Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Weideprämie, Ausgleichszulage und Weidemilchprogramm: Die Fakten



Wurde die Weideprämie gestrichen?

Die so genannte Weideprämie wurde nicht gestrichen, da sie von der Vorgängerregierung weder beantragt, noch in den Haushalt eingestellt worden war.

Der Hintergrund:
Die Vorgängerregierung hatte eine sog. „Weideprämie" in Aussicht gestellt. Sie verfolgt in erster Linie das Ziel, durch die Vorgabe der Weidehaltung die Tierschutzbedingungen für Milchkühe zu verbessern. Die Beihilfe sollte 60 Euro/GVE betragen, ein Betrieb mit 80 Milchkühen hätte demnach also im Jahr 4.800 Euro erhalten.

Neben der rechtlichen Ausgestaltung der Maßnahme wäre es allerdings erforderlich gewesen, die neue Förderung im Haushaltsplan des Landes einzustellen. Diesbezüglich ist es aber zu keinen Entscheidungen der Landesregierung und des Niedersächsischen Landtages in der vergangenen 17. Wahlperiode mehr gekommen.

Gibt es weiterhin eine Grünlandprämie?

Mit der vielfach in den Medien genannten Grünlandprämie ist die so genannte Ausgleichszulage (AGZ) gemeint, eine EU-Fördermaßnahme, die nach bodenbezogenen Ertragskriterien definiert ist und demzufolge nur in der ausgewiesenen Gebietskulisse gezahlt werden darf. Mit der AGZ sollen bodenbedingte Bewirtschaftungsnachteile, beziehungsweise daraus resultierende Ertragsnachteile, ausgeglichen werden. In Niedersachsen werden ausschließlich Dauergrünlandflächen gefördert, eine Verpflichtung zur Weidehaltung ist damit nicht verbunden. Somit profitierten auch Milcherzeuger von der AGZ, die ihre Tiere nicht auf die Weide lassen. Das Auslaufen der AGZ wurde bereits von der Vorgängerregierung beschlossen. Die frei gewordenen Gelder werden in andere Maßnahmen (Ökolandbau, Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen / AUKM) umgeschichtet.

Nach der Abschaffung der AGZ, die letztmalig 2018 ausgezahlt werden wird, stehen keine Mittel für weitere Maßnahmen zur Verfügung. Hierfür hatte die Vorgängerregierung, die den Doppelhaushalt 2017/18 aufgestellt hatte, keine Mittel bereitgestellt.

Gibt es das Weidemilchprogramm weiterhin?

Mit der Fortführung des Weidemilchprogramms, welches von der Vorgängerregierung initiiert worden ist, werden Milchviehhalter, die Weidehaltung betreiben und zum Erhalt des Grünlandes beitragen, unterstützt.

Untersuchungen der Universität Göttingen hatten gezeigt, dass es für Weidemilch Absatzpotenziale gibt und die Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, hierfür einen Mehrpreis zu zahlen.

In einem breiten Diskussionsprozess wurden unter Einbindung verschiedenster Verbände und Organisationen unter anderem die Kriterien für Weidemilch erarbeitet. Als Ergebnis konnte das jetzige Weidemilchlabel präsentiert werden. Dieses ist bereits seit April 2017 im Handel anzutreffen.

Stück für Stück dehnt der Lebensmittelhandel die Vermarktung von gelabelter Weidemilch und gegebenenfalls weiterer daraus hergestellter Weidemilcherzeugnisse weiter aus, so dass die Milcherzeuger hiervon finanziell profitieren können.


Denn: Nur wenn es sich wirtschaftlich lohnt, werden weitere Betriebe in die Nutzung der Grünlandflächen einsteigen, sofern dies ihre betrieblichen Gegebenheiten zulassen.

Die derzeitige Landesregierung unterstützt und begleitet das Weidemilchprogramm weiterhin.

Ausblick:

Zur Verbesserung des Tierschutzes in einem Zweig der Tierhaltung sollten Fördermaßnahmen dort ansetzen, wo die Problemlage am größten ist.


In der Milchviehhaltung gibt es Stallhaltungsformen, die auch ohne Weidehaltung als sehr tiergerecht einzustufen sind.
Allein mit der Vorgabe einer bestimmten Beweidungsdauer lässt sich der Tierschutz in der Milchviehhaltung noch nicht effektiv verbessern.

Die wirklichen Tierschutzprobleme in der Milcherzeugung liegen an anderer Stelle und spiegeln sich in einer zu geringen Nutzungsdauer wider (hohes Leistungsniveau, Eutergesundheit, Fruchtbarkeit, Konstitutionserkrankungen).

Die Landesregierung wird daher die Suche nach wirksamen und problemorientierten Tierwohlmaßnahmen für die nächste Förderperiode intensivieren, damit diese möglichst effektiv ihre Wirkung entfalten.



 

Weideprämie, AGZ und Weidemilchprogramm werden oft vermischt.

Artikel-Informationen

15.02.2018

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