Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz klar

Niedersächsische Schafzuchtverbände zu Gast bei Ministerin

 
Austausch über die besondere Bedeutung der Schafhaltung in Niedersachsen sowie zum Thema Wolfsschutz: Ministerin Barbara Otte-Kinast (Mitte) und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Vertretern der niedersächsischen Schafzuchtverbände.


Die besonderen Leistungen der Schafhaltung für die Gesellschaft und die Natur standen im Fokus des Treffens der Vertreter der niedersächsischen Schafzuchtverbände mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Zugleich machten die Verbandsvertreter deutlich, dass die wirtschaftliche Lage der schafhaltenden Betriebe zunehmend schwieriger werde. Dies sei insbesondere der Rückkehr des Wolfes geschuldet, weil vor allem der hohe Arbeitsaufwand für Bau und Unterhaltung der „wolfssicheren“ Zäune von den Schäfern nicht mehr geleistet werden kann. In Niedersachsen werden zwar 80 % der Investitionskosten für wolfsabweisende Zäune bezuschusst, diese Kosten würden allerdings nur etwa 10 bis 15 % des tatsächlichen Aufwandes ausmachen. Während man früher die Schafe vor dem Ausbruch aus der Weide schützen musste, gelte es heute, die Schafe vor dem Wolf zu schützen – eine ganz andere und sehr viel aufwändigere Situation, die für die Schafhalter insbesondere nach einem Wolfsübergriff auch psychisch sehr belastend sei. Die Vertreter der Schafzuchtverbände fordern daher eine deutlich höhere Unterstützung für den Wolfsschutz und nach Möglichkeit eine zusätzliche Schafprämie.

Für die Anliegen der Schafhalter brachte Ministerin Barbara Otte-Kinast ihr Verständnis zum Ausdruck. „Ich erkenne die Leistungen der Schafhaltung für die Gesellschaft an und bin beeindruckt von der hohen Arbeitsbelastung der Schäferinnen und Schäfer, die Tag und Nacht, bei Wind und Wetter für ihre Tiere da sind“, betonte sie. Der Umgang mit dem Wolf müsse gemeinsam mit Umweltminister Lies, dem Bund und der EU überprüft werden. Eine bessere Unterstützung der Schafhalter für die besonderen Leistungen und den Wolfsschutz hält Barbara Otte-Kinast für ebenso wichtig wie eine deutlich stärkere Nachfrage der hochqualitativen Produkte aus heimischer Schafhaltung durch den Verbraucher.

Hintergrund:

In Niedersachsen halten etwa 12.000 Schafhalter rund 235.000 Schafe. Der Küstenschutz und die Landschaftspflege in den unterschiedlichen Regionen Niedersachsens gehören dabei zu den wichtigsten Aufgaben der Schafhaltung. Eine herausragende Bedeutung nimmt hierbei die Pflege von mehr als 1.000 Kilometer Deichfläche ein, die ohne Schafhaltung nicht denkbar wäre. Schafe leisten somit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft bei der Erhaltung und Gestaltung unserer vielfältigen Landschaftsbilder. Zudem fördern sie die Biodiversität und erhalten bzw. schaffen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.

Artikel-Informationen

23.02.2018

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln