur Ernährungsberatung bis hin zu Veränderungen der Mensen und Küchen haben wir bewusst einen weiten Bogen gespannt. Dieses Spektrum erleichtert es den verschiedenen Schulformen für sie passende Potenziale zu heben.“

Das Interesse der Schulen war überwältigend: Rund 90 Schulen hatten sich beworben. Auf Grundlage eines mit Ernährungsexpert*innen entwickelten Kriterienkatalogs, wurden neben der Grundschule Wettbergen (Schulbezirk Hannover), die IGS Sassenburg (Schulbezirk Braunschweig), die Grundschule Ganspe (Schulbezirk Weser-Ems), die Geestlandschule Fredenbeck (Schulbezirk Lüneburg), die IGS Lengede (Schulbezirk Braunschweig), das Bildungshaus Hahle (Schulbezirk Lüneburg) und die Grundschule Merzen (Schulbezirk Weser-Ems) ausgewählt.

„Als Ganztagsschule verstehen wir uns bewusst als Lebensraum für Kinder. Lernen findet bei uns nicht nur im Klassenraum statt, sondern über den gesamten Tag hinweg – im Unterricht, im offenen Ganztag und bei gemeinsamen Aktivitäten. Dazu gehört für uns ganz selbstverständlich auch das gemeinsame Essen“, erläutert der Schulleiter Robert Kühn. „Ernährung ist ein Bildungsauftrag“, so seine Überzeugung. Das Thema Nahrung, Herkunft von Lebensmitteln und bewusste Ernährung gewinne für Kinder zunehmend an Bedeutung. Deshalb würde das Essen nicht als ausgelagerter Service betrachtet, sondern als fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts – integriert in den Tagesablauf, in Unterrichtsprojekte und in gemeinschaftliche Erfahrungen. „Mit den Projektmitteln können wir vielfältige Vorhaben realisieren – von praxisnahen Unterrichtseinheiten über Koch- und Ernährungsangebote bis hin zu Exkursionen. Besonders freuen wir uns, dass die Kommune nun auch Mittel bereitstellt, um unsere Mensa baulich und konzeptionell zu einem echten Lernort weiterzuentwickeln“ führt Kühn aus.

Den Projektverantwortlichen Stefan Gerhardt vom Verband deutscher Schul- und Kita-Caterer e.V. (VDSKC) hat besonders beeindruckt, dass die Schulen im Austausch kreative und nachhaltige Konzepte entwickeln und gegenseitig voneinander lernen: „Das ist eine tolle Chance für Schüler und Lehrkräfte. Gemeinsam möchten wir nachhaltige Impulse in der Ernährungsbildung setzen und Strukturen stärken, die langfristig im Schulalltag wirken.“

Ziel des Vorhabens ist es, dass die während der Projektphase erprobten Konzepte langfristig auf weitere Schulen im Land übertragen werden können.

Hintergrund

Das Projekt „Ernährungsbildung stärken – Schulmensen zu Lernorten“ ist Teil von Niedersachsens Ernährungsstrategie. Weitere Informationen gibt es online:

https://www.ernaehrungsstrategie-niedersachsen.de/

https://lernort-mensa.de/

Ministerin Miriam Staudte (6. v. l.) gemeinsam mit den Projektbeteiligten sowie Scülerinnen und Schülern der Grundschule Wettbergen.   Bildrechte: Jan Hinkes
Ministerin Miriam Staudte (6. v. l.) gemeinsam mit den Projektbeteiligten sowie Schülerinnen und Schülern der Grundschule Wettbergen.
Ministerin Miriam Staudte mit Schülerinnen und Schüler der Grundschule Wettbergen.   Bildrechte: Jan Hinkes
Ministerin Miriam Staudte mit Schülerinnen und Schüler der Grundschule Wettbergen.

Artikel-Informationen

erstellt am:
17.03.2026

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