Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Breiter gesellschaftlicher Waldkonsens in Niedersachsen

Agrarminister Meyer: Gemeinsames Positionspapier „Wälder für Niedersachsen“ ist Richtschnur für eine nachhaltig-ökologische Bewirtschaftung


Gruppenfoto Minister Meyer mit Partnern des Positionspapiers  
Minister Christian Meyer mit seinen niedersächsischen Partnern

Positionspapier "Wälder für Niedersachsen" / Wald, Forst- und Holzwirtschaft im Wandel

Niedersachsen stellt langfristig die Weichen für eine nachhaltig-ökologische Waldbewirtschaftung - getragen von einem breiten gesellschaftlichen Konsens: Denn genau 40 Verbände und Institutionen haben dem Positionspapier „Wälder für Niedersachsen" zugestimmt, das am 29. Juni 2017 im Landwirtschaftsministerium feierlich signiert wurde. Das Besondere dieser Fortschreibung eines Strategiepapiers aus dem Jahre 2010: Erstmals gehören zu den Unterzeichnern auch die Umwelt- und Naturschutzverbände NABU und BUND. Beim ersten Papier im Jahr 2010 hatten die Umweltverbände ihre Unterschriften wegen zu geringer Berücksichtigung des Naturschutzes noch verweigert.


Niedersächsischer Waldbeirat erarbeitete breiten Konsens

„Ich danke dem 2013 von der rot-grünen Landesregierung neu berufenen Waldbeirat Niedersachsen unter Vorsitz von Professor Christian Ammer für die bei der Überarbeitung des Positionspapiers erreichte Einigkeit", sagte Agrarminister Christian Meyer. „Unsere Wälder brauchen einen solchen auf Nachhaltigkeit ausgerichteten breiten Konsens. Denn die Lebenszeit der Bäume ist nun einmal nicht auf Legislaturperioden beschränkt." Das vorliegende Papier sei daher „ein dauerhafter Masterplan für Ökologie und Ökonomie".


Wälder für biologische Vielfalt, Klimaschutz, Wirtschaft, Natur und Erholung

Neu im aktuellen Wald-Papier ist die Aufnahme der Strategie für biologische Vielfalt. Das Land wird sich demnach in seinen Landeswäldern mit zehn Prozent an der Entwicklung von Naturwäldern beteiligen. Der Privatwald ist davon ausgenommen. Meyer: „Damit berücksichtigen wir mehr Naturschutz im Wald, geben aber auch Planungssicherheit für eine nachhaltige Forst- und Waldwirtschaft." Wichtigste Aufgabe sei jetzt, „dass wir mit Weitsicht den ökologischen Umbau des Waldes auch mit Fördermitteln des Landes weiter vorantreiben. Auf unserem Weg hin zu klimafesten, vitalen Mischwäldern werden wir weitergehen", so der Minister. „Klimaschutz und der Erhalt der Artenvielfalt spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Leistungen des Waldes für Wirtschaft, Natur und Erholung." Wälder seien „nicht nur Rohstofflieferant, sondern auch wichtige Wasser-, Natur- und Klimaschützer".


Fünf Leitbilder prägen das Positionspapier

Die beteiligten Akteure haben sich in dem nun vorliegenden Positionspapier einmütig auf fünf Handlungsfelder geeinigt, damit Wald sowie Forst- und Holzwirtschaft für die Zukunft gerüstet sind und dem rasanten Wandel der Welt Rechnung getragen wird. Meyer: „Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass Wälder die Voraussetzung für das menschliche Überleben und für das globale Gleichgewicht sind. Umso mehr gilt es dort, wo wir Waldentwicklung direkt beeinflussen können, auf einen ressourcenschonenden Umgang zu achten." Neben den beiden Bereichen Bewirtschaftung und Jagd sowie Schutz, Biodiversität und Klima gehören zu den fünf Leitbildern des Positionspapieres die Felder Arbeit und Einkommen, Rohstoffe und Ressourcen sowie Bildung, Erholung und Tourismus. „Unser Ziel muss es sein, die multifunktionale Rolle von Wald, Holz- und Forstwirtschaft mit einer umfassenden Nachhaltigkeit zu kombinieren", sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister.


Nachhaltige Holznutzung für den Klimaschutz

Beispielhaft für die Balance verschiedener Interessen ist nach Meyers Worten die im Papier geforderte ökologische und standortgerechte Ausrichtung von Baumartenwahl und Waldbau sowie die ökologische Weiterentwicklung des Programms zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung in den Landesforsten (LÖWE). Das Papier definiere unter anderem klar, Pflanzenschutzmittel weitgehend zu vermeiden und strukturreiche Waldökosysteme zu entwickeln, die gegen Schädlingsbefall immuner seien. „Außerdem soll die Waldumweltbildung weiter gestärkt werden", sagte Meyer. Klar sei jedoch überdies die Bedeutung des Waldes für Arbeitsplätze in der Forst- und Holzwirtschaft in Niedersachsen. Im Übrigen bedeute Klimaschutz auch, „wenn wir Holzimporte durch Raubbau etwa im Regenwald vermeiden können". Neben der CO2-Senkenfunktion des Waldes, der CO2-Bindung in langlebigen Holzprodukten und Altbäumen und der Vermeidung von fragwürdigen Holzimporten sei der Ersatz von fossilen Energieträgern und energieintensiven Roh- und Baustoffen ein wichtiger Beitrag für den weltweiten Klimaschutz.


Sanfte Agrarwende trägt auch zum Schutz der Wälder bei

Meyer sagte, die Waldfläche in Niedersachsen solle weiter wachsen. „Wichtig ist uns bei allen Maßnahmen zugleich, wald- und bodenschonende Maschinen oder Verfahren einzusetzen. Ziel muss es sein, den Wald-Flächenverbrauch nicht nur weitgehend zu vermeiden, sondern etwaige notwendige Kompensationsmaßnahmen durch neue Wälder zu erfüllen", so der Minister. Ein weiterer Aspekt des Positionspapiers ist, die Beratung privater Waldbesitzer zu intensivieren und die Ausbildungszahlen im Bereich Forst und Holz zu steigern. Zudem soll die Waldbrandvorsorge weiterentwickelt werden. Schließlich, so hob Meyer hervor, lobe das Papier „ausdrücklich" die Fortschritte bei der Luftreinhaltung der vergangenen Jahre. Allerdings werde zugleich davor gewarnt, „dass zurzeit vor allem die zu hohen Ammoniak- und Ammoniumemissionen aus der Tierhaltung nicht nur zu erheblichen Nährstoffüberschüssen, sondern auch zu Verlust an Artenvielfalt, Bodenversauerung und Problemen bei der Verjüngung der Waldbestände führen". Daher trage die sanfte Agrarwende und die Senkung der Emissionen aus der Landwirtschaft „auch zum Schutz unserer Wälder bei".

Die niedersächsischen Partner

Arbeitsgemeinschaft forstwirtschaftlicher Lohnunternehmer (AfL) e. V.
Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft - Landesgruppe Niedersachsen e. V.
Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V.
BUND Landesverband Niedersachsen e. V.
Bund Deutscher Forstleute (BDF) - Landesverband Niedersachsen
Bund Deutscher Landschaftsarchitekten - Landesgruppe Niedersachsen + Bremen e. V.
Deutsche Säge- und Holzindustrie - Bundesverband e.V. (DeSH)
Georg-August-Universität Göttingen - Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Gesamtverband Deutscher Holzhandel e. V. (Bundesvorsitzender)
Gesamtverband Deutscher Holzhandel e. V. (Regionalgruppe Nord)
HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen - Fakultät Ressourcenmanagement
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) - Regionalbüro Niedersachsen
Klosterkammer Hannover
Kompetenznetz für Nachhaltige Holznutzung [NHN] e.V.
Landesbeirat Holz Niedersachsen e. V.
Niedersächsischer Landesforstbeirat der Forstgenossenschaften
Landessportbund Niedersachsen (LSB) e. V.
Landwirtschaftskammer Niedersachsen - Geschäftsbereich Forstwirtschaft
NABU Landesverband Niedersachsen e. V.
Nationalparkverwaltung Harz
Niedersächsische Landesforsten (AöR) - Betriebsleitung
Niedersächsischer Heimatbund e. V.
Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund
Niedersächsischer Städtetag
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt
Nordwestdeutscher Forstverein e. V.
PEFC Deutschland e.V. - Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Niedersachsen
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Landesverband Niedersachsen e. V.
Verband Deutscher Papierfabriken e. V.
Verband Nord- und Ostdeutscher Papierfabriken e. V.
Familienbetriebe Land und Forst Niedersachsen
Verband Niedersächsischer Zimmermeister (VNZ)
Waldbesitzerverband Niedersachsen e. V.
3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe & Bioökonomie e.V.
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben - Sparte Bundesforst
Deutscher Gebirgs- und Wanderverein e. V.
Frauen im Forstbereich e. V.
Ökologischer Jagdverein für Niedersachsen und Bremen e. V.

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