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Niedersächsischer Dorfwettbewerb entschieden

Backemoor, Bötersen und Räbke für Bundeswettbewerb nominiert


Hannover. Die Würfel sind gefallen: Die Landesbewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft" hat drei Dörfer für die Teilnahme am Bundeswettbewerb 2019 nominiert. Ausgewählt wurden Backemoor (Landkreis Leer), Bötersen (Landkreis Rotenburg (Wümme)) und Räbke (Landkreis Helmstedt).

Die Jury hat unter Leitung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) in sechs Tagen 18 Dörfer in Niedersachsen bereist und bewertet. Diese Teilnehmer waren zuvor über Kreis- und Regionalwettbewerbe ausgewählt worden. Insgesamt hatten sich 178 Dörfer beteiligt. Die Abschlussveranstaltung zum 26. Landeswettbewerb ist für den 5.11.2018 geplant.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast gratuliert den Siegern und wünscht ihnen viel Erfolg für den Bundesentscheid im Sommer 2019: „Als aktive Dorfgemeinschaft haben Sie Bemerkenswertes für ihre Region geleistet. Alle vorgestellten Projekte und Initiativen zeigen, dass es gelingt, Dörfer durch bürgerschaftliches Engagement und ehrenamtliche Arbeit attraktiver und zukunftsfähiger zu machen. Die Zukunft der ländlichen Regionen hängt ganz wesentlich von Menschen ab, die sich dafür einsetzen, dass ihre Dörfer lebenswert und lebendig sind!“

In allen 18 Dörfern sind die Projekte das Ergebnis einer breiten, Generation übergreifenden Bürgerbeteiligung und der Einbindung zahlreicher Vereine und Verbände. Die Bewertung und der Vergleich der Dörfer stellten die Landesbewertungskommission vor eine besondere Herausforderung. Die Entscheidung über die Auswahl der drei zu nominierenden Dörfer wurde lange diskutiert, da sich im Ergebnis viele Dörfer mit dem Geleisteten insgesamt oder mit herausragenden Ideen im Einzelnen für den Bundeswettbewerb empfohlen haben.

Ministerin Otte-Kinast abschließend: „Allen Dorfgemeinschaften, die am Wettbewerb teilgenommen haben, gilt mein Dank. Ein herzliches Dankeschön möchte ich auch an die Landkreise, die Ämter für regionale Landesentwicklung und an den niedersächsischen Städte- und Gemeindebund richten. Eines hat dieser Wettbewerb gezeigt: „Unsere Dörfer in Niedersachsen haben Zukunft!“


Nachfolgend finden Sie die Ergebnisse des Wettbewerbs im Einzelnen.


Als Teilnehmer am Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ werden nominiert:

Backemoor, Landkreis Leer
Besondere Anerkennung für

  • die behutsame Eigenentwicklung und Einpassung der neuen Wohngebiete in die dörfliche Umgebung
  • die besonderen Anstrengungen zum Schutz und zur Pflege der Wallhecken
  • die offensive Beteiligung an der informellen Gemeindeentwicklungsplanung
  • das ausgeprägte Verständnis für die Natur sowie die Garten- und Baukultur
  • die lebendige Musikkultur

Bötersen, Landkreis Rotenburg (Wümme)
Besondere Anerkennung für

  • die gelebte Demokratie und politische Teilhabe
  • den gelungenen Prozess zur Entwicklung des Leitbildes
  • die überzeugende, konstruktive und strukturierte Koordinierung des bürgerschaftliche Engagements
  • die Aktivitäten der Initiative „Dörfliches Grün“

Räbke, Landkreis Helmstedt
Besondere Anerkennung für

  • den bewussten, von den Bürgern getragenen Umgang mit dem öffentlichen Grün
  • die zeitnahe Nachnutzung der Ortsmitte und den Ansatz des generationenübergreifenden Wohnens im Räbker Schunterquartier
  • die in der Bürgerschaft stattfindende Auseinandersetzung mit der Baukultur und der Innentwicklung

In den weiteren Teilnehmerdörfern werden darüber hinaus zahlreiche konkrete Projekte, Initiativen und Ansätze, die die Kommission für besonders anerkennenswert hält, gewürdigt. Diese Dörfer erhalten eine Urkunde, in der die anzuerkennenden Leistungen namentlich benannt werden.


Im Ergebnis werden folgende Anerkennungen ausgesprochen:

Dorf
(in alphabetischer Nennung)
Landkreis Das Dorf erhält eine besondere Anerkennung für
Altenoythe Cloppenburg
  • den Ansatz der Siedlungsentwicklung unter Freihaltung „grüner Bänder“ im Dorfinnenbereich
  • die gelebte Inklusion als Selbstverständlichkeit
Brochdorf Heidekreis
  • die Bildung der Nahwärmegenossenschaft
  • die überörtliche Hilfsbereitschaft
  • die erfolgreichen Initiativen im Bereich des ländlicher Tourismus und Urlaub auf dem Lande
  • die pflegliche und verantwortungsbewusste Entwicklung des Buchenwaldes
Dingstede Oldenburg
  • die gute Siedlungsentwicklung unter Ausnutzung der Möglichkeiten des § 34 BauGB und Wertschätzung der historisch überlieferten Baukultur
  • die mehr als herausragende, engagierte Arbeit der Jugendlichen im Dorf
  • die Reaktivierung des Dorfkrugs als Kulturzentrum
  • das gemeinschaftliche Engagement um den Erhalt und die Bewirtschaftung der Obstwiesen
Gehlenberg Cloppenburg
  • den von der Gemeinschaft getragen Prozess zur Entwicklung des Leitbildes und die ausgesprochen umfangreiche, ehrenamtliche Eigenleistung
  • die besonderen Bemühungen zur Migration mit z.B. dem Fest der Nationen
  • für die besondere Erinnerungskultur im Bereich des Friedhofs
  • die positiven Ansätze zur Entwicklung am Mühleberg
  • die Nutzung regenerative Energien insbesondere Repowering-Konzept
Großenwieden Hameln-Pyrmont
  • das Engagement um die ehrenamtliche Pflege der öffentlichen Grünbereiche im Ortsinnenbereich
  • den Erhalt der Landschaft in der Gemarkung
  • das Netzwerk für gegenseitige Hilfe
Halsbek Ammerland
  • das ausgeprägt zukunftsorientierte zum Teil überregionale Engagement der Vereine
  • den sensiblen Umgang der Gemeinde und der Bürgerschaft mit der regionalen Baukultur
  • die koordinierte und abgestimmte Planung, Steuerung und Umsetzung der Siedlungsentwicklung
Heiligenloh Diepholz
  • das bewusste Leben ihres Leitsatzes
  • die bewusste Unterstützung des örtlichen Nahversorgers
  • die öffentliche Wertschätzung der historischen Gebäude
Littel Oldenburg
  • den Erhalt der Raiffeisengenossenschaft als lokalen Versorger und der Gaststätte Dahm
  • das ausgeprägte Verantwortungsbewusstsein für das Dorf
  • die aktive Arbeit der Straßengemeinschaften
  • die konsequente Einhaltung selbstauferlegte Gestaltungsauflagen im privaten Baubereich
  • das Grün im Dorf
Lüder Uelzen
  • die aktive, strukturierte Zusammenarbeit der Unternehmer vor Ort
  • die Aktivitäten des „Kult-Ur-Dorf e.V.“ zur Neueinrichtung der Schule und die Kooperation mit der benachbarten Seniorentagespflegeeinrichtung
  • das hohe Engagement zur Entwicklung des Naturraums
Lünne Emsland
  • den herausragenden Dialogprozess zur Entwicklung des Leitbildes
  • die strukturierte Zusammenarbeit der örtlichen Vereine insbesondere durch die „Lünne-App“
  • die ehrenamtlichen Bemühungen zur Breitbandanbindung
Nöpke Region Hannover
  • die Einbindung der Handwerksbetriebe in das Dorfgeschehen
  • die gelebte Gleichstellung, das generationenübergreifendes Ehrenamt und die besondere Wertschätzung der Kinder
  • die besonderen Anstrengungen zur Bewahrung des historischen Ortsbildes
Schwei Wesermarsch
  • die Initiative und das ehrenamtliche Engagement der Bevölkerung beim Bau der Sporthalle
  • das bewusste Erkennen der Besonderheiten der Landschaft
  • die herausragende Wertschätzung der Kirche und deren Ausstattung
Sehlingen Verden
  • den bewussten Umgang mit den gewonnen Erkenntnissen aus der Dorfentwicklung
  • die von der Dorfgemeinschaft entwickelten Ideen zur Bewahrung der Bau- und Gartenkultur
  • die Entwicklung der Initiative „Kinderkleiderbörse“ zur Unterstützung von Projekten im Dorf
  • die konzeptionellen Strukturen zur Einbindung der Dorfgemeinschaft in die Entwicklung des Ortes
Warberg Helmstedt
  • den Ansatz der Siedlungsentwicklung im Dorfinnenbereich am Kindergarten
  • die Aktivitäten der Bürgerstiftung und der Fördervereine im Ort
Winnigstedt Wolfenbüttel
  • für das bürgerschaftliche Engagement zum Erhalt der Christuskirche und der Grundschule
  • den Ansatz der finanziellen Unterstützung kleinerer Projekte über örtliche Stiftungen
  • die gelungene Gestaltung des Außenbereiches des Kindergartens
Artikel-Informationen

31.08.2018

Ansprechpartner/in:
Pressestelle

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

http://www.ml.niedersachsen.de

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