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Natürliche Waldentwicklung - so vielseitig wie das Land

Niedersachsen unterstützt die Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt


Lichter Moorwald aus Kiefern  
Kiefern-Moorwald
Hochmoorweiher mit Wald-Übergangszone  
Hochmoorweiher mit Wald-Übergangszone
Lichter Wald auf Moorstandort  
Moorwald
Sand-Kiefernwald  
Sand-Kiefernwald
Sand-Kiefernwald auf einer Binnendüne  
Sand-Kieferwald auf einer Binnendüne
Nasser Bruchwald aus Erlen  
Erlenbruchwald
Foto eines Eichensumpfwaldes  
Eichensumpfwald
Bild einer einzelnen Eiche in einem Hutewald  
Eichenhutewald
Mit Birken bestockter Bruchwald  
Birkenbruch
Waldmeister-Buchenwald  
Waldmeister-Buchenwald
Stieleichen-Hainbuchenwald  
Stieleichen-Hainbuchenwald
Eschen-Ahorn-Schutthangwald  
Eschen-Ahorn-Schutthangwald
Hainsimsen-Buchenwald  
Hainsimsen-Buchenwald
Eschen-Buchen Hangwald  
Eschen-Buchen Hangwald
Eichen-Trockenhangwald  
Eichen-Trockenhangwald
Eichen-Sumpfwald  
Eichen-Sumpfwald
Bach-Erlenwald  
Bach-Erlenwald
Zur Flächenauswahl

In die Bewertung der Waldflächen auf ihre Eignung für die NWE-Flächenkulisse fließen die Baumartenzusammensetzung, das Wald- und Bestandesalter, die Flächengröße, der Waldtyp der potenziellen natürlichen Vegetation und der Bestockungstyp sowie die Gefährung und Seltenheit ein.

Es werden die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) verwendeten Naturräume und die nachfolgenden Einheiten der potenziellen natürlichen Vegetation (pnV) zu Grunde gelegt:

- bodensaure Buchenwälder
- mesophile Buchenwälder (Löss/Lehm/Silikat)
- mesophile Kalkbuchenwälder
- Kalk-Buchenwälder trockenwarmer Standorte (Orchideen-Buchenwald)
- (Birken-/Kiefern-/Eichen-) Buchenwälder sehr armer trockener Sande
- (Birken-/Kiefern-/Eichen-) Buchenwälder feuchter nährstoffarmer Standorte
- Winterlinden-/Hainbuchen-Mischwälder feuchter nährstoffreicher Standorte
- Erlen-Bruchwälder/-Sumpfwälder
- Kiefern-/Birken-Bruchwälder/-Moorwälder
- Erlen- und Eschen-Auwälder
- Weiden-Auwälder
- Hartholz-Auwälder
- Schlucht- und Hangmischwälder
- hochmontane Fichtenwälder auf Mineralböden
- hochmontane Fichtenwälder auf Moorböden
  Bildrechte: ML
Naturräumliche Regionen in Niedersachsen

Diese Merkmale machen den besonderen Wert eines NWE-Waldbestandes aus

  • naturnahe Baumartenzusammensetzung
  • naturnahe Standortverhältnisse
  • historisch alte Waldbestockung (Waldstandort seit mehreren Waldgenerationen)
  • umgebende Wirtschaftswälder mit überwiegend naturnaher Baumartenzusammensetzung
  • hohes Baumalter
  • viele unterschiedliche Kleinhabitate, wie Baumhöhlen, Pilzbäume, urige Wuchsformen, etc.
  • große Menge und Vielfalt an Totholz
  • kompakte Flächenform
  • geringe Zerschneidung durch Wege, Leitungstrassen etc.
  • geringe Störungen durch Besucherverkehr und entsprechend geringe Konflikte mit der Verkehrssicherung

Welche Flächen tragen zum NWE-Programm bei?
  • Öffentlich-rechtlich gesicherte Schutzgebiete mit natürlicher Waldentwicklung (z. B. Nationalpark, Naturwälder im Rahmen des LÖWE-Programms der Niedersächsischen Landesforsten (NLF), Naturschutzgebiete ohne Nutzung),
  • Habitatflächen der NLF, die im Zuge des LÖWE-Programms und im Rahmen der Entwicklung von Managementplänen für Schutzgebiete ausgewiesen wurden und die Kriterien des Forschungs- und Entwicklungs-Vorhabens "NWE5" erfüllen,
  • naturschutzfachlich besonders wertvolle Waldbestände (Hotspots),
  • für das NWE-Programm gemeldete Flächen außerhalb des Landeswaldes.

Ich will einen eigenen Waldbestand (Kommunalwald, Stiftungwald, Verbandswald, Kirchen- und sonstiger Privatwald) für das NWE-Programm melden und seine Eignung prüfen lassen.

Wo kann ich mich fachlich beraten lassen?

Ihre Ansprechpartner für fachliche Beratung finden Sie im Internetauftritt der NW-FVA.

Welche
Mindestanforderungen müssen erfüllt sein?
  • Der Wald oder die waldfähige Fläche (unabhängig von ihrer aktuellen Naturnähe) wird dauerhaft nicht forstlich genutzt (ohne zeitliche Begrenzung).
  • Pflegemaßnahmen sind nicht erlaubt.
  • Die Mindestgröße beträgt 0,3 Hektar.
  • Der Status als NWE-Fläche wird rechtlich, vertraglich oder durch dokumentierte Eigenbindung sicher gestellt.
Welche Maßnahmen sind auf NWE-Flächen zulässig?
  • Jagd
  • Feuerschutz- und Forstschutzmaßnahmen bei Gefahr im Verzug
  • öffentlicher Zutritt
  • Verkehrssicherungsmaßnahmen
  • nicht zerstörend wirkende Forschungsaktivitäten
Die Mindestanforderungen und zulässigen Maßnahmen orientieren sich an den entsprechenden Klassen der MCPFE (Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa) und der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources / Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) für Nationalparks und Naturwaldreservate.

Welche Daten werden zur Meldung für das NWE-Programm benötigt?

Verbindliche Angaben:
  • Besitzart
  • Flächengröße
  • Bestandestyp
  • Alter der Hauptbaumart
  • Dauer des Nutzungsverzichts
  • Rechtliche Sicherung der Fläche
  • Lage der nutzungsfreien Waldfläche
Freigestellte Angaben:
  • Nährstoffversorgung
  • Wasserversorgung
NWE-Niedersachsen-Info-Portal

Im NWE-Niedersachsen-Info-Portal der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA Göttingen) können Sie sich detailliert über den aktuellen Umsetzungsstand des NWE-Programms in Niedersachsen informieren. Das Portal enthält

  • eine Flächenbilanz (für alle Waldbesitzarten)
  • eine Kartendarstellung (bisher ausschließlich für den Wald der NLF)
  • eine Analyse des NWE-Programms aus Naturschutzsicht (bisher ausschließlich für den Wald der NLF).

Biologische Vielfalt durch natürliche Waldentwicklung


Die natürliche Waldentwicklung in Niedersachsen unterstützt folgende Ziele der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)


- Erhaltung großräumiger, unzerschnittener Waldgebiete

- Erhaltung und Entwicklung der natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften

- Besonderer Schutz alter Waldstandorte

Naturwälder in Niedersachsen

Hauptziel der Naturwaldforschung ist es, durch langfristige Dauerbeobachtung Erkenntnisse über die natürlich ablaufenden Prozesse der Walddynamik zu gewinnen und diese nutzbringend in den praktischen Waldbau und den Naturschutz im Wald einfließen zu lassen. Dieses Ziel kann nur durch die wissenschaftliche Beobachtung, Analyse und Interpretation der ungestörten Entwicklung der Waldgesellschaften auf den wichtigsten Standorten und Standortsabfolgen in Niedersachsen erreicht werden.

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