Der ökologische Landbau ist gut für Boden, Luft und Wasser.
Während über die Grundsätze der guten fachlichen Praxis, die jeder Landwirt einhalten muss, ein Grundschutz für Umwelt und Natur besteht, geht der ökologische Landbau weiter. Die Öko-Landwirte sind stärker auf die Nutzung von Nährstoffkreisläufen und die Regelungskräfte der Natur angewiesen, denn der Einsatz synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel ist nicht erlaubt. Die für das Pflanzenwachstum notwendigen Nährstoffe stammen zum Teil aus dem tierischen Dung des eigenen Viehs oder aus dem Anbau von Leguminosen, die Stickstoff aus der Luft binden und so dem Boden zufügen können. Artenreiche Fruchtfolgen mindern den Infektionsdruck und stärken die Widerstandskraft der Kulturpflanzen.
Der ökologische Landbau ist auch gut für die Tiere.
Sie müssen generell Auslauf erhalten. Bei Rindern ist der Weidegang im Sommer vorgeschrieben. Die Tierhaltung ist grundsätzlich flächengebunden, d.h, die Anzahl der Tiere je Flächeneinheit ist begrenzt. Die Tiere bekommen keine Wachstums- oder Leistungsförderer. Diese Produktionsweise und die Qualität der Öko-Produkte überzeugen viele Verbraucher.
Öko-Produkte haben ihren Preis und müssen auch mehr kosten.
Denn Öko-Bauern ernten weniger. Das Anbaurisiko ist größer, besonders durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Ein Öko-Bauer braucht eine vielgestaltige Fruchtfolge mit einem gewissen Bracheanteil oder den Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung. Der Arbeitsaufwand steigt dadurch. Auch bei der Verarbeitung beschränken Öko-Betriebe den Einsatz von chemisch- synthetisch veränderten Hilfs- und Konservierungsmitteln auf ein Minimum. Dies zwingt die Verarbeiter von Milch, Fleisch, Getreide, Obst, Gemüse und anderen Erzeugnissen zu Verfahren, die aufwändiger und damit auch teurer sind. Die daraus resultierenden höheren Preise muss der Verbraucher tragen.
In Niedersachsen wirtschaften inzwischen rund 1.300 Betriebe mit rund 70.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche nach den Regeln und damit auch unter der strengen Kontrolle des ökologischen Landbaus (Stand: 01.01.2009). In den letzen beiden Jahren haben sowohl die Betriebe als auch die bewirtschaftete Fläche erheblich zugenommen. Darüber hinaus sind mehr als 900 Unternehmen zertifiziert, die ökologische Produkte verarbeiten. Eine Spitzenstellung nimmt Niedersachsen auch ein unter den Unternehmen, die für ihre Produkte das Biosiegel nutzen. Die zuständige Kontrollbehörde für den ökologischen Landbau ist das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES).
Niedersachsen fördert den Ökologischen Landbau
Niedersachsen unterstützt und fördert den ökologischen Landbau durch gezielte Maßnahmen. Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen, die den Markt bzw. die Nachfrage stärken. Um den Markt für diese Produkte zu stärken und den Absatz niedersächsischer Produkte auszuweiten hat das Land einen Mix aus verschiedensten Maßnahmen für die landwirtschaftlichen Betriebe, die Verarbeitung, den Handel sowie die Verbraucher entwickelt.
Beispiele mit Maßnahmen zur Marktstärkung:
Das Kompetenzzentrum Ökolandbau (KÖN)
Das im Jahr 2002 gegründete Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) steht für ein bundesweit einmaliges Dienstleistungsprojekt. Es stärkt den niedersächsischen Ökolandbau durch Bündelung der Serviceleistungen von der landwirtschaftlicher Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung. Mehr als 20 Fachleute stehen für die verschiedenen Dienstleistungen zur Verfügung. Hierzu gehören u.a. die Fachberatung für Handelsunternehmen, die Weiterentwicklung von Verarbeitungsmethoden und –strukturen, die Vermittlung von Rohwarenlieferanten und die Qualifizierung von Fachpersonal. Weitere Aufgabengebiete umfassen u.a. die Umstellungsberatung für Landwirte und die Anlage von Versuchen.
Beirat zur Förderung des Ökologischen Landbaus
Der Beirat hat die Aufgabe, die Landesregierung über Fragen der Förderung auf dem Gebiet der Verarbeitung und Vermarktung zu beraten. Er regt Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie weitere innovative Maßnahmen an. In dem 17-köpfigen-Beirat arbeiten Fachleute aus den verschiedenen Bereichen der Öko-Vermarktung (Direktvermarktung, Naturkostfachhandel, Lebensmitteleinzelhandel), der Verarbeitung von ökologisch erzeugten Produkten (u.a. Milch, Fleisch, Gemüse) sowie der Beratung, der Wissenschaft und des Verbraucherschutzes.
Niedersächsische Aktionstage Ökolandbau
Niedersachsen war das erste Bundesland, dass 1997 mit ‚Aktionstagen’ begann für den ökologischen Landbau und seine Produkte zu werben. Dadurch wurden bundesweit Maßstäbe gesetzt. Die Koordination der Aktionstage wird von der Marketinggesellschaft für niedersächsische Agrarprodukte durchgeführt. Die Aktionstage verzeichneten im vergangenen Jahr wiederum ein großes Besucherinteresse. Die hervorragende Resonanz und die hohe Beteiligung an den Aktionstagen zeigen, dass die Aktionstage ein wichtiger Baustein sind, um die Vielfalt des Angebots der verschiedenen Anbieter vorzustellen und die Nachfrage nach Bioprodukten zu stärken. Das Programm der diesjährigen Aktionstage, die im September durchgeführt werden, ist im Internet ab Juli unter http://www.aktionstage-oekolandbau.de abrufbar.