Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Otte-Kinast: Wir müssen die Afrikanische Schweinepest verhindern

Arbeitsgruppe zur ASP-Prävention mit der Landesjägerschaft eingerichtet – Experten warnen davor, aus Osteuropa mitgebrachte Lebensmittelreste wegzuwerfen


 
Die Afrikanische Schweinepest kann durch Wildschweine übertragen werden

HANNOVER. Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen hätte für Niedersachsen weitreichende Folgen, insbesondere in Gegenden mit hoher Nutztierdichte. „Es droht die Gefahr, dass die Afrikanische Schweinepest bald auch Niedersachsen erreicht. Wir müssen daher alles tun, um einen Ausbruch zu verhindern und die Nutztierbestände vor der ASP zu schützen", sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Experten aus dem Agrarministerium sowie der Landesjägerschaft Niedersachsen sind nun erstmalig zu einer Arbeitsgruppe zusammengekommen, um die Möglichkeiten der Prävention und Eindämmung der Tierseuche zu erörtern und die Jägerschaft hierbei verstärkt einzubinden.

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich seit Ende 2012 sowohl bei Hausschweinen als auch bei Wildschweinen in der russischen Föderation, den baltischen Staaten sowie Polen aus. Seit Juni 2017 tritt auch in Tschechien ein isoliertes Seuchengeschehen bei Wildschweinen auf. Die ASP ist dort offenbar durch weggeworfene Lebensmittelreste ausgebrochen. „Ein vergleichbares Geschehen ist auch in Niedersachsen möglich", so Ministerin Otte-Kinast. Es wird daher dringend davor gewarnt, mitgebrachte Lebensmittelreste aus den baltischen oder osteuropäischen Ländern in der Umwelt zu entsorgen. Für den Menschen und andere Haustierarten gilt das Virus als ungefährlich.

Aus Sicht der Tierseuchenbekämpfung ist vor allem die Intensivierung der seit Anfang 2016 laufenden gezielten Fallwildsuche mit Laboruntersuchung von zentraler Bedeutung, um frühzeitig einen Eintrag des Virus in die Wildschweinpopulation zu erkennen. Aufgrund der bekannten Eintragswege muss das Monitoring entlang der Haupt-Fernverkehrsstraßen verstärkt werden. Von Seiten des Landes Niedersachsen sind bereits alle Vorkehrungen getroffen worden, um hier kurzfristig auch größere Probenzahlen untersuchen zu können. Das Ministerium prüft derzeit zusätzlich, ob den Jägern für den mit diesem passiven Monitoring verbundenen Aufwand eine Entschädigung gezahlt werden kann.

Regional gibt es in Niedersachsen Wildschweinpopulationen mit sehr hoher Dichte. Diese müssen mit Blick auf die ASP als Risikofaktor angesehen werden, waren sich die Experten einig. Die Bestände sollten daher nicht noch weiter ansteigen, die Bejagung muss verstärkt werden. In diesem Zusammenhang werden derzeit die Möglichkeit von Erleichterungen für revierübergreifende Jagden sowie der zukünftige Einsatz von Saufängen, also Lebendfallen für Wildschweine, geprüft.

Sollte das ASP-Virus in niedersächsischen Schwarzwildpopulationen trotz aller Vorkehrungen ausbrechen, käme der Jägerschaft in Zusammenarbeit mit der amtlichen Veterinärverwaltung eine zentrale Rolle bei den dann erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen zu. Deshalb sollen weitere praxisnahe Seuchenübungen angesetzt werden, um die Zusammenarbeit von Jägerschaft, unteren Jagdbehörden und Veterinärbehörden flächendeckend für den Ernstfall sicherzustellen. Die Teilnehmer des Fachgespräches waren sich darüber hinaus einig, dass für jagdliche Bekämpfungsmaßnahmen im Ausbruchsfall erhebliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Der voraussichtliche Bedarf wird aktuell durch das Landwirtschaftsministerium ermittelt.

Weitere Informationen sind hier zu finden: www.tierseucheninfo.niedersachsen.de


Artikel-Informationen

13.12.2017

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln