Die Landwirtschaft trägt bei der Erzeugung von Lebensmitteln sowie der Nutzung und Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen große Verantwortung.
Über 50 % der niedersächsischen Landesfläche, das sind knapp 2,7 Mio. Hektar, werden von rd. 60.000 Betrieben landwirtschaftlich genutzt. Ein Landwirt ernährt heute rd. 120 Menschen, 1950 waren es gerade einmal 10! Ursache hierfür sind Zuchtfortschritte in der Pflanzen- und Tierproduktion sowie eine Steigerung der Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft von jährlich über 6 %. Kaum ein anderer Sektor hat in den vergangenen 50 Jahren eine solche Entwicklung vollzogen. Profitiert haben davon vor allem die Verbraucher und Verbraucherinnen, deren Ausgaben für Nahrungsmittel heute nur noch durchschnittlich 11 % des Einkommens betragen.
Die Landwirtschaft erzeugt in erster Linie Lebensmittel oder Produkte, die zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Die Verantwortung für die Qualität und Sicherheit dieser Produkte, trägt nicht allein die Landwirtschaft. Auch die zuliefernde Futtermittelwirtschaft, das weiterverarbeitende Ernährungsgewerbe, der Lebensmitteleinzelhandel und der Staat stehen in der Pflicht der Konsumenten. Stufenübergreifende Qualitätssicherungssysteme sind deshalb das Gebot der Stunde. Im Rahmen dieser Systeme verpflichten sich alle Partner der gesamten Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungskette zur strikten Dokumentation und Einhaltung festgelegter Produktions- und Qualitätskriterien. Durch umfangreiche Eigenkontrollen und unabhängige staatliche Kontrollen werden die Systeme überwacht und sorgen so für mehr Transparenz und Sicherheit im Prozess der Lebensmittelentstehung. Einprägsame Qualitätssiegel sollen den Verbraucherrinnen und Verbrauchern schließlich eine bewusste Auswahl an der Ladentheke erleichtern.
Heute muss jeder Landwirt, der Tiere hält, ein Stallbuch führen, in dem alle tierärztlichen Behandlungen genau eingetragen werden. Bewirtschaftet er Ackerflächen, ist das Führen einer Ackerschlagkartei die Regel. Hier werden alle Arbeiten auf dem Feld genau dokumentiert und der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln festgehalten. Diese Daten werden von den Landwirtschaftsbehörden kontrolliert und mit den gesetzlichen Vorgaben abgeglichen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die landwirtschaftliche Erzeugung ohne unnötige Belastung der Umwelt und gemäß den Erfordernissen des Verbraucherschutzes erfolgt.
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