Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Niedersachsen klar Logo

Wo Laser auf den Acker strahlen

Sommerreise mit Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte startet in Hannover


Hannover. Die Folgen der Klimakrise sind auf den Äckern in Niedersachsen schon heute deutlich spürbar. Landwirt*innen müssen sich auf Extremwetterereignisse und längere Dürrephasen einstellen und gleichzeitig ihren Teil dazu beitragen, den Klimaschutz zu stärken. Viele Menschen in der Agrarbranche haben sich bereits auf den Weg gemacht und setzen innovative Projekte um, von deren Ergebnissen andere Landwirt*innen profitieren können. Agrarministerin Miriam Staudte widmet ihre erste Sommerreise daher dem Thema innovative Projekte für eine nachhaltige Landwirtschaft. Laser-Einsatz zur Beikrautbekämpfung, tierschutzgerechte Schweinehaltung unter freiem Himmel oder eine App zur Direktvermarktung, die Stationen der Tour sind so vielfältig wie die Ideen der Entwickler*innen.

Dazu Ministerin Staudte: „Mir ist die Vermittlung von Wissen und Erfahrungswerten ein großes Anliegen. Häufig werden Leuchtturmprojekte gefördert, aber die Ergebnisse kommen zu selten in der praktischen Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte an. Ich möchte mit meiner Sommerreise daher Öffentlichkeit für zukunftsweisende Projekte schaffen.“

Laser Zentrum Hannover, Holleritallee 8

Los ging es im Gewächshaus des Laser Zentrums Hannover. Dort testeten das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen und Forscher*innen des Laser Zentrums gemeinsam mit zwei engagierten Landwirten, wie Unkräuter und Ungräser über eine Kamera identifiziert und im zweiten Schritt das Wuchszentrum des Unkrauts mit einem Laser bestrahlt werden können. Durch die entstehende thermische Schädigung soll das Unkraut im Wachstum zurückgeworfen werden – und die umstehenden Kulturpflanzen einen Vorsprung im Ringen um Licht, Wasser und Nährstoffe erhalten.

„Die Forschung in diesem Bereich ist wichtig, da der Lasereinsatz eine Alternative zu chemischen und mechanischen Verfahren werden kann“, sagte Miriam Staudte beim Besuch des Zentrums.

Im „Niedersächsischen Weg“ haben Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände sowie Umwelt- und Landwirtschaftsministerium eine Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie vereinbart. Bis 2030 sollen mindestens 25 Prozent weniger chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auf den Äckern landen. Die Reduktion unterstützt die Biodiversität und trägt zu mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz bei.  

Hof von Jan Wittenberg, Nordstemmen, Leunisstraße 3

Auch an anderer Stelle werden bereits praxistaugliche Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln eingesetzt: Mit dem Sommertour-Bus ging es im Anschluss auf den Hof von Jan Wittenberg in Nordstemmen. Der zieht zur Beikrautbekämpfung einen Striegel über seinen Acker. Die Zinken bohren sich nur ein bis drei Zentimeter in die Erde. Das schont den Boden – und der Bio-Landwirt verzichtet auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Die Ernte werde dadurch qualitativ sogar besser, sagt er. „Pestizide brauchen wir gar nicht.“

Schwerpunkte seiner Entwicklung auf dem Betrieb sieht Wittenberg im Aufbau „neuer“ Kulturen als Lebensmittel zu einer ökologisch wertvollen und klimaresilienten Fruchtfolge sowie in der nachhaltigen Verbesserung des Bodenlebens. „Der Besuch auf dem Hof zeigt, dass wir aus dem alten, ackerbaulichen Wissen viele sinnvolle Methoden für die zukünftigen Herausforderungen in der Landwirtschaft ziehen können. Die Zukunft liegt in der Verbindung aus Innovationen und Erfahrungswissen“, sagt Miriam Staudte.

Podiumsdiskussion im Seedhouse, Osnabrück, Marie-Curie-Straße 3

Wohl nirgendwo in Niedersachsen ballen sich so viele gute, landwirtschaftliche Ideen wie in Osnabrück. Unter dem Dach des Startup Zentrums Seedhouse, das vom Land Niedersachsen gefördert wird, vernetzen sich derzeit 34 Unternehmen aus dem Agrar- und Foodbereich. Darunter sind etwa Ideen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung in Schulkantinen oder auch für künstliche Intelligenz, mit der frühzeitig Komplikationen im Geburtsprozess in Ferkelaufzuchtbetrieben erkannt werden können. Um die Digitalisierung in der Landwirtschaft soll es auch im Anschluss bei der Podiumsdiskussion gehen, zu der das Ministerium gemeinsam mit dem Grünen Wirtschaftsdialog (GWD) einlädt. Auf dem Podium im Hangar des Seedhouses diskutieren Miriam Staudte, Sina Beckmann, Sprecherin für Innovationen und Startups der Grünen im niedersächsischen Landtag, Charlotte Rothert, Landessprecherin für den Bundesverband Deutsche Startups und Dr. Henning Müller, Vorsitzender des Agrotech Valley Forums. Es moderiert Thomas Gambke, Vorsitzender des GWD.

Hof Sachteleben, Osnabrück, Darumer Straße 65

Am Donnerstag, den 27. Juli, informiert sich Ministerin Miriam Staudte auf dem Betrieb von Peer Sachteleben über eine tierwohlorientierte Form der Schweinehaltung. Denn Sachtelebens Schweine wachsen auf dem Acker. Seine Darumer Schweinemobile kombinieren Freiland- und Stallhaltung miteinander: Die Mobile sind so konzipiert, dass sie jederzeit versetzt werden können und so eine neue Auslauffläche für die Tiere genutzt werden kann. Die Standort-Planung kann so in die Fruchtfolge eingegliedert werden – und die Auslaufflächen können auch als Ackerflächen genutzt werden. „Der Großteil der Schweine in Niedersachsen wird in den Haltungsformen 1 und 2 gehalten. Die Umstellung auf tierschutzgerechtere Haltungsweisen ist aufwändig. Der Umbau der Tierhaltung muss daher gesamtgesellschaftlich gefördert werden und darf nicht allein Aufgabe der Landwirtinnen und Landwirte sein“, sagt die Ministerin.

Hof Fleming, Löningen, Ehrener Kirchweg 6

Anschließend geht es nach Löningen/Ehren – der Hof Fleming zählt zu den forschungsaffinen, landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen. Wie Felder gezielter, sparsam bewässert werden können, soll im Demonstrationsvorhaben Waterwise erforscht und entwickelt werden. Zur Bewässerung im Ackerbau wird ein Robotiksystem eingesetzt, welches regenerative Energien nutzt. Das Projekt wird mit Mitteln der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) gefördert. Dass Künstliche Intelligenz (KI) auch ein bislang unerschlossenes Potenzial für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft bietet, wird in Forschungsprojekten auf dem Hof untersucht.

Hof Thieken, Mollbergen, Matrumer Straße 5

Die letzte Station der Sommerreise liegt in Molbergen bei Cloppenburg. Henrik Thieken führt die Ministerin über den Hof der Familie, zeigt alte und moderne Bullenställe sowie die Weide, auf der nur dank einer App ein Teil der Rinder steht. Über die App „Support Your Farmer“, beziehungsweise auf Seiten der Anbieter*innen „Friedhold“, können Landwirt*innen ihre Produkte direkt vermarkten. Das Prinzip: Erst wenn ein Großteil des Rindes vermarktet ist, wird es geschlachtet. Den Landwirt*innen gibt das wirtschaftliche Sicherheit und Kund*innen können in ihrer Region nach hochwertigen Lebensmitteln suchen.

Dazu die Ministerin: „Ich bin vom Erfindungsreichtum und dem Mut zur Umsetzung in der Agrarbranche beeindruckt. Die Landwirtschaft hat sich schon immer auf neue Gegebenheiten eingestellt. Wir befinden uns längst auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit – nun drängt uns die fortschreitende Klimakrise zu mehr Tempo bei der Umsetzung. Dabei möchte ich die Landwirtinnen und Landwirte unterstützen.“

  Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Lasertechnik gegen Beikraut: Tammo Ripken zeigt Ministerin Miriam Staudte die Forschung des Laser Zentrums Hannover.
  Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Pflanzenwachstum vom Laser gestoppt: Lorenz Lünsmann erläutert Ministerin Staudte das Verfahren anhand einer Versuchspflanze.
  Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Start der Sommerreise im Laser Zentrum Hannover (LZH): Ministerin Miriam Staudte (2.v.l.) mit Tammo Ripken (LZH), Michael Schrörs (ML), Dietmar Kracht, Lorenz Lünsmann (LZH), Henrich Meyer zu Vilsendorf (ML) und Katharina Hanske (LZH) (v.l.n.r.).
Gruppenfoto   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Station zwei der Sommerreise: Ministerin Miriam Staudte (rechts) mit Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen (links), auf dem Hof von Jan und Andrea Wittenberg.
Ministerin Miriam Staudte und Landwirt Jan Wittenberg hocken auf einem Acker.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Beikrautbekämpfung mit Striegel: Bio-Landwirt Jan Wittenberg mit Ministerin Miriam Staudte auf seinem Acker.
Miriam Staudte steht auf einem Acker.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Auf dem Hof von Jan Wittenberg in Nordstemmen: Auch hier werden praxistaugliche Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln eingesetzt.
Ein Mann steht mit Mikrofon auf der Bühne, Ministerin Miriam Staudte sitzt im Publikum.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Geballte landwirtschaftliche Ideen: Florian Stöhr vom Seedhouse stellt Ministerin Miriam Staudte einige der 34 Unternehmen aus dem Agrar- und Foodbereich vor, die sich unter dem Dach des Osnabrücker Startup Zentrums vernetzen.
Gruppenbild auf Sofa   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Die Digitalisierung in der Landwirtschaft als Thema: Auf dem Podium diskutieren Sina Beckmann, Henning Müller, Charlotte Rothert und Miriam Staudte (1. Reihe, v.l.n.r.; 2. Reihe: Moderator Thomas Gambke, Florian Stöhr).
Blick durch ein Handy-Display auf eine Personengruppe   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Ministerin Miriam Staudte und Landwirt gehen auf einem Acker und unterhalten sich   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Über eine tierwohlorientierte Form der Schweinehaltung informiert sich Ministerin Miriam Staudte auf dem Betrieb von Peer Sachteleben.
Ministerin Miriam Staudte mit Landwirt vor einem mobilen Schweinestall   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Kombination von Freiland- und Stallhaltung: Peer Sachteleben zeigt Ministerin Miriam Staudte (Mitte) die Darumer Schweinemobile.
Schweine auf dem Acker   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Die Schweine von Peer Sachteleben wachsen auf dem Acker.
Schweinemobil, davor eine kleine Personengruppe   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Die Schweinemobile sind so konzipiert, dass sie jederzeit versetzt werden können.
Miriam Staudte hockt auf einer Wiese, im Hintergrund stehen Schweine.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Gruppenbild   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Die nächste Station der Sommerreise: Ministerin Miriam Staudte besucht Hof Fleming, einen forschungsaffinen landwirtschaftlichen Betrieb in Löningen/Ehren.
Gruppenbild   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Bieten auf ihrem Hof ein Testfeld für viele verschiedene Projektpartner: Ministerin Miriam Staudte (rechts) zu Besuch bei Betriebsinhaberpaar Kathrin und Henning Müller und ihrem Sohn Thies.
Ein Robotor fährt auf einer Wiese, dahinter geht eine Personengruppe.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Gezielte sparsame Bewässerung mit einem Robotiksystem: Bernd Johanning demonstriert Ministerin Miriam Staudte auf dem Hof Fleming in Löningen das Projekt Waterwise.
Ministerin Miriam Staudte und Justus Felix Bracke stehen vor einem Monitor und unterhalten sich.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft einfacher und schneller in die Praxis bringen: Justus Felix Bracke erläutert Ministerin Miriam Staudte das Vorhaben Agri-Gaia.
  Bildrechte: ML/Timo Jaworr
  Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Ministerin Staudte und Henning Müller probieren jeweils ein Stück Käse, Ralf Hinrichs hält einen Teller mit den Produkten.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Zwischendurch ein Stückchen Hanfkäse: Ralf Hinrichs von der Molkerei Ammerland (Mitte) reicht alternative Milchprodukte zum Probieren (links: Ministerin Miriam Staudte, rechts: Henning Müller vom Hof Flemimg).
  Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Die letzte Station der Sommerreise: Henrik Thieken führt Ministerin Miriam Staudte über den Hof der Familie in Molbergen bei Cloppenburg.
Personengruppe im Bullenstall   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Henrik Thieken (vorne rechts) zeigt Ministerin Miriam Staudte einen der Bullenställe – weitere Rinder stehen dank einer App auf der Weide.
Henrik Thieken, Moritz Armbrust und Ministerin Miriam Staudte schauen auf ein Handydisplay.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Innovativer Online Hofladen: Moritz Armbrust (Mitte) erläutert Ministerin Miriam Staudte die App "Support Your Farmer", über die auch Henrik Thieken seine Produkte direkt vermarktet.
  Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Henrik Thieken und Moritz Armbrust halten ein Schild mit der Aufschrift "Sommerreise 2023" in der Hand, daneben steht Ministerin Miriam Staudte.   Bildrechte: ML/Timo Jaworr
Eines von vielen zukunftsweisenden Projekten in der Landwirtschaft: Mit der Präsentation der Vermarktungs-App auf Hof Thieken endet die Tour von Ministerin Miriam Staudte (links: Henrik Thieken, Mitte: Moritz Armbrust).

Artikel-Informationen

erstellt am:
26.07.2023

Ansprechpartner/in:
Kommunikation, Presse

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

http://www.ml.niedersachsen.de

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln