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„Gemischte Aussichten für die niedersächsische Fischerei“

Fangquoten der Fischereisparten für 2020 vergeben – Minus bei Kabeljau und Seelachs, Plus bei Makrele und Scholle


Hannover/Brüssel. Für die in Cuxhaven beheimateten Fangschiffe der Großen Hochseefischerei, die vorrangig Schwarzen Heilbutt, Rotbarsch und Kabeljau in grönländischen und norwegischen Gewässern fangen, sind die Quoten für das Jahr 2020 als zufriedenstellend einzuschätzen. Der Hintergrund: Die Fischereiministerinnen und Fischereiminister haben sich auf der Tagung des EU-Fischereirats auf die Gesamtfangmengen (TACs) und Fangquoten für die Fischerei für das kommende Jahr 2020 geeinigt. Grundlage der Entscheidung sind die wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES). Dieser hatte insbesondere für Kabeljau in der Nordsee eine drastische Kürzung der Fangmenge empfohlen, um eine nachhaltige Bewirtschaftung des Bestandes sicherzustellen.

Dazu sagt Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: „Für die Große Hochseefischerei bieten die Fangquoten auch 2020 eine gute Grundlage, um weiter wirtschaftlich erfolgreich zu sein.“ Deutliche Herausforderungen ergeben sich im kommenden Jahr erneut für die Kleine Hochseefischerei: „Die Senkung der Fangquoten für Seelachs um 15 Prozent einhergehend mit den drastischen Quotenkürzungen bei Kabeljau, Seeteufel und Seehecht können durch leichte Quotenerhöhungen bei Scholle, Makrele und Schellfisch nur schwer kompensiert werden. Ein Quotenplus von 17 Prozent bei der Scholle hat voraussichtlich kaum wirtschaftliche Auswirkungen auf die niedersächsischen Betriebe, da bereits die geringere Quote des Vorjahres nicht vollständig ausgefischt wurde. Demgegenüber ist die deutliche Kürzung der Kabeljauquote um 50 Prozent schwierig für die Fischerei.“ Kabeljau fällt als Beifang in der Seelachsfischerei an, wodurch sich diese Quote aufgrund des im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik gegebenen Anlandegebotes nur eingeschränkt ausschöpfen lässt. Der Grund: Sobald die Quote für Kabeljau ausgeschöpft ist, kann auch kein Seelachs mehr gefischt werden.

Dem Ziel der EU-Mitgliedstaaten, alle Fischbestände nachhaltig zu befischen, nähere man sich auch 2020 weiter an. Durch die Erholung der meisten Bestände hätten sich auch die wirtschaftlichen Bedingungen der niedersächsischen Hochseefischerei weiter verbessert – auch wenn sie bei der Kleinen Hochseefischerei 2020 wiederum einen Dämpfer erfahren. Am Standort Cuxhaven hatte die Große Hochseefischerei ihre Flotte mit zwei neuen Fangschiffen erst kürzlich komplett erneuert. Auch die Kleine Hochseefischerei hat dort in den vergangenen zwei Jahren zwei neue Kutter in Fahrt genommen.

Wie geht es jetzt weiter?

Nachdem die EU-Minister am heutigen Mittwoch die Nordsee-Fangmengen der Mitgliedstaaten für 2020 festgelegt haben, steht am Freitag, 20. Dezember, die Verteilung der auf Deutschland entfallenden Fangquoten auf die einzelnen Fischereisparten durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Mittelpunkt. Nach der Aufteilung durch die BLE wird im nächsten Schritt die Quote der Kutterfischerei auf die Erzeugerorganisationen der Kutterfischerei verteilt, die sie wiederum unter ihren Mitgliedsbetrieben aufteilen. Diese Erzeugerorganisationen arbeiten länderübergreifend. So ist in Cuxhaven zum Beispiel die Erzeugergemeinschaft der Nord- und Ostseefischer ansässig.

Artikel-Informationen

erstellt am:
18.12.2019

Ansprechpartner/in:
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Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
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