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Ministerin Barbara Otte-Kinast: „Wir setzen uns für Lösungsansätze ein, die Landwirtschaft und Klimaschutz in Mooren vereinen“

180 Teilnehmer diskutierten beim 6. Tag der Landentwicklung und beim Tag der Landwirtschaft in Mooren


Wagenfeld. In der Diepholzer Moorniederung fand heute (14.7.) der 6. Niedersächsische Tag der Landentwicklung und der Tag der Landwirtschaft in Mooren statt. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast begrüßte rund 180 Teilnehmende aus dem ganzen Land im Europäischen Fachzentrum Moor und Klima in Wagenfeld (Landkreis Diepholz). Den Tag über ging es in sechs Workshops um das Zusammenspiel zwischen Moor, Klimaschutz, Landwirtschaft und ländlichem Raum.

Ministerin Otte-Kinast ging auf die Besonderheiten in Niedersachsen ein. „Wir sind Moorland Nummer 1 in Deutschland und stellen uns deshalb auch der besonderen Verantwortung für den Klimaschutz.“ Auf fast 500.000 Hektar Moorboden leben und arbeiten rund eine halbe Millionen Menschen. Ungefähr 70 Prozent der Moorböden werden landwirtschaftlich genutzt. Aber welche Alternativen haben landwirtschaftliche Betriebe, wenn große Teile des Moores zum Zweck der CO2-Minderung vernässt werden sollen? Was ist mit der Dorfentwicklung und wie funktioniert dann noch eine landwirtschaftliche Nutzung? Lösungsmöglichkeiten diskutierten die Teilnehmenden in sechs Workshops. Dabei ging es unter anderem um die Transformation, um Alternativen zur Bewirtschaftung (Paludikulturen), um Beispiele für eine Klimaallianz in Dörfern und um das Wassermanagement in Mooren.

„Man muss regional genau hinschauen, wie die natürlichen Standortvoraussetzungen sind und die Entwicklungsmöglichkeiten im Einzelnen bewerten. Das geht nur mit Hilfe von Gebietskonzepten gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten. Dabei müssen alle an einem Strang ziehen: Regionalplanung, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus. Wenn wir regional einen großen Unterstützerkreis haben, bin ich zuversichtlich, dass wir einen guten Weg zu mehr Klimaschutz durch Moorbodenschutz beschreiten können,“, sagte Ministerin Otte-Kinast. Sie stellte klar, dass sie zur Finanzierung der Maßnahmen zuerst den Bund in der Pflicht sieht.

Hintergrund:

Niedersachsen hat rund 480.000 Hektar kohlenstoffreiche Böden mit Bedeutung für den Klimaschutz (nach dem Weltklimarat IPCC), das entspricht mehr als 10 Prozent der Landesfläche. Dazu gehören rund 201.000 Hektar Hochmoore, das sind mehr als 70 Prozent aller Hochmoorböden in Deutschland.

Das Thünen-Institut hat für 2019 für Niedersachsen Treibhausgasemissionen in Höhe von 17,9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten (CO2 und N2O) errechnet. Hinzu kommen zusätzlich 2,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr aus dem Torfabbau. Dies entspricht fast 40 Prozent der Gesamtemissionen aus kohlenstoffreichen Böden in Deutschland.

Das ML fördert beispielsweise über Stadt.Land.Zukunft mit fast 1,4 Mio. Euro ein Projekt zu systemischen Untersuchungen in Moorregionen, um die sozioökonomischen Auswirkungen des Transformationsprozesses in Beispielregionen zu ermitteln und dann langfristige Bewirtschaftungs- und Klimaschutzkonzepte zu entwickeln, die passgenau für die Region sind.

Artikel-Informationen

erstellt am:
14.07.2022

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