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Neuer Tierschutzplan für Niedersachsen

HANNOVER. Niedersachsen ist Kerngebiet der Nutztierhaltung in Europa. „Daraus ergibt sich für das Land eine besondere Verantwortung für den Tierschutz und die Aufgabe, bei der Weiterentwicklung des Tierschutzes aktiv voranzugehen“, so der für Tierschutz zuständige Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Gert Lindemann: „Die Gesellschaft erwartet zu Recht, dass Nutztiere tiergemäß gehalten werden und ihr Wohlbefinden sichergestellt ist“.

Minister Lindemann will dieses Ziel ohne Verzögerung mit breitem gesellschaftlichen Konsens erreichen. Dazu wird er einen Lenkungsausschuss „Tierschutzstrategie“ einrichten. Dieser soll mit Vertretern der Wirtschaft, der Tierschutz- und Verbraucherschutzverbände, der Wissenschaft und des Einzelhandels besetzt werden. „Der Lenkungsausschuss ist jedoch kein Ersatz für den Tierschutzbeirat, auf dessen Rat ich weiterhin großen Wert lege“, betont der Minister ausdrücklich.

Das Fachministerium will gemeinsam mit dem neu einzurichtenden Lenkungsausschuss die Umsetzung von Verbesserungen im Tierschutz anhand des „Neuen Tierschutzplans Niedersachsen“ konsequent verfolgen. Die Liste mit Handlungsfeldern beinhaltet dafür einen angemessenen, aber gleichzeitig ehrgeizigen Zeitplan. Auf diese Weise wird – wo aus Sicht des Tierschutzes erforderlich – die „gute fachliche Praxis“ neu definiert.

Zu den aktuell anstehenden Tierschutzvorhaben dieser Prioritätenliste gehören u.a. der Ausstieg aus Amputationen und Eingriffen bei Tieren wie das Schnabelkürzen bei Geflügel, die betäubungslose Kastration und das Schwänzekupieren bei Ferkeln. Außerdem soll eine stärkere Ausrichtung der Zucht auf mehr Gesamtvitalität von landwirtschaftlichen Nutztieren und die weitere Verbesserung der Haltungsbedingungen für Geflügel wie Puten, Hühner und Enten sowie für Mastbullen, Sauen und Mastkaninchen erfolgen.

Bei Legehennen ist ein Anfang gerade erfolgt: Der erste von der Geflügelwirtschaft benannte Pilotbetrieb mit Bodenhaltung hat seine Mitarbeit erklärt und wird keine schnabelgekürzten Jungtiere einstallen.

Besonderen Wert legt Minister Lindemann darauf, dass die Betroffenen in die Vorhaben einbezogen werden – in Fortsetzung des so genannten „niedersächsischen Weges“. Daher wird der Minister aktiv das Gespräch mit den betroffenen Kreisen, z. B. Tierhalterinnen und Tierhaltern suchen. Diese Vorgehensweise hält Minister Lindemann auch bei einem Verbot der Legehennen-Kleingruppenhaltung für den geeigneten Weg. Entscheidend bei der Erreichung von Tierschutzzielen ist in diesem speziellen Fall, wie auch bei vielen der anderen Handlungsfelder nicht allein das „Was“, sondern der Weg dahin, das heißt das „Wie“.

Grundsätzlich soll berücksichtigt werden, dass dem Tierschutz nicht ein Bärendienst dadurch erwiesen wird, dass Tierhalter gezwungen sind, mit ihren Tieren ins Ausland auszuwandern. „Mehr Tierschutz“ kann vielmehr auch durch „mehr Verbraucherakzeptanz“ erreicht werden, so Minister Lindemann.

„Sollten die gesteckten, notwendigen Ziele nicht auf Landesebene konsensual z.B. durch Weiterentwicklung bestehender Tierschutzleitlinien realisierbar sein, wird Niedersachsen den Bund und die Länder bitten, diese Ziele durch notwendige Rechtsänderungen zu erreichen“, betont der Minister. Dabei ist und bleibt eine EU-weite Harmonisierung von hoher Bedeutung.

Besonders wichtig ist Minister Lindemann die Etablierung so genannter Tierschutzindikatoren. Diese ermöglichen die objektive Beurteilung der Umsetzung von Tierschutzzielen – nicht nur durch Tierhalterinnen und Tierhalter sondern auch durch Berater und Überwachungsbehörden. Solch ein Indikator ist z.B. die Fußballengesundheit bei Nutzgeflügel, denn dieser Indikator gibt Auskunft über die Haltungs- und Managementbedingungen im Stall.

Zur Mitwirkung der Bearbeitung der Handlungsfelder soll die beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ansässige ML-Beauftragte für Tierschutz, Dr. Sabine Petermann, im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung das Team des dortigen Fachreferats regelmäßig unterstützen.


Presseinformation
Artikel-Informationen

14.02.2011

Ansprechpartner/in:
Klaus Jongebloed

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511-120-2095
Fax: 05 11/1 20-23 82

www.ml.niedersachsen.de

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