Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Die Niedersächsische Forstmedaille

Eine Würdigung für besondere Verdienste um den niedersächsischen Wald


Minister Christian Meyer
Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Liebe Leserin, lieber Leser,

wussten Sie, dass der heute häufig zitierte Begriff »Nachhaltigkeit« bereits über 300 Jahre alt ist und in der deutschen Forstwirtschaft seinen Ursprung hat? Heute ist nachhaltiges Denken und Handeln zur weltweiten Leitlinie für den verantwortungsvollen Umgang mit unseren wertvollen Naturgütern und für die umfassende Vorsorge für uns und kommende Generationen geworden. Darum ist Nachhaltigkeit im Wald mehr denn je das oberste Gebot.

Der Wald bedeckt etwa ein Viertel unseres Bundeslandes Niedersachsen. Er ist ein einzigartiger Natur- und Lebensraum für Tiere und Pflanzen und ein Ort der Erholung für uns Menschen. Als Wirtschaftsraum sichert er Arbeitsplätze im ländlichen Raum und liefert uns den nachwachsenden Rohstoff Holz. Der Wald speichert Kohlenstoff in riesigen Mengen und leistet so einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz.

Mit der Niedersächsischen Forstmedaille wollen wir Menschen ehren, die sich um unseren Wald besonders verdient gemacht haben. Als Pate nachhaltigen Wirtschaftens steht Johann Georg von Langen, ein universaler Geist, der bereits in der Barockzeit im europäischen Rahmen wirkte und Umwelt wie Wirtschaft zu Beginn der industriellen Revolution ungemein vielseitige Impulse gab. Mit den damaligen Menschen verbinden uns Fragen der dauerhaften Verfügbarkeit von Energie, Brenn- und Rohstoffen und einer intakten Umwelt.
Von Langen war ein Pionier, der im 18. Jahrhundert die geregelte Forstwirtschaft begründete. Damit legte er einen Grundstein für unseren heutigen Wohlstand und für eine verantwortungsvolle Wirtschaftsweise, die die Bedürfnisse unserer wie auch kommender Generationen im Blick hat.

Liebe Leserin, lieber Leser, ich ermuntere Sie ausdrücklich zu eigenen Anregungen für mögliche Empfänger der Niedersächsischen Forstmedaille und freue mich auf Ihre Vorschläge.

Ihr Christian Meyer

Niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


 

Motiv der Rückseite: Porträt Johann Georg von Langen (1699 - 1776)
Johann Georg von Langen war ein universeller europäischer Geist und Vater der regelmäßigen Forstwirtschaft.
Porträt nach einem Halbrelief von Walter Nitzsche, Werksmodelleur der Porzellanmanufaktur Fürstenberg (1963), dieses nach einer von Johann Simon Feilner (1726 - 1798) entworfenen Porzallanbüste. Mit freundlicher Genehmigung der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG GmbH, 37699 Fürstenberg/Weser

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) nimmt Ihre Vorschläge zur Verleihung der Forstmedaille für Verdienste um den niedersächsischen Wald noch bis 15. Juli entgegen.

Auslobungsbedingungen:
Die Medaille wird auf Vorschlag und nach Entscheidung einer Jury vergeben. Ein Anspruch auf Verleihung der Medaille an einen bestimmten Empfänger oder in einem bestimmten Jahr besteht nicht.

2016 ist die Forstmedaille mit insgesamt 3.000 € dotiert.

Geehrt werden Aktivitäten, die sich der Förderung der vielseitigen und nachhaltigen Waldfunktionen zum Wohle von Umwelt, Wirtschaft und Mensch verpflichtet fühlen und

die ehrenamtlich geleistet werden oder
die Vorbild- und Modellcharakter besitzen und innovativ sind oder
die von überdurchschnittlichem Engagement geprägt sind.
Vorgeschlagen werden können insbesondere Einzelpersonen, Waldbesitzer, forstwirtschaftliche Vereine, Nicht-Regierungs-Organisationen, pädagogische Einrichtungen (Kindergärten, Schulen), Stiftungen, Kommunen oder Einrichtungen aus Forschung und Lehre.

Vorschläge für mögliche Preisträger nimmt das Fachreferat 405 des Ministeriums entgegen. Nicht berücksichtigte Vorschläge werden der Jury im nächsten Jahr erneut vorgelegt.

Eine Jury trifft die Auswahl. Ihr gehören unter Vorsitz von Staatssekretär Horst Schörshusen an:

Frau Miriam Kleinschmit, Geschäftsführerin Waldbesitzerverband Niedersachsen e. V.
Herr Reinhard Benhöfer, Fachreferent für Umweltschutz am Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth Landeskirche Hannovers
Herr Dr. Reinhard Löhmer, stellvertretender Vorsitzender des BUND Landesverband Niedersachsen e. V.
Herr Dr. Philipp Schomaker, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Niedersachsen e. V.
Herr Klaus Jänich, Vizepräsident und Abteilungsleiter Produktion und Markt der Anstalt Niedersächsische Landesforsten
Herr Prof. Dr. Hermann Spellmann, Direktor der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt


Bitte reichen Sie Ihren Vorschlag mit Begründung bis zum 15. Juli schriftlich oder elektronisch ein:

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Referat 405
Calenberger Straße 2
30169 Hannover





Preisträger Gudehus und Radoy mit Forstminister Meyer  

Bild links:
Forstmedaille 2016: Andrea Radoy (Arbeitsgemeinschaft "Mehr Grün für Stuhr") und Hans-Heinrich Gudehus, Hambühren mit Forstminister Meyer


Während einer Feierstunde in Hannover am 5. Dezember ehrte Minister Meyer die beiden Ehrenamtlichen für Ihr außergewöhnliches Engagement für Landschaftspflege und Forstwirtschaft. "Unsere beiden Preisträger haben Generationen übergreifende Projekte geschaffen. Damit haben sie gezeigt, dass gelebte Nachhaltigkeit viel Gutes für Wald und Umwelt bewirken kann", sagte Minister Meyer. Eine nachhaltige und langfristige Bewirtschaftung des Waldes basiert auf einer verantwortungsvollen Nutzung der Waldbestände. Sie zu schützen und zu pflegen, gelinge nur über mehrere Generationen hinweg.

Andrea Radoy und die AG "Mehr Grün für Stuhr" machen vor, wie das gehen kann: In der waldarmen Region vor den Toren Bremens haben die Mitglieder der AG "Mehr Grün für Stuhr" gemeinsam mit Eltern und Angehörigen für jedes Neugeborene der Gemeinde einen "Baum fürs Leben" gepflanzt. So sind mittlerweile 36 Babywälder in und um Stuhr entstanden. Die ältesten sind 34 Jahre alt und werden von den Gemeindemitgliedern bereits in der zweiten Generation liebevoll gehegt und gepflegt. An jedem Babypflanztag im November nehmen an die tausend Personen teil. In diesem Jahr ist im Ortsteil Heiligenrode unter Leitung von Andrea Radoy und ihrer AG ein neuer Babywald entstanden - aus standortgerechten Eichen und Hainbuchen.

Bereits in der 16. Generation bewirtschaftet Hans-Heinrich Gudehus seinen bäuerlich-familiären Land- und Forstbetrieb in der Südheide. Mit einem Waldanteil von 45 Prozent liegt der Landkreis Celle über dem Landesdurchschnitt. Die anspruchslose Kiefer beherrscht dort auf den armen Sandstandorten den kleinen und mittleren Privatwald, dessen durchschnittliche Betriebsgröße lediglich zwölf Hektar beträgt. Die strukturellen Nachteile lassen sich durch freiwillige Kooperation der privaten Waldbesitzer in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen überwinden. Als Vorsitzender hat Gudehus die Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land über viele Jahre geprägt. Sie ist bundesweit eine der größten: Mit einer schlagkräftigen Dienstorganisation für 2.400 Waldbesitzer und 50.000 Hektar Waldfläche.


2016
Andrea Radoy, Arbeitsgemeinschaft "Mehr Grün für Stuhr" (Babywälder)
Hans-Heinrich Gudehus (Stärkung der Forstwirtschaft im Privatwald)

2015
Gert Habermann, Einbeck (Naturschutz und Umweltbildung)
Henning Städtler, Einbeck (Naturschutz und Umweltbildung)

2014

Kommunale Anstalt öffentlichen Rechts "Stadtentwicklung Emden" (Neuanlage des Stadtwaldes Emden)
Förderverein „Waldforum Riddagshausen e. V." (Waldpädagogik und Umweltbildung)
Gabriele Darley (Waldkindergarten Schöppenstedt e. V.)

2013
Gesellschaft der Freunde des Hasbruch (Landeskultur, Naturschutz und Erholung)
Kindererlebniswald Hildesheim (Waldpädagogik und Umweltbildung)
Adolf Wilshusen, Oerel (Ökosystemverträgliche Wildbewirtschaftung)

2012

Hans-Jürgen Jürgens und Wolfgang Schönfeld, Nordseeinsel Wangerooge (Landschaftspflege und Erholung)
Volker Tiemeyer und „Stiftung für Ornithologie und Naturschutz", Melle (Naturschutz)
Dr. Gustav Lange, Müden (Stärkung der Forstwirtschaft im Privatwald)

2011
Günter Schulze, Bremen (Waldpädagogik und Umweltbildung)
Realverband „Heger Laischaft", Osnabrück (Waldbewirtschaftung und gesellschaftliches Engagement)
Siegfried Bünger-Lang, Alfeld (Stärkung der Forstwirtschaft im Privatwald)

Johann Georg von Langen (1699-1776) Ölgemälde  

Johann Georg von Langen (1699-1776), Ölgemälde eines unbekannten Künstlers um 1750, Reproduktion im Museum der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, Original im Herzog-Anton-Ulrich-Museum

Johann Georg von Langen (1699-1776)

Leben und Werk in einer Ausstellung
Mit freundlicher Genehmigung des Kultur- und Heimatvereins Oberstadt e. V.
Nachdruck verboten, alle Rechte beim Kultur- und Heimatverein Oberstadt e. V.
Besonderer Dank gilt Herrn Herrmann Hebbel, der Familie Ramona und Herrn Silvio Schüler für ihre umfangreichen Arbeiten beim Zusammenstellen der Informationen.

 Leben und Werk in einer Ausstellung
(PDF, 1,17 MB)

Kampagnenlogo 300 Jahre Nachhaltigkeit  
Titelbild des Flyers

Flyer Johann Georg von Langen

Motiv Hände mit Eichenbäumchen  

Motiv der Münz-Vorderseite: Junge Eichenpflanze in schützendem Händepaar

Motiv Johann Georg von Langen (1699 - 1776)  

Motiv der Münz-Rückseite: Portrait Johann Georg von Langen (1699 - 1776)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Herr Rainer Boldhaus

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
Calenberger Straße 2
30169 Hannover

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln