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Evaluationsbericht Transparenz schaffen

Initiative „Transparenz schaffen – von der Ladentheke zum Erzeuger“ fördert den Dialog zwischen Land- und Ernährungswirtschaft und Verbraucher*innen: Beide Seiten profitieren

Im Sommer 2020 startet der dritte Durchführungszeitraum der Fördermaßnahme „Transparenz schaffen“ im Rahmen des Programms zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum Niedersachsen und Bremen (PFEIL) 2014-2020. Aktuell läuft das Antragsverfahren für die regionalen Bildungsträger. Evaluierungsergebnisse bewerten die bisherige Umsetzung der Maßnahme.

Mit der Initiative „Transparenz schaffen“ fördern Niedersachsen und Bremen regionale Bildungsträger. Diese bauen vielfältige Netzwerke auf, in denen land- und ernährungswirtschaftliche Betriebe, Interessenverbände, Bildungseinrichtungen und weitere regionale Akteure zusammenkommen. Zentrales Element der regionalen Netzwerke ist die Durchführung von Veranstaltungen zum einen zur Vernetzung der Kooperationspartner*innen untereinander, zum anderen für die interessierte Öffentlichkeit z. B. „Lernort Bauernhof“, Aktionstage, Infostände.

Mit einem im Vergleich zum Gesamtprogramm PFEIL 2014-2020 geringen Fördervolumen werden vielfältige Bildungs- und Netzwerkveranstaltungen umgesetzt. Allerdings ist der bürokratische Aufwand zur Abrechnung dieser Veranstaltungen für alle Beteiligten sehr hoch.

Im ersten Durchführungszeitraum 2016 bis 2018 kamen in 43 Netzwerken insgesamt 966 regionale Akteure zusammen. Landwirtschaftliche Betriebe sind wichtige Akteure in diesen Netzwerken. Sie nehmen einen Anteil von rd. 37% ein. Das Angebot sich bei „Transparenz schaffen“ zu beteiligen, ist für die landwirtschaftlichen Betriebe niedrigschwellig. Nach Einschätzung der Landwirt*innen trugen die Veranstaltungen rund um den Hof bedeutend zur Verbesserung des landwirtschaftlichen Images bei. Die Landwirt*innen und ihre Betriebsangehörigen konnten ihre persönlichen pädagogischen Kompetenzen stärken und fühlen sich offener gegenüber der Bevölkerung. Betriebswirtschaftliche Effekte auf Einkommen und Beschäftigung sind bei den landwirtschaftlichen Betrieben zu vernachlässigen.

Durch insgesamt 5.660 Informations- und Bildungsveranstaltungen kam es zum aktiven Dialog zwischen Landwirt*innen und Verbraucher*innen verschiedener Altersklassen. Die Verbraucher*innen konnten ihre Kenntnisse über Land- und Ernährungswirtschaft erweitern. Es kann vermutet werden, dass sich bei den teilnehmenden Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen dadurch ein weitergehendes Verständnis für die Land- und Ernährungswirtschaft entwickelt hat sowie die regionale Identität und das Vertrauen in regionale Produkte gewachsen sind. Ob dieses Verständnis schließlich in den Kauf von regionalen Produkten mündet, lässt sich nicht nachweisen.

Bei der Initiative „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ ist eine Stabilität und Beständigkeit der aufgebauten Strukturen bedeutend. Um Reibungsverluste bzw. Transaktionskosten zu vermeiden, diskutiert das Land den Übergang zur neuen Förderperiode und der sachgerechten Verortung der Maßnahme in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2021.


Den ausführlichen Evaluierungsbericht des Thünen-Institut für Ländliche Räume finden Sie unter www.eler-evaluierung.de oder hier.

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