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Tierschutzplan fährt Taxi in Hannover

Agrarminister Meyer stellt Info-Kampagne zum Tierschutz vor


HANNOVER. Schweine mit intaktem Ringelschwanz und Coolness, Hühner mit ungekürztem Schnabel und Boxhandschuhen: Ab sofort werden Taxikunden in Hannover mit tierischen Motiven an den Fahrzeugen begrüßt. Die beliebte Postkarten-Serie „Wir reden mit!“ des Landwirtschaftsministeriums zum Tierschutzplan geht auf die Straße. Begleitet wird die Taxiwerbung von einer Plakat-Aktion in zwei hannoverschen und einer oldenburgischen Bahn-Station.

„Wir möchten mit beiden Kampagnen ein möglichst breites Publikum gewinnen, um auf wesentliche Ziele des niedersächsischen Tierschutzplans aufmerksam zu machen“, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer heute (Montag) bei der Präsentation der Taxen. „Immer mehr Menschen interessieren sich für den Tierschutz und wollen wissen, wie ihre täglichen Lebensmittel produziert werden.“

Insgesamt acht Taxen werden nun für ein Jahr mit einigen Motiven zum Tierschutzplan durch Hannover fahren. Parallel dazu sind zwei beleuchtete Plakate in der U-Bahn-Station Kröpcke in Hannover (auf dem Bahnsteig der Linie 4/5) zu sehen. Ein weiteres Plakat zum Tierschutzplan hängt für ein Jahr am Oldenburger Hauptbahnhof auf Gleis 3.

Das Motiv „Coole Sau“ – ein Schwein mit Ringelschwanz – verweist auf das Ziel des Tierschutzplans, auf das routinemäßige Schwanzkupieren bei Ferkeln zu verzichten. Bisher wird ein Großteil des Schwanzes vorbeugend gegen mögliches Schwanzbeißen abgeschnitten. „Der intakte Ringelschwanz steht für mehr Tierschutz und verbesserte Haltungsbedingungen“, so Minister Meyer. Neben einem umfangreichen Beratungsprogramm der Landwirte zahlt das Land Niedersachsen Betrieben, die schon jetzt auf das Schwanzkupieren verzichten, ab Ende 2015 eine Prämie von 16,50 Euro pro Tier.

Noch in dieser Woche wird Minister Meyer mit einer Delegation aus Wissenschaft, Schweinehaltung und Tierschutz Norwegen besuchen und sich über die dort seit Jahren praktizierte Haltung von Schweinen mit ungekürzten Schwänzen informieren. "Was die Norweger können, muss auch bei uns möglich werden", so Meyer.

„Ich lasse mir meinen Schnabel nicht verbieten!“, heißt es bei dem Küken-Motiv. Gemäß Tierschutzplan wurde in Niedersachsen der Ausstieg aus dem Schnabelkürzen bei Enten bereits 2014 umgesetzt und bei Legehennen erfolgt er Ende 2016. Gerade hat die Agrarministerkonferenz der Länder beschlossen, dass nun auch bundesweit bis 2016 das Kürzen der Schnäbel von Legehennen beendet werden soll. Das Land fördert Praxisversuche der Geflügelwirtschaft, die zeigen, dass ein Verzicht auf das Schnabelkürzen möglich ist. Und inzwischen haben mehrere große Handelskonzerne angekündigt, nur noch Eier aus Haltungen verkaufen zu wollen, die bereits auf das Kürzen der Schnäbel verzichten.

Auch die Verbraucher können gezielt darauf achten, Eier von Hennen mit ungekürztem Schnabel zu kaufen. Die Haltungsform der Eier wird mit Bio (0), Freiland (1), Bodenhaltung (2) und Käfighaltung (3) gekennzeichnet.

Minister Meyer: „Unser Tierschutzplan gilt längst als Vorbild für viele Initiativen in anderen Bundesländern.“ Auch der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik (WBA) der Bundesregierung habe kürzlich in seinem Gutachten ein radikales Umdenken in der Nutztierhaltung gefordert, da es „die derzeitigen Haltungsbedingungen eines Großteils der Nutztiere für nicht zukunftsfähig" hält. Explizit forderten die Wissenschaftler etwa eine Ringelschwanz-Prämie für unversehrte Schwänze bei Schweinen – wie in Niedersachsen.


Siehe zu den Zielen des Tierschutzplans: www.tierschutzplan.niedersachsen.de

Zur Information: Fotos von der Vorstellung der Taxi-Aktion mit Minister Meyer können Sie auf Anfrage gerne erhalten.

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Artikel-Informationen

05.10.2015

Ansprechpartner/in:
Manfred Böhling

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511-120 2137

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