Artikel-Informationen
erstellt am:
17.06.2026
zuletzt aktualisiert am:
07.07.2026
Hannover/Neustadt am Rübenberge. Förderbescheide über insgesamt rund 2,8 Millionen Euro hat Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte heute an sieben Projektträger im Dorfgemeinschaftshaus Wulfelade in Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) übergeben. Das Dorfgemeinschaftshaus wurde im Jahr 2005 gemeinsam von den Wulfelader Vereinen und Institutionen von der Stadt Neustadt erworben, der Dorfgemeinschaftsverein übernahm die Unterhaltung. Die umfangreiche Sanierung wurde mit LEADER-Mitteln gefördert.
Ministerin Miriam Staudte: „Der heutige Veranstaltungsort ist besonders gut gewählt: Das ehemalige Schulgebäude wurde durch sämtliche örtliche Vereine, Verbände und Institutionen gemeinsam erworben. Das ist wirklich etwas Besonderes und dürfte in dieser Form einmalig sein! Das Motto ‚Gemeinsam anpacken‘ ist auch prägend für die Projektträger, die heute ihre Bescheide erhalten haben. Zusammen nach Lösungen suchen, kreative Ideen entwickeln – und sie dann gemeinsam mit viel Engagement und Optimismus umsetzen. So prägen sie die eigene Dorfgemeinschaft und verändern sie positiv!“
Die einzelnen Projekte im Überblick:
Die Gemeinde Flecken Steyerberg (Landkreis Nienburg) erhält für die Umnutzung einer ehemaligen katholischen Kirche zum Jugendhaus in Steyerberg eine Förderung in Höhe von rund 147.000 Euro. Die Gemeinde möchte das Kirchengebäude erwerben und so modernisieren, dass es als Jugendhaus nutzbar ist. Eine ökologische Aufwertung des Gebäudes ist genauso vorgesehen wie ein Umbau des Gottesdienstraumes zur Tobe- und Bewegungshalle. Dort sollen unter anderem eine Kletterwand sowie Bewegungsspiele wie Darts, Kicker, Boxsack und Airhockeytisch integriert werden. Im Gemeindesaal werden eine offene Gemeinschaftsküche eingebaut und Sitzmöglichkeiten für gemeinschaftliches Essen, Gespräche, Hausaufgabenhilfe oder Brettspiele nach Umbau und Modernisierung angeboten. Im Pfarrgarten sind eine Basketball-, Kletter- und Fußballfläche.
Die Gemeinde Hüde (Landkreis Diepholz) erhält für die Umgestaltung und Aufwertung der Kernzone Hüde eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro. Das Vorhaben umfasst die grundlegende Umgestaltung der Kernzone, die heute durch eine nahezu vollständige Versiegelung, hohe Verkehrsbelastung und eine geringe Aufenthaltsqualität geprägt ist. Ziel ist die Entwicklung eines so genannten Shared-Space-Bereichs: Die Einfahrt in die Kernzone soll für den motorisierten Verkehr durch verengte Zufahrten und Baum-Torbogen unattraktiver gestaltet werden, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen. Der Kfz-Verkehr wird dazu angehalten, bereits die öffentlichen und privaten Parkflächen vor der Kernzone zu benutzen. Auch Grünflächen und Versickerungsmulden mit Blühflächen als Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten sind geplant und tragen zur Biodiversität bei.
Einen Förderbescheid über 500.000 Euro überreichte Ministerin Miriam Staudte der Gemeinde Uetze (Region Hannover) für einen Inklusionsspielplatz in Dollbergen. Der Kinderspielplatz „Klaes Garten 35“ liegt zentral im gleichnamigen Baugebiet in Dollbergen. Mit einer Fläche von rund 2.990 Quadratmetern ist er der größte Spielplatz der Gemeinde Uetze und – neben dem Spielplatz „Richtweg“ in Hänigsen – einer der am besten ausgestatteten. Die Gemeinde Uetze plant eine umfassende, barriere- freie und nachhaltige Umgestaltung des Spielplatzes. Ziel ist ein moderner, inklusiven und generationsübergreifenden Spiel- und Bewegungsraum, der nicht nur Kindern, Jugendlichen und Familien offensteht, sondern auch neue Zielgruppen wie ältere Menschen anziehen soll.
Über einen Bescheid über rund 471.000 Euro kann sich der Verein „Wasserpark Wenningsen“ für die Errichtung eines Sanitärgebäudes für den Wasserpark Wennigsen (Region Hannover) freuen. Der Wasserpark Wennigsen ist ein Naturbad mit biologischer Wasseraufbereitung, das seit vielen Jahren ein zentraler Ort der Naherholung, des Sports und der Begegnung in der Gemeinde ist. Mit seinem Fokus auf nachhaltige Bade- und Erlebnisqualität bietet er attraktive Angebote für alle Generationen. Ein zentraler Bestandteil der Maßnahme ist die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach. Mit einer geplanten Jahresleistung von ca. 50.000 kWh kann der Energiebedarf des Bades dann weitgehend gedeckt werden, wodurch ein erheblicher Beitrag zu einem klimaneutralen Betrieb erreicht wird.
Über gleich drei Förderbescheide kann sich die Gemeinde Lauenhagen (Landkreis Schaumburg) freuen. Für die Sanierung und Modernisierung des Sporthauses Lauenhagen hat die Gemeinde einen Bescheid über 500.000 Euro erhalten. Die Bausubstanz ist funktional und energetisch stark veraltet und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit, Hygiene und Energieeffizienz. Mit dem Projekt soll das Sporthaus umfassend saniert und funktional weiterentwickelt werden. Geplant sind die energetische Erneuerung der Gebäudehülle und der technischen Anlagen, der Umbau der Sanitär- und Umkleidebereiche, die Herstellung von Barrierefreiheit sowie die Einrichtung eines Fitness- und Gymnastikraums. Dadurch soll das Sporthaus über den klassischen Vereinsbetrieb hinaus zu einer multifunktionalen Einrichtung für Sport, Gesundheit und Begegnung weiterentwickelt werden.
Auch die Umgestaltung der Sport- und Freizeitanlage Lauenhagen wird mit 500.000 Euro unterstützt. Die Gemeinde Lauenhagen plant die Errichtung eines öffentlich zugänglichen Aktiv-Parks im Ortskern. Vorgesehen sind Bewegungs- und Sportangebote für verschiedene Altersgruppen (unter anderem Mehrgenerationen-Sportgeräte, Outdoor-Gym-Elemente), Aufenthalts- und Begegnungsbereiche mit Sitzgelegenheiten sowie eine gestalterische und ökologische Aufwertung durch Begrünung. Ziel ist ein generationengerechter, barrierearmer und frei zugänglicher Bewegungs- und Begegnungsraums. Der Aktiv-Park ist Bestandteil eines Gesamtkonzepts zur Entwicklung einer lebendigen Dorfmitte in Lauenhagen und ergänzt funktional die Sanierung des Sporthauses sowie die Umnutzung des Alten Feuerwehrhauses.
Für die Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Feuerwehrhauses zur multifunktionalen Nutzung erhält die Gemeinde ebenfalls eine Förderung: Das Projekt wird mit rund 143.000 Euro unterstützt. Nach der Fusion der Ortsfeuerwehren wird das Gebäude nicht mehr von ihnen genutzt. Die bauliche Substanz sowie die haustechnischen Anlagen entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen und erlauben derzeit keine ganzjährige Nutzung. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines mehrfunktional nutzbaren Gemeinschaftshauses, das flexibel auf unterschiedliche Bedarfe reagieren kann. Das Gebäude soll künftig Räume für Vereine, ehrenamtliche Initiativen, Seniorengruppen sowie kleinere kulturelle und gemeinschaftliche Veranstaltungen bereitstellen.
Hintergrund:
Die Förderung der Projekte erfolgt im Rahmen der Dorfentwicklung, der Basisdienstleistungen sowie über LEADER. Ziel der Programme ist es, die Lebensqualität in den ländlichen Regionen Niedersachsens zu stärken, ortsbildprägende Gebäude zu erhalten sowie neue Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders zu schaffen. Gefördert werden unter anderem Projekte zur Um- und Nachnutzung bestehender Gebäude, zur Verbesserung der Grundversorgung sowie Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Identität und des zivilgesellschaftlichen Engagements.
LEADER ist ein Förderansatz der Europäischen Union für die Entwicklung ländlicher Räume. Die Auswahl der Projekte erfolgt durch lokale Aktionsgruppen vor Ort. In Niedersachsen gibt es derzeit 68 LEADER-Regionen.
Redaktioneller Hinweis:
Für inhaltliche Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:
Frau Böttcher
Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser
Tel.: +49 5121 6970-176
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erstellt am:
17.06.2026
zuletzt aktualisiert am:
07.07.2026