Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Kohlenstoffinventur in niedersächsischen Wäldern gestartet

Messtrupps sammeln umfangreiche Informationen – Dritte bundesweite Erhebung


Hannover. In den niedersächsischen Wäldern laufen derzeit umfangreiche Messungen für die Kohlenstoffinventur 2027 (CI27). In den kommenden eineinhalb Jahren werden verschiedene Messtrupps an rund 4.000 Stichprobenpunkten unterschiedliche Merkmale an Bäumen, Verjüngung und Totholz aufnehmen. Neben der Baumart interessieren die Experten vor allem die Baumanzahl sowie deren Durchmesser und Höhe. Aber auch Informationen zu Baumpilzen und -höhlen werden stichprobenartig erfasst. Ziel der Inventur ist es insbesondere, den im Wald gebundenen Kohlenstoff sowie dessen Veränderung in der lebenden Biomasse und im Totholz als Grundlage für das Treibhausgas-Monitoring im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu erfassen. Darüber hinaus sollen die Daten als Grundlage zur Berichterstattung nach der EU-Wiederherstellungsverordnung herangezogen werden. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2029 veröffentlicht.

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte: „Die Kohlenstoffbindungsleistung des Waldes ist eine sehr wichtige Kenngröße im Klimamonitoring. Durch die Extremwettereignisse und in der Folge die vielen Kalamitätsflächen haben sich die Kohlenstoffvorräte im Wald verändert – dies zeigte sich bereits im Jahr 2024 durch die Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur. Mit der erneuten Aufnahme unserer Wälder werden die Folgen der Klimakrise für die Gesellschaft transparent.“

Das Landwirtschaftsministerium hat erstmals die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) und das dort neu angesiedelte Kompetenzzentrum für Waldinventur mit dieser wichtigen Aufgabe betraut. Der Leiter der NW-FVA, Dr. Ralf-Volker Nagel, dazu: „Als die Kompetenz- und Servicestelle für die Forstbetriebe, Waldbesitzende, Verwaltung und die Politik nimmt die NW-FVA eine herausragende Stellung in der waldbezogenen Klimafolgenforschung in Niedersachsen ein. Die neu hinzugewonnene Aufgabe ergänzt das Portfolio der NW-FVA hervorragend. Von der Datenaufnahme im Wald bis hin zur Klimafolgenforschung können wir nun alles aus einer Hand anbieten.“

Hintergrund:

Die Kohlenstoffinventur 2027 wird deutschlandweit zum dritten Mal (nach 2008 und 2017) aufgenommen und ist ein Gemeinschaftswerk von Bund und Ländern. Die Durchführung der Kohlenstoffinventur ist ein gesetzlicher Auftrag gemäß Bundeswaldgesetz § 41a. Zuständig ist auf Bundesebene das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut für Waldökosysteme. Als Zwischeninventur zwischen den Bundeswaldinventuren 2022 und 2032 wird hierbei mit einem eingeschränkten Datenspektrum der Zustand des deutschen Waldes erfasst.

Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) ist eine gemeinsame waldbezogene Forschungseinrichtung der Länder Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Sie erbringt auf rund einem Viertel der deutschen Waldfläche ein sehr vielfältiges Leistungsspektrum. Dieses reicht von der spezialisierten Fachberatung aller Waldbesitzenden und Forstleuten, der angewandten forstlichen Forschung bis hin zum Umweltmonitoring (Boden- und Waldzustandserhebung).

Artikel-Informationen

erstellt am:
15.05.2026

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln