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Masterplan „Klimaschutz Landwirtschaft und Ernährung“

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast zum Klimakabinett


Hannover. Heute (20. September 2019) stellte das Klimakabinett in Berlin seine Maßnahmen zum Klimaschutz vor. Dazu gehörte auch die Weichenstellung für die Land- und Forstwirtschaft.
Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast kommentiert die Ergebnisse:


Ich begrüße die Ideen des Klimakabinetts. Wir alle wollen den Klimaschutz verbessern. Niedersachsens Landwirtschaft wird ihren Beitrag leisten. Wir sind in meinem Haus dabei, einen Masterplan „Klimaschutz Landwirtschaft und Ernährung“ zu erstellen. Darin legen wir konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz fest.


1.Tierhaltung und Pflanzenproduktion entwickeln sich klimagerecht.

Aktuell arbeiten wir bereits an unserer Niedersächsischen Ackerbaustrategie, die auch Klimafragen in den Blick nimmt. Hierbei gehen wir zum Beispiel folgenden Fragen nach: Wie stärken wir den Humusaufbau und damit die Fruchtbarkeit des Bodens sowie seine Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern? Wie können wir effizienter und damit klimaschonender düngen?

Bei der Tierhaltung wird es unter anderem um den Umfang der Bestände bei gleichzeitiger Sicherung der Wertschöpfung für die landwirtschaftlichen Betriebe gehen.

2. Es muss mehr Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen eingesetzt werden.

Bei einer Vergärung von 50 Prozent der anfallenden Wirtschaftsdünger sparen wir bis zu 1,57 Mio. t CO2-Äquivalente pro Jahr – und erzeugen grünen Strom. Derzeit liegen wir erst bei 17,5 Prozent der Wirtschaftsdünger, die in Biogasanlagen gehen. Ich unterstütze daher weitere Investitionen in Lagerraum für Wirtschaftsdünger und Gärreste.

3. Wir brauchen eine klimaschonendere Bewirtschaftung der niedersächsischen Moorgebiete.

Unsere erfolgreichen Projekte – wie im Gnarrenburger Moor – sollen dauerhaft etabliert und um die notwendige gebietsbezogene wasserwirtschaftliche Infrastruktur sowie Versuche zur Unterflurbewässerung erweitert werden. Die kohlenstoffreichen Böden und das Klima sollen profitieren, gleichzeitig aber die Landwirte weiter wirtschaften können.

4. Ernährung und Klimaschutz gehören zusammen.

Wir sagen Ja zum Klima- und Ressourcenschutz, und Nein zur Lebensmittelverschwendung. Klimaschonende Wertschöpfungsketten sind ebenso notwendig wie ein klares Bekenntnis der Lebensmittelwirtschaft zum Klimaschutz. Die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen wir in die Lage versetzen, klimabewusste Entscheidungen im Rahmen ihrer Ernährung treffen zu können.


Hintergrund:

Nach dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung sollen die Emissionen der Landwirtschaft bis 2030 um elf bis 14 Mio. CO2-Äquivalente pro Jahr gegenüber 2014 reduziert werden.

Rund 26 Mio. t CO2-Äquivalente resultieren aus der niedersächsischen Landwirtschaft, dies entspricht etwa 26 Prozent der Treibhausgasemissionen in Niedersachsen. Rund 14 Mio. t CO2-Äquivalente entstehen direkt bei der landwirtschaftlichen Erzeugung. Dies sind im Wesentlichen Lachgasemissionen aus dem Boden, Methanemissionen aus Verdauungsprozessen von Wiederkäuern sowie Methan- und Lachgasemissionen aus dem Wirtschaftsdüngermanagement.

Artikel-Informationen

24.09.2019

Ansprechpartner/in:
Pressestelle

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

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