Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Forstliche Förderung in Niedersachsen

Foto mit Hubschrauber, der Kalk im Wald ausbringt  
Kompensationskalkung (hier mit Hubschrauber)
Kiefernwald mit unterpflanzten Buchen  
Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft (hier: Unterbau mit Buche)
Foto mit Pferd beim Holzrücken  
Einsatz von Pferden für bodenschonendes Holzrücken
Foto mit Holzerntemaschine im Nadelwald  
Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
Foto mit Schlepper bei der Pflege eines Waldweges  
Wegepflege im ländlichen Wegebau
Foto mit Forstwirt bei der Pflanzung für eine Erstaufforstung  
Erstaufforstung
Förderung waldbaulicher Maßnahmen

Mit Wirkung vom 1. Oktober 2015 ist die neue Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen in Kraft getreten.

Zahlreiche Vorgaben des europäischen Wettbewerbsrechts waren zu berücksichtigen und sind deutlich sichtbar eingearbeitet. Alle staatlichen Beihilfen (= Zuwendungen) müssen von der EU-Kommission genehmigt werden, besonders auch, wenn sie ohne EU-Kofinanzierung gewährt werden.

Forstfachlich hat die Förderrichtlinie bereits 2015 einige Änderungen hinsichtlich der förderfähigen Baumarten erfahren sowie als weiteren deutlichen Einschnitt den Wegfall der Förderung des forstwirtschaftlichen Wegeneubaus.

Änderungen vom 01.10.2015 im Einzelnen:

Die förderfähigen Baumarten sind jetzt nach ihrer ökologischen Zuträglichkeit in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Für die Baumartengruppe 1 beträgt die Zuwendung bis zu 100 %.
  • Für die Baumartengruppe 2 beträgt die Zuwendung bis zu 50 %.

Die Baumart Douglasie wird auf folgenden Standorten nicht gefördert:

  • in Nationalparken, Biosphärenreservaten oder gesetzlich geschützten Biotopen gemäß § 30 BNatSchG i. V. m. § 24 NAGBNatSchG,
  • auf Flächen von wertbestimmenden Lebensraumtypen (LRT) in FFH-Gebieten,
  • auf laubholzfähigen Standorten (z. B. naturnahe Waldmeister-Buchenwälder, Sternmieren-Hainbuchen-Stieleichenwälder) mit einer guten bis sehr guten Nährstoffversorgung (Nährstoffziffer 4+ und besser);

Neue Fördersätze
:

Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft

  • bis zu 70 % bei Mischkulturen mit mindestens 50 % Laubbaumanteil
  • Ausnahme: bis zu 60 % bei Mischkulturen mit mindestens 30 % Laubbaumanteil auf bestimmten nährstoffarmen und trockenen Standorten (WET 90)
  • bis zu 85 % bei Laubbaumkulturen mit maximal 20 % Nadelbaumanteil
Erstaufforstung
  • bis zu 80 % bei Mischkulturen mit mindestens 50 % Laubbaumanteil
  • bis zu 90 % bei Laubbaumkulturen mit maximal 20 % Nadelbaumanteil
  • bis zu 100 % für reine Laubbaumkulturen

Die Einkommensverlustprämie wird nicht mehr gewährt.

Der Neubau forstwirtschaftlicher Wege wird nicht mehr gefördert.

Für den Ausbau forstwirtschaftlicher Wege gelten in Abhängigkeit von der Betriebsgröße folgende Fördersätze:
  • Forstbetriebsfläche unter 100 ha bis zu 70 %
  • Forstbetriebsfläche unter 1 000 ha bis zu 60 %
  • Forstbetriebsfläche über 1 000 ha bis zu 42 %

Termine für die Abgabe von Förderanträgen
bei der Regionalstelle der Bewilligungsbehörde:

bis zum 31. März des Jahres
  • Wegeausbau
  • Strukturdatenerfassung

bis zum 30. April des Jahres

  • Bodenschutzkalkung
bis zum 30. Juni des Jahres
  • Erstaufforstung
  • Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft
  • Pflegeprämie
bis zum 30. September des Jahres
  • Wegeausbau
  • Bodenschutzkalkung
  • Erstaufforstung
  • Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft

Förderung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse (FWZ)


Der niedersächsische Privatwald ist durch Strukturmängel wie z. B. geringe Besitzgröße und Besitzzersplitterung gekennzeichnet. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt nur rd. 12 Hektar. Die strukturellen Nachteile können mittel- bis langfristig nur durch überbetriebliche Maßnahmen überwunden werden. Daher kommt der freiwilligen Zusammenarbeit der privaten Waldbesitzer in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen eine besondere Bedeutung zu. Das Land Niedersachsen unterstützt finanziell den Aufbau und die Entwicklung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse. Darüber hinaus können anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse Fördermittel für die Betreuung ihrer Mitglieder durch Forstfachkräfte erhalten.


Förderung des Einsatzes von Pferden bei der Holzernte
in Wäldern Niedersachsens


Ziel der Förderung ist es, umweltverträgliche Rückeverfahren mit Pferden zu unterstützen. Im Gegensatz zu Maschinen, die zeitweise witterungsbedingt ihre Arbeit einstellen müssen, ist das Rücken mit Pferden fast ganzjährig möglich. Unter bestimmten Bedingungen, z. B. auf unbefahrbaren problematischen Böden, bei ausreichendem Bewegungsraum, ist das Rücken mit Pferden pfleglicher für Bestand und Boden. Die Umweltbelastung beim Rücken mit Pferden ist gering. Pferde-Rückeunternehmen sollen auch in den Stand versetzt werden, ihre Leistungen zu konkurrenzfähigen Preisen anzubieten.


Antragstellung


Weitere Hinweise zur Antragstellung erhalten Sie bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Dort erfolgt auch die Antragstellung.


Stempel "Förderung"

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