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erstellt am:
14.07.2026
zuletzt aktualisiert am:
15.07.2026
Bleckede/Lüneburg/Uelzen/Gifhorn. Tierhaltung und Tierschutz können viele Gesichter haben. Das konnte auch Ministerin Miriam Staudte am ersten Tag ihrer diesjährigen Sommerreise beobachten. Ob Herdenschutz am Deich, die engagierte Arbeit eines Tierheims und einer Wildtierauffangstation oder die stressarme Schlachtung auf der Weide zum Wohle der Tiere: Im Mittelpunkt standen die Verantwortung gegenüber Lebewesen und das Engagement der Menschen.
Los ging es nahe des Elbdeiches bei Bleckede (Landkreis Lüneburg) beim traditionsreichen Wanderschäfereibetrieb von Stefan Erb. Rund 14 Herdenschutzhunde bewachen dort die Schafherden des Berufsschäfers. Sein Konzept hat sich bewährt: Seit Stefan Erb die imposanten Herdenschutzhunde, eine Kreuzung aus Pyrenäenberghunden, zum Schutz seiner knapp 1.400 Schafe vor Wölfen einsetzt, ist keines seiner Tiere mehr gerissen worden – ein großer Erfolg, besonders vor dem Hintergrund, dass sich unter seinen Schafen neben Schwarzköpfigen Fleischschafen und Coburger Fuchsschafen auch Weiße Leineschafe befinden, eine bedrohte Nutztierrasse. Um die Tiere zu schützen, sind die Hunde, die der Schäfer mittlerweile auch selbst züchtet, rund um die Uhr im Einsatz. Zugleich sind sie aber auch ausgesprochen menschenfreundlich – eine wichtige Voraussetzung, denn die vier bis fünf Herden grasen auf rund 50 Kilometern Elbdeich in einem stark frequentierten Tourismusgebiet. Dank der Herdenschutzhunde kann Stefan Erb die traditionelle Hütehaltung fortführen – eine heute selten gewordene Form der Weidetierhaltung und ein wertvolles Kulturgut.
Miriam Staudte:
„Der Betrieb zeigt eindrucksvoll, wie wirksam Herdenschutzhunde zum Schutz der Schafherden vor Wölfen eingesetzt werden können. Durch sie bleibt nicht nur die traditionelle Weidetierhaltung an Deichen möglich, sie tragen auch maßgeblich zum Erhalt der Kulturlandschaft und des Hochwasserschutzes bei.“
Die nächste Station führte Ministerin Staudte nach Lüneburg zum Tierschutzverein Lüneburg und Umgebung e.V. und dem dazugehörigen Tierheim. Hier finden jedes Jahr mehr als 1.000 Tiere in Not ein vorübergehendes Zuhause – von Hunden und Katzen über Meerschweinchen bis hin zu verletzten oder hilfsbedürftigen Wildtieren. Mit großem Engagement kümmert sich das Team um die Versorgung und Vermittlung der Schützlinge.
Die Geschäftsführung des Tierheims, Franziska John, und die Tierheimleitung, Sven Koschel, stellten Ministerin Staudte außerdem zwei weitere wichtige Projekte vor: die „Katzenhilfe Lüneburg“, die sich für freilebende Katzen einsetzt und durch Kastrations- und Versorgungsmaßnahmen deren Leid verringern möchte, sowie die „Tierfutterhilfe“. Sie unterstützt Menschen mit geringem Einkommen dabei, ihre Haustiere auch in finanziell schwierigen Zeiten gut versorgen zu können.
Miriam Staudte:
„Das Tierheim und der Tierschutzverein leisten Tag für Tag unverzichtbare Arbeit. Hier wird mit großem Engagement Verantwortung für Tiere übernommen – und gleichzeitig Menschen geholfen, die ihre Tiere trotz schwieriger Lebensumstände behalten möchten.“
Weiter ging es nach Bienenbüttel (Landkreis Uelzen) zur Heiderinder GmbH. Landwirt Alexander Schmidt hält dort Hereford-Mutterkühe mit ihren Kälbern, Färsen sowie Schweine auf weitläufigen Weideflächen in der Heide. Ein zentraler Bestandteil seines Betriebskonzepts ist die stressarme Weideschlachtung, die er selbst durchführt. Kurze Wege, ein routinierter Ablauf und eine ruhige, vertraute Umgebung ersparen den Tieren bis zuletzt unnötigen Stress und geben ihnen Sicherheit. Ministerin Staudte erhielt Einblicke in ein Betriebskonzept, das Regionalität, Tierwohl und Nachhaltigkeit konsequent miteinander verbindet – von der Weide bis auf den Teller. Für Alexander Schmidt ist diese Form der Landwirtschaft Ausdruck seiner Verantwortung gegenüber den Tieren und der Natur. Sie ist für ihn weit mehr als ein Produktionsmodell: Sie ist eine Haltung zum Leben.
Miriam Staudte:
„Mich begeistert die Innovationskraft und der Enthusiasmus, die von diesem Betrieb ausgehen. Hier wird nicht nur Verantwortung für Tiere und Natur übernommen. Mit seinem Ideenreichtum leistet Alexander Schmidt auch einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und regionale Lebensmittelproduktion. Das innovative Konzept der Weideschlachtung zeigt, dass sich hohe Tierwohlstandards und regionale Wertschöpfung sinnvoll miteinander verbinden lassen.“
Zum Abschluss besuchte Ministerin Staudte das NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde (Landkreis Gifhorn). Bärbel Rogoschik, die engagierte Geschäftsleitung, führte durch die Einrichtung, die mit einer Kapazität von mehr als 2.500 Tieren zu den größten Auffang- und Pflegestationen Niedersachsens zählt. Zugleich ist sie die staatlich anerkannte zentrale Storchenpflegestation des Landes. Im Artenschutzzentrum werden kranke, verletzte oder hilflos aufgefundene Wildtiere versorgt und – wenn möglich – wieder auf ein Leben in der Natur vorbereitet. Das Spektrum reicht von Vögeln und Säugetieren bis hin zu Amphibien und Reptilien. Mit seiner Arbeit leistet das Zentrum einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung und zum Arten- und Naturschutz in Niedersachsen.
Miriam Staudte:
„Artenschutz bedeutet mehr als die Pflege verletzter Wildtiere. Das Zentrum in Leiferde vermittelt Wissen, schafft Verständnis für ökologische Zusammenhänge und begeistert Menschen für den Schutz unserer heimischen Arten. Hier wird deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit von Ehrenamt, Fachleuten und öffentlicher Hand für einen wirksamen Natur- und Artenschutz ist.“
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erstellt am:
14.07.2026
zuletzt aktualisiert am:
15.07.2026