Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Das Bieneninstitut Celle

Warum Honig im heißen Tee nichts zu suchen hat

Das Bieneninstitut Celle und sein exzellenter Ruf - Pollenanalyse bis Königinnenzucht

Von Klaus Jongebloed


Hannover/Celle. Wenn Werner von der Ohe anfängt zu erzählen, dann sollte man als Zuhörer viel Zeit mitbringen: Denn der Leiter des Instituts für Bienenkunde (IB) in Celle - im Volksmund kurz Bieneninstitut Celle genannt - weiß unglaublich viel zu berichten über die geheimnisvolle und spannende Welt der Bienen. Und er hat dabei stets im Blick, dass es immer auch um das Renommee des Bieneninstituts geht - nicht nur in Niedersachsen, nicht nur in Deutschland, sondern europa- und weltweit. Denn die Mitarbeiter haben über Forscherkreise hinaus einen exzellenten Ruf.

Das Bieneninstitut Celle wurde im Jahr 1927 gegründet und ist eins von sechs Instituten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Die Lage der Einrichtung kann sich sehen lassen: Sie befindet sich im Süden der Stadt und ist wunderbar eingebettet in der einst herzoglichen Orangerie nahe der historischen Parkanlage des Französischen Gartens.

Schaut man sich die Aufgaben des IB einmal näher an, wird schnell klar, warum die Celler eine solche Bedeutung haben: Im Institut werden nämlich jedes Jahr nicht nur rund 14.000 eingesandte Proben untersucht, um den Honigmarkt zu überwachen und eine - rechtzeitige - Prävention von Bienenkrankheiten zu ermöglichen. „Über eine Pollenanalyse können auch Herkunft und Sortenreinheit von Honig bestimmt werden", sagt IB-Leiter Werner von der Ohe. Und falls tatsächlich der Verdacht auf eine Bienenkrankheit besteht, steht die Einrichtung den örtlichen Veterinärämtern als kompetenter Gesprächspartner zur Verfügung. Damit aber noch längst nicht genug: Das Bieneninstitut Celle betreibt derzeit bundesweit die einzige Berufsfachschule für Imker. Hinzu kommen Fortbildungsmöglichkeiten für Hobby-Imker sowie ein Beratungsdienst.

„Bienenhaltung ist von ökologischer und ökonomischer Bedeutung", macht von der Ohe klar. „Die ökonomische Wertigkeit bezieht sich dabei nicht nur auf den Verkaufserlös der Produkte aus dem Bienenvolk, sondern auch auf die enorme Bestäubungsleistung der Bienen." Hier seien vor allem die Kulturpflanzen zu nennen, „die Dank der Bestäubung höhere und gesicherte Erträge bringen". Aus ökologischer Sicht ist nach von der Ohes Worten die Bestäubung wild wachsender Blütenpflanzen durch Honigbienen von großer Bedeutung. Sie sichere die Vermehrung dieser Pflanzen und die Biodiversität. „Eine flächendeckende Bestäubung ist nur durch eine entsprechende Verbreitung von Bienenvölkern und damit Imkereien gesichert", so der IB-Leiter.

Und wenn von der Ohe erst einmal ins Erzählen verfällt, räumt er zuweilen zugleich mit weit verbreiteten Trugschlüssen auf: Oder wussten Sie, dass Honig im heißen Tee zwar ganz gut schmeckt - aber dadurch leider die gesundheitliche Wirkung des Honigs auf ein Minimum reduziert wird? Gleiches gilt für karamellisierten Honig, den man tunlichst nicht in einem heißen Wasserbad wieder verflüssigen sollte. Von der Ohe: „Dadurch werden nämlich die Enzyme zerstört, der Honig verliert einen wesentlichen Teil seines Wertes." Besser sei, den Tee zu trinken und separat den Honig zu löffeln. „Und wenn Honig zu hart ist, sollte man am besten mit einem Wasserbad unter 40 Grad Celsius bleiben", sagt von der Ohe.

Übrigens: Wer sich einmal ein eigenes Bild vom Bieneninstitut Celle machen möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Die Einrichtung lädt nämlich zu einem Tag der offenen Tür ein: am Sonntag, 6. September von 10.30 Uhr bis 17 Uhr. Neben einer Honig- und Pollenanalyse können Besucher hautnah Bienenweide und Bestäubung, Honig- und Wachsgewinnung, Königinnenzucht und Filme und vieles andere erleben. Darüber hinaus bietet das Institut das ganze Jahr über Führungen durch Demonstrationsräume, Museum und Bienengarten an. Diese können über die Tourismus Region Celle gebucht werden unter Telefon 05141/550714.

 

Institut für Bienenkunde Celle / © Otto Boecking

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