Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Regierungsprogramm LÖWE

13-Punkte Programm garantiert langfristige ökologische Waldentwicklung und multifiunktionale Waldbewirtschaftung der niedersächisischen Landesforsten


Laubholz im Landeswald  
Die Entwicklung des Landeswaldes zu strukturreichen Laub- und Mischwäldern ist ein wichtiges Ziel des LÖWE-Programms.

Multifunktionale Waldbewirtschaftung mit Regierungsauftrag

Das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung verpflichtet die Niedersächsischen Landesforsten, den Landeswald " zum Wohl der Allgemeinheit, insbesondere unter Beachtung des Nachhaltigkeitsgrundsatzes, zu bewirtschaften." Die Niedersächsischen Landesforsten haben

  • einen angemessenen Baumbestand zu erhalten, den Wald naturnah zu bewirtschaften und die Erzeugnisse des Waldes wirtschaftlich zu verwerten,
  • die Schutzfunktion und die Erholungsfunktion des Landeswaldes zu fördern,
  • die Öffentlichkeit über die vielfältigen Wirkungen des Waldes durch Bildungs- und Erziehungsarbeit zu unterrichten.

Auf der Grundlage des Regierungsprogramms LÖWE (Langfristige ökologische Waldentwicklung für die Niedersächsischen Landesforsten) von 1991 werden die Landesforsten langsam fortschreitend in strukturreiche Laubmischwälder umgewandelt. Gegenwärtig wachsen Laubbäume auf 41% der Waldfläche. Ihr Anteil soll kontinuierlich auf zwei Drittel erhöht werden. Mischwälder sollen künftig auf 90% der Fläche der Landesforsten wachsen.

Die Erfolge sind messbar: der Landeswald entwickelt sich zu struktureichen Laub- und Mischwäldern

Seit Einführung des LÖWE-Programms stieg der Mischwaldanteil im Landeswald von 45 % auf 68 %. Vier von fünf Bäumen, die heute in den Landesforsten gepflanzt werden, sind Laubbäume. Ein zentrales Ziel von LÖWE ist der kontinuierliche Aufbau von Mischwäldern. Die großen Reinbestände aus Kiefer, Fichte aber auch Buche werden sich in den nächsten Jahrzehnten auf den entsprechenden Standorten zu Mischwäldern verwandeln. Es entstehen zurzeit Wälder mit einer größtmöglichen Artenvielfalt. Orientiert an den jeweiligen ökologischen Verhältnissen genießt der Laubmischwald Vorrang.

Das Waldgefüge wird am besten durch die behutsame Umformung der vorhandenen Waldbestockung verbessert. Die weitgehende Vermeidung kahlschlagartiger Nutzung der erntereifen Bäume sichert dauerwaldartige Waldstrukturen und Stoffflüsse. In den letzten Jahren ist entsprechend diesem LÖWE-Grundsatz die Freiflächenverjüngung nach Kahlschlag, Sturmwurf oder Waldbrand von fast 80 % auf unter 5 % zurückgegangen.

Gesundes Waldgefüge mit Bäumen unterschiedlicher Arten und Altersklassen

Die horizontale und vertikale Struktur des Landeswaldes wird bereits weit vor der Hiebsreife der Bestände, durch Herauspflegen besonderer Strukturelemente in allen Altersphasen und Voranbauten unter dem Altbestandsschirm, entwickelt.

Holzernte  
Wertholzernte ist das Ergebnis jahrzehntelanger konsequenter Waldpflege.

Harmonischer Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie

Der Wald soll alt werden und soweit wie möglich einzelstamm- oder gruppenweise zum Zeitpunkt der Hiebsreife genutzt werden (Zielstärkennutzung). Eine einzelstamm- bis gruppenweise Nutzung reifer und alter Bäume unter weitgehendem Verzicht auf Kahlflächen ist eine wesentliche Eingangsvoraussetzung für den Aufbau günstiger Waldstrukturen und die Ausnutzung von Naturverjüngungsmöglichkeiten.

Mit der Zielstärke erreicht der Einzelbaum ökonomisch gesehen den Kulminationspunkt seines Holzwertes unter der Beachtung möglicher Holzentwertung, der Wuchsleistung sowie notwendiger Verjüngungs-, Pflege- und Naturschutzmaßnahmen. Sie kann nach örtlichen und zeitlichen Umständen variabel sein. Im Landeswald werden die hiebsreifen Bäume nach dem Erreichen der Zielstärke individuell und nur noch in Ausnahmefällen flächig genutzt.

Trotz der Holzentnahme wächst im Landeswald mehr Holz zu, als genutzt wird. Der derzeitige Holzvorrat liegt nach aktueller Forsteinrichtung bei 257 Kubikmetern Holz je Hektar und wird weiter anwachsen, die Bundeswaldinventur geht heute sogar schon von 274 m3 je Hektar aus. Dies ist für das Waldökosystem und die Umwelt vorteilhaft, denn vorratsreiche Wälder binden mehr CO2.

Naturschutz wird groß geschrieben

Die Niedersächsischen Landesforsten haben auf 30 % der Landeswaldfläche ein umfassendes Konzept von Waldschutzgebieten und Sonderbiotopen zusammen mit der Naturschutzverwaltung erarbeitet und umgesetzt.

Des Weiteren wurden auf einer Fläche von über 80 000 ha Natura-2000-Gebietsflächen ausgewiesen. Dies entspricht ca. 25 % der Landeswaldfläche.

Aktuell sind auf über 30 000 ha Naturschutzgebiete ausgewiesen, die in großen Teilen in Natura-2000-Gebieten liegen.

Habitatbäume werden nicht genutzt, sondern ihrem natürlichen Zerfall überlassen. Sie dienen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen in der Alterungs- und Zerfallsphase des Waldes (Baumhöhlenbewohner, Insekten, Pilze, Moose, Flechten). Für den Landeswald ist ein zusammenhängendes Netz von Habitatbäumen und Totholz zu entwickeln.

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