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Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Oberbürgermeister Klaus Mohrs pflanzen gemeinsam eine Elsbeere im Stadtforst Wolfsburg

Wolfsburg. Niedersachsens Forstministerin Barbara Otte-Kinast hat heute (22.4.) eine Elsbeere im Stadtforst Wolfsburg gepflanzt. Die gemeinsame Aktion mit dem Wolfsburger Oberbürgermeister Klaus Mohrs hat nicht nur hohen Symbolwert: Das Land fördert die Wiederaufforstung der Kommunalwälder mit 90 Prozent der Kulturkosten. Forstministerin Barbara Otte-Kinast erklärte: „Wiederaufforstung und Waldumbau gehören für uns Niedersachsen derzeit zu den größten Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Deshalb fördert das Land die Wiederbewaldung der Kalamitätsflächen – auch die im kommunalen Eigentum – in großem Umfang.“ Zusammen mit Mitteln des Bundes stehen für die forstliche Förderung im Jahr 2021 rund 32,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Situation des Niedersächsischen Waldes ist dramatisch. Nicht nur die Fichten des Harzes, sondern auch die Buchen zeigen, dass Hitze und Trockenheit ihnen zusetzen. Landesweit belaufen sich seit Herbst 2017 die Schäden auf rund 45.000 Hektar Wald und 18 Millionen Festmeter Schadholz. Die komplette Wiederaufforstung der Flächen wird rund 300 Millionen Euro kosten.

Der Wolfsburger Wald, am östlichen Rand Niedersachsens gelegen und klimatisch daher stark von Trockenheit und Hitze geprägt, hat gelitten. Oberbürgermeister Klaus Mohrs erfüllt das mit Sorge: „Der Wolfsburger Wald liegt mir sehr am Herzen. Er ist die grüne Lunge Wolfsburgs und ein wichtiger Erholungsraum. Das hat sich gerade in Coronazeiten für die hier lebenden Menschen als Glücksfall erwiesen. Die hohe Lebensqualität unserer Stadt hängt zu einem guten Teil an diesem schönen Wald – der zudem auch noch ein ökologisches Juwel ist. Deshalb ist es mir wichtig, dass abgestorbene Waldflächen möglichst zügig, sorgsam und vor allem zukunftsfähig wiederbepflanzt werden.“

Der Wolfsburger Wald wird zu erheblichen Teilen von meist alten Eichenbeständen geprägt. Geschichtlich interessant ist dabei auch, dass das Land Niedersachsen große Teile dieser Wälder in den 1950er Jahren der Stadt als städtischen Entwicklungsraum geschenkt hat. Der Oberbürgermeister ergänzt: „Das haben wir nicht vergessen – und dass sich bis heute Forstleute der Niedersächsischen Landesforsten fachkundig um die mittlerweile 1.000 Hektar Stadtwald kümmern, hat hier seine historischen Wurzeln.“

Stadtförster Dirk Schäfer erläutert die Situation des Wolfsburger Waldes: „Die Eichenbestände sehen noch vergleichsweise gut aus. Bis auf wenige größere Flächen sind aber alle Fichtenbestände verloren gegangen. Und auch viele Rotbuchen sterben ab. Seit dem Herbst haben wir insgesamt sieben Kulturflächen – zusammen fast acht Hektar Fläche – mit insgesamt rund 25.000 Pflanzen bepflanzt. Vordringlich wurden Eichen, aber auch Baumarten wie Elsbeere und Esskastanie gepflanzt. Diese Baumarten sind aus natürlicher Verjüngung leider nicht zu bekommen und müssen daher angepflanzt werden. Wir achten dabei auf eine gute Mischung. So kommt der neue Wald hoffentlich zukünftig auch mit höheren Temperaturen und ausgeprägter Trockenheit zurecht. Und wir sind dankbar für die finanzielle Unterstützung. Ohne diese Mittel wäre der Pflanzumfang nicht zu leisten gewesen.“

Über die finanzielle Förderung hinaus muss die Arbeit im Wald aber ebenso wie die Abwicklung von Förderanträgen bewältigt werden. Ministerin Barbara Otte-Kinast ergänzt: „Ich danke den engagierten Forstleuten – vom Forstwirt mit dem Pflanzspaten über die Försterinnen und Förster und die Beschäftigten in der Antragsbearbeitung bis zu den Forstwissenschaftlern an der Forstlichen Versuchsanstalt – die sich dieser großen Aufgabe stellen.“ Die Pflanzaktion sei ein starkes Zeichen der Solidarität des Landes mit den Waldbesitzenden – auch den Kommunen. Denn die geschilderte Herausforderung werde noch viele Jahre andauern. Und sie sei nur zu meistern, wenn sie gesamtgesellschaftlich getragen werde.

Die gepflanzte Elsbeere steht übrigens für die Klimaanpassung. Es ist ein seltenes Wildobst, das bisher vor allem in südlicheren Gebieten auf trocken-warmen Standorten vorkommt, mehr und mehr aber auch im Norden Einzug hält. Elsbeeren sind recht trockenheitstolerant und wachsen zudem gut in Mischung mit der Eiche. Der wirtschaftlich und ökologisch wertvolle Baum wird von Möbeltischlern sehr geschätzt. Seine Blüten und Früchte nähren viele Insekten und Vögel des Waldes.

Artikel-Informationen

erstellt am:
22.04.2021

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