Artikel-Informationen
erstellt am:
08.09.2026
Hannover. Estland gilt innerhalb der Europäischen Union im Bereich der Digitalisierung und staatlicher Krisen-Resilienz als Vorreiter. Auch in der nachhaltigen Landwirtschaft verfolgt das Land innovative Ansätze, etwa durch einen hohen Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen und den Einsatz digitaler Landwirtschaftstechnologien. Mit dem Ziel, Impulse für die niedersächsische Land- und Ernährungswirtschaft zu gewinnen, reist Agrarministerin Miriam Staudte in der Zeit vom 29. September bis 3. Oktober nach Tallinn. Begleitet wird sie von einer Delegation, bestehend aus, Vertreterinnen und Vertretern landwirtschaftlicher Verbände sowie Akteuren aus Wissenschaft, Forschung und landwirtschaftlicher Praxis, sowie Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags. Auf dem Programm stehen unter anderem Gespräche mit der estnischen Regierung, Besuche von Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben sowie der Austausch mit Einrichtungen des Bevölkerungsschutzes. Die Delegation erhält zudem Einblicke in die weit fortgeschrittene Digitalisierung der estnischen Verwaltung und deren Anwendung im Agrarbereich.
Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte:
„Vom Baltikum können wir lernen, wenn es um Krisenvorsorge geht. Außerdem zeigt Estland eindrucksvoll, welche Chancen Digitalisierung für Staat, Wirtschaft und Landwirtschaft bietet. Gerade bei Verwaltungsverfahren können digitale Lösungen für Landwirtinnen und Landwirte einen echten Mehrwert schaffen und Behörden entlasten. Estland steht wie Niedersachsen vor großen Herausforderungen bei Klimaschutz, nachhaltiger Landbewirtschaftung und der Sicherung unserer Versorgung. Wir wollen deshalb voneinander lernen, erfolgreiche Ansätze kennenlernen und prüfen, welche Erfahrungen für Niedersachsen hilfreich sein können.“
Der politische Austausch mit der estnischen Regierung ist ein wichtiger Bestandteil der Reise. Vorgesehen sind Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Ministerien. Dabei sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der agrarpolitischen Rahmenbedingungen beider Länder erörtert werden.
Im E-Estonia Briefing Centre informiert sich die Delegation über die estnische digitale Verwaltung und deren praktische Anwendung. Anschließend ist ein Best-Practice-Austausch mit einem estnischen IT-Unternehmen vorgesehen, das unter anderem digitale Lösungen für die öffentliche Verwaltung und die Agrarverwaltung entwickelt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit Klimaschutz und Torf. Bei einem Besuch im Torfabbaugebiet Sooniste kann die Delegation einen Betrieb besichtigen, bei dem neben dem Torfabbau auch eine abschnittsweise Wiedervernässung umgesetzt wird. Mit den Verantwortlichen vor Ort sollen dabei insbesondere technische und wirtschaftliche Fragen sowie Möglichkeiten zur Reduzierung des Torfabbaus diskutiert werden.
Praxisnahe Einblicke in die ökologische Landwirtschaft bietet der Besuch eines traditionsreichen Bio-Milchviehbetriebs in Nordestland. Der Betrieb wirtschaftet seit vielen Jahren ökologisch und verbindet Tierhaltung, eigene Futterproduktion und nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Die Delegation erhält dabei Gelegenheit, sich über betriebliche Strategien für eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft im Nordosten Europas auszutauschen.
Darüber hinaus widmet sich die Reise der Krisenvorsorge und Ernährungssicherheit. Bei der zuständigen staatlichen Einrichtung informiert sich die Delegation über strategische Vorräte und die Sicherstellung der Versorgung in Krisensituationen. Ein weiterer Austausch ist mit dem estnischen Rettungsamt vorgesehen. Dabei geht es insbesondere um die Organisation der Versorgung und Gemeinschaftsverpflegung der Bevölkerung im Falle größerer Krisen oder Evakuierungen.
Hintergrund:
Estland gilt als Vorreiter bei der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und gilt aufgrund der Nähe zu Russland als vorbildlich in der Notfallvorsorge. Die Reise bietet die Möglichkeit, diese Erfahrungen mit niedersächsischen Ansätzen zu vergleichen und Impulse für eine Umsetzung in Niedersachsen zu gewinnen.
Redaktioneller Hinweis:
Sofern Medienvertreterinnen bzw. -vertreter Interesse haben, die Reise zu begleiten, melden Sie sich bitte bis zum 18. September unter pressestelle@ml.niedersachsen.de .
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erstellt am:
08.09.2026