Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Bundesweit einmaliges Modellprojekt für Zuwanderung im Ländlichen Raum

Agrarminister Meyer fördert Projekt im nördlichen Emstal mit 250.000 Euro


HANNOVER. Das Land Niedersachsen fördert ein bundesweit einmaliges Modellprojekt für die Integration von Zuwanderern im Ländlichen Raum mit 250.000 Euro. Einen entsprechenden Förderbescheid hat Landwirtschaftsminister Christian Meyer jetzt stellvertretend der Samtgemeinde Lathen im Emsland zukommen lassen, die dieses Vorhaben in den nächsten drei Jahren federführend umsetzt. Gefördert wird das Modellprojekt aus dem Fördertopf für den Ländlichen Raum. „Es freut mich sehr, dass die Gemeinden im Modellprojekt Zuwanderung als Chance gerade für den Ländlichen Raum begreifen und in Integration investieren wollen", sagte Meyer. Daher wird mit dem Zuschuss außerplanmäßig Geld aus dem Förderprogramm für den Ländlichen Raum PFEIL bereitgestellt. Konkret sollen „ländliche integrierte Veränderungsprozesse" (LVP) erforscht werden, damit ländliche Regionen auf neue Herausforderungen wie die Integration von Flüchtlingen bestens reagieren können.

Die Modellregion im nördlichen Emstal, zu der die Gemeinden Dörpen, Haren, Lathen, Rehde und Papenburg gehören, möchte im Modellprojekt eine völlig neue Art der sogenannten Prozesskultur und des Veränderungs-Managements erproben und daraus Grundsätze für Niedersachsen ableiten. „Mit der verstärkten Aufnahme von Geflüchteten haben sich für die Menschen in den Gemeinden neue Aufgaben ergeben. Wir wollen mit dem Projekt ein besonderes Augenmerk auf Chancen und Herausforderungen der Zuwanderung im ländlichen Raum legen. Niedersachsen kann von Lathen lernen!", begrüßte Meyer den Antrag der Samtgemeinde.

Dass die Initiatoren des Projekts die Integration von Menschen anderer Herkunft als besonders vielversprechend sehen, basiere auch auf der jüngeren Geschichte des nördlichen Emslands: So blicke die Region auf eine Erfolgsstory bei der Aufnahme von Spätaussiedlern zurück. Diese seien heute fester Bestandteil im sozialen Leben der Gemeinden, wirkten in Vereinen und Verbänden mit und machten einen großen Teil der Arbeitnehmerschaft aus.

„Das nördliche Emsland macht sich stellvertretend auf, Integration von Geflüchteten im Ländlichen Raum mit neuen Konzepten für Bildung, Arbeitsmarkt und soziales Zusammenleben zu lösen", so Meyer. Besonders freue ihn, dass so viele lokale Akteure - von Kirchengemeinden über Vertreter des Landvolks bis hin zu Tourismusverbänden - beteiligt werden sollen. Ein Veränderungs-Manager wird die Prozesse zudem koordinierend begleiten. Auch eine Webseite zum Projekt soll entstehen und anschließend ausgewertet werden.

Artikel-Informationen

09.11.2017

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