Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Vom historischen Sakralbau zum Gemeinschaftszentrum

Ministerin Staudte überreicht Bescheide – Förderungen über rund 2,3 Millionen Euro


Ministerin Miriam Staudte (mittig) mit den Projektträgern aus den Landkreisen Ammerland, Emsland, Osnabrück, Leer, Cloppenburg, Aurich und Friesland.   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (mittig) mit den Projektträgern aus den Landkreisen Ammerland, Emsland, Osnabrück, Leer, Cloppenburg, Aurich und Friesland.

Hannover/Apen. Mit Fördermitteln in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro unterstützt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz jetzt Projekte zur Dorfentwicklung und zur Stärkung des ländlichen Raums. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat heute in der IGS Augustfehn in Apen-Augustfehn (Landkreis Ammerland) acht Förderbescheide übergeben.

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte: „Die acht Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Engagement, Einsatz und gute Ideen dazu beigetragen, dass sich der ländliche Raum in Niedersachsen stetig weiterentwickelt. Der intensive Austausch vor Ort und die daraus entstehenden gemeinsamen Initiativen sind der Schlüssel für eine hohe Lebensqualität in den Dörfern und Gemeinden. Dieses Engagement unterstütze ich sehr gerne!“

Die Projekte im Überblick:

Der Ortsverein Augustfehn (Landkreis Ammerland) erhält 96.120 Euro für die Umnutzung des Stallgebäudes des Letas-Hauses zum multifunktionalen Treffpunkt für Jung und Alt. Das ehemalige Fehnhaus mit Stallgebäude stellt seit Jahrzehnten einen zentralen Ort im Dorf dar. Während die Remise und die Dach- und Fenstersanierung in den vergangenen Jahren bereits wichtige Schritte zur Sicherung und Stärkung des Gebäudekomplexes ermöglicht haben, ist der alte Stall als letzter unsanierter Gebäudeteil in seiner Substanz gefährdet. Mit dem Projekt soll der Stall umfassend revitalisiert, barrierefrei zugänglich gemacht und als multifunktionaler Treffpunkt für Jung und Alt ausgebaut werden.

Für die Teilumnutzung der St. Vitus Kirche zu einem multifunktionalen Gemeinschaftszentrum erhält die Gemeinde Lünne (Landkreis Emsland) 500.000 Euro. Das Vorhaben zur Umgestaltung der Kirche St. Vitus verfolgt ein zukunftsweisendes Konzept, das den historischen Sakralbau anteilig in ein multifunktionales Gemeinschaftszentrum überführt. Der liturgische Bereich des Hauptschiffes und des nördlichen Seitenflügels bleiben in der ursprünglichen Form erhalten. Der südliche Seitenflügel wird in eine flexibel nutzbare Raumgestaltung überführt. Das südliche Seitenschiff wird zweigeschossig ausgebaut, barrierefrei zugänglich und bietet künftig Raum für vielfältige Nutzungen durch Vereine, Gruppen und Initiativen.

Einen Förderbescheid über ebenfalls 500.000 Euro hat die Samtgemeinde Bersenbrück (Landkreis Osnabrück) von Ministerin Staudte erhalten. Im Projekt „Grüne Mitte Kettenkamp“ steht die Neugestaltung des bisherigen Schulhofs zu einer grünen, offenen und multifunktionalen Freifläche im Mittelpunkt. Geplant sind vielfältige Spiel-, Bewegungs- und Lernangebote für Kinder sowie öffentlich zugängliche Erholungsräume für alle Generationen. Neue Grünstrukturen, ein „grünes Klassenzimmer“, eine Sandspielfläche mit Fahrradübungsstrecke, ein multifunktionales Kleinspielfeld, Obstgehölze sowie Sitz- und Aufenthaltsbereiche stärken Umweltbildung, soziale Teilhabe und die Lebensqualität im Ortskern von Kettenkamp. Die Umsetzung erfolgt teils in ehrenamtlicher Beteiligung.

Die Gemeinde Esterwegen (Landkreis Emsland) darf sich ebenfalls über eine Förderung über 500.000 Euro für die Revitalisierung und Umnutzung der Gaststätte „Zum Alten Herrenhaus“ freuen. Angesichts des anhaltenden Trends des Gaststättenschwundes in Deutschland möchte die Gemeinde das historische Gebäude und die Gastronomie erhalten und einen geeigneten Pächter für das Objekt finden. Die Gaststätte Heyen war in der Vergangenheit ein wichtiger Ort für die Dorfgemeinschaft. Durch die geplante Umnutzung, die Sanierung des Gasthauses und die dorftypische Gestaltung des Außengeländes soll die Gaststätte weiterhin ein Ort zur Förderung des sozialen Zusammenhalts sein und als Anlaufpunkt für vielfältige Aktivitäten und Vereine dienen.

Die Samtgemeinde Jümme (Landkreis Leer) erhält für die Neugestaltung des Dorfplatzes Amdorf zu einem multifunktionalen Aufenthaltsort rund 316.600 Euro. Der vorhandene Parkplatz in der Dorfmitte soll zum „Dorfplatz Amdorf“ umgestaltet werden. Dabei wird großes Augenmerk daraufgelegt, die Flächen barrierefrei zu gestalten sowie generationsübergreifend und gendergerechte Nutzungen zu ermöglichen. Auch klimaschützende Grünstrukturen sollen geschaffen werden und lnsekten sollen durch Blühflächen gefördert werden. Ziel ist ein mit den angrenzenden Flächen und vorhandener Infrastruktur vernetzter öffentlicher Ort mit multifunktional nutzbarer Platzfläche und hoher Aufenthaltsqualität.

In der Gemeinde Essen (Landkreis Cloppenburg) werden 150.000,00 Euro für die Umnutzung von Gewerbefläche und leerstehenden Flächen durch einen Ausbau von fünf Wohnungen bereitgestellt. Des Weiteren erfolgt unter anderem die Entsiegelung von Pflasterflächen. Geplant sind außerdem eine Fassadenbegrünung, die Anpflanzung von Obstbäumen und die Speicherung von Regenwasser zur Nutzung bei der Gartenbewässerung durch eine unterirdische Zisterne.

Für die Revitalisierung eines alten Lehrerhauses aus den 1880er-Jahren und diverse Naturschutzmaßnahmen werden in Ankum (Landkreis Osnabrück) 150.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das Gebäude bestand aus einem Wohnbereich und einem Wirtschaftsteil mit Diele und Ställen. Im Jahr 1905 brannte das Gebäude durch einen Blitzschlag vollständig nieder. Einige Jahre später wurde es neuerrichtet. Ziel des Vorhabens ist die Sanierung und nachhaltige Erhaltung des Gebäudes sowie des umliegenden Geländes mit einer energetischen Optimierung, barrierefreier Modernisierung und einer ökologisch ausgerichteten Gartengestaltung zur Selbstversorgung und Förderung der Biodiversität.

Für die Erneuerung einer Fehnbrücke an der Straße „Am Unterende“ sowie die Schaffung eines Platzes mit Sitzgruppe in der Ortschaft Spetzerfehn erhält die Gemeinde Großefehn (Landkreis Aurich) rund 132.800 Euro. Die bisherige Betonbrücke, die zugleich die einzige direkte Wegeverbindung zwischen den Straßen „Im Unterende Süd“ und „Im Unterende Nord“ darstellt, ist nicht mehr verkehrssicher, weshalb durch das Fördervorhaben eine neue, sichere Querung des Spetzerfehnkanals für die Anlieger ermöglicht werden soll. Zur Wahrung und Erhaltung des Fehnbildes soll die Brücke hierbei einen fehntypischen Stahloberbau erhalten. Auch eine Sitzgruppe sowie Anpflanzungen von (Obst-) Bäumen und einer Blühfläche sind vorgesehen.

Außerdem lernte Ministerin Miriam Staudte drei Flurbereinigungsverfahren kennen, deren Freigabe bereits erfolgt ist.

Das geplante vereinfachte Flurbereinigungsverfahren „Bockhorner Moor 1“ liegt im südlichen Landkreis Friesland und gehört zur Gemeinde Bockhorn. Es umfasst Teile des 321 Hektar großen Naturschutzgebiet „Bockhorner Moor“, das im Rahmen Moorschutzprogramm als „Jührdener Moor“ ausgewiesen ist. In den Randbereichen ist teilweise Grünland sowie Ackerland in das Naturschutzgebiet einbezogen. Das 321 Hektar große Naturschutzgebiet wird in seinen Kernbereichen geprägt durch Handtorfstiche und kleinräumige Wiedervernässungsbereiche, in denen hochmoortypische Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum gefunden haben.

Das geplante vereinfachte Flurbereinigungsverfahren „Bockhorner Moor 2“ liegt ebenfalls im südlichen Landkreis Friesland und gehört zur Gemeinde Bockhorn. Es grenzt westlich an das geplante Projektgebiet „Bockhorner Moor 1“. In den Randbereichen ist teilweise Grünland sowie Ackerland in das Naturschutzgebiet einbezogen. Das 321 Hektar große Naturschutzgebiet wird in seinen Kernbereichen geprägt durch Handtorfstiche und kleinräumige Wiedervernässungsbereiche, in denen hochmoortypische Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum gefunden haben.

Das Verfahrensgebiet der Flurbereinigung Simonswohlde liegt im Süden der Gemeinde Ihlow (Landkreis Aurich) und erstreckt sich über Teile der Gemarkungen Simonswolde sowie Ihlowerfehn. In dem Verfahrensgebiet existieren Landnutzungskonflikte zwischen der Landwirtschaft und den Planungen des Naturschutzes, die durch ein adäquates Flächenmanagement gelöst werden. Im Bereich des Fehntjer Tiefs sind Wiesenbrüter wie der Kiebitz vorhanden. Auch gibt es vereinzelt Ansiedlungen einiger Krebsscheren in Bereichen am Fehntjer Tief. Hier sind insbesondere Maßnahmen in Kooperation mit dem Landkreis Aurich zur Aufwertung von Uferbereichen geplant.

Hintergrund:

Die Förderung der Projekte erfolgt im Rahmen der Dorfentwicklung, der Basisdienstleistungen sowie über LEADER. Ziel der Programme ist es, die Lebensqualität in den ländlichen Regionen Niedersachsens zu stärken, ortsbildprägende Gebäude zu erhalten sowie neue Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders zu schaffen. Gefördert werden unter anderem Projekte zur Um- und Nachnutzung bestehender Gebäude, zur Verbesserung der Grundversorgung sowie Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Identität und des zivilgesellschaftlichen Engagements. LEADER ist ein Förderansatz der Europäischen Union für die Entwicklung ländlicher Räume. Die Auswahl der Projekte erfolgt durch lokale Aktionsgruppen vor Ort. In Niedersachsen gibt es derzeit 68 LEADER-Regionen.

Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz haben in Niedersachsen eine lange Tradition als Instrument zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse im ländlichen Raum. Aktuelle Verfahren verfolgen Belange zur Verbesserung der Agrarstruktur gleichrangig mit Zielen der gemeindlichen Entwicklung, des Naturschutzes und zur Verwirklichung großer Infrastrukturvorhaben.

Redaktioneller Hinweis: Bildmaterial der einzelnen Übergaben stehen Ihnen morgen (11.06.) Vormittag zur Verfügung.


Ministerin Miriam Staudte (mitte) übergibt gemeinsam mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) en Förderbescheid für das Projekt "Umnutzung des Letas-Hauses", LK Ammerland   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (Mitte) übergibt gemeinsam mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) en Förderbescheid für das Projekt "Umnutzung des Letas-Hauses", LK Ammerland
Ministerin Miriam Staudte übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung) den Förderbescheid für das Projekt "Umnutzung St. Vituskirche", LK Emsland "   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (3.v.r.) übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) den Förderbescheid für das Projekt "Umnutzung St. Vituskirche", LK Emsland
Ministerin Miriam Staudte übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung) den Förderbescheid für das Projekt "Grüne Mitte Kettenkamp", LK Osnabrück   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (2.v.r.) übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) den Förderbescheid für das Projekt "Grüne Mitte Kettenkamp", LK Osnabrück
Ministerin Miriam Staudte übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragten für regionale Landesentwicklung) den Förderbehscheid für das Projekt "Zum alten Herrenhaus", LK Emsland   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (rechts) übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) den Förderbescheid für das Projekt "Zum alten Herrenhaus", LK Emsland
Ministerin Miriam Staudte übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung) den Förderbescheid für das Projekt "Neugestaltung Dorfplatz Amdorf", LK Leer   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (rechts) übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) den Förderbescheid für das Projekt "Neugestaltung Dorfplatz Amdorf", LK Leer
Ministerin Miriam Staudte und Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung) übergeben den Förderbescheid für das Projekt Umnutzung von Gewerbefläche und leerstehenden Flächen, LK Cloppenburg   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (rechts) und Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) übergeben den Förderbescheid für das Projekt Umnutzung von Gewerbefläche und leerstehenden Flächen, LK Cloppenburg
Ministerin Miriam Staudte (links) und Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, rechts) übergeben den Förderbescheid für das Projekt "Revitalisierung des alten Lehrerhauses", LK Osnabrück   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (links) und Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, rechts) übergeben den Förderbescheid für das Projekt "Revitalisierung des alten Lehrerhauses", LK Osnabrück
Ministerin Miriam Staudte übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbauftragter für regionale Landesentwicklung) den Förderbescheid für das Projekt "Erneuerung Fehnbrücke", LK Aurich   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (rechts) übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbauftragter für regionale Landesentwicklung, links) den Förderbescheid für das Projekt "Erneuerung Fehnbrücke", LK Aurich
Ministerin Miriam Staudte übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung) den Förderbescheid an das Projekt "Flurbereinigung Bockhorner Moor 1 und 2", LK Friesland   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (Mitte) übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) den Förderbescheid an das Projekt "Flurbereinigung Bockhorner Moor 1 und 2", LK Friesland
Ministerin Miriam Staudte übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung) den Förderbescheid für das Projekt "Flurbereinigung Simonswohlde", LK Aurich   Bildrechte: ML
Ministerin Miriam Staudte (2.v.l.) übergibt mit Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, links) den Förderbescheid für das Projekt "Flurbereinigung Simonswohlde", LK Aurich

Artikel-Informationen

erstellt am:
10.06.2026
zuletzt aktualisiert am:
07.07.2026

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