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Berufe in der Forstwirtschaft

In der niedersächsischen Forstwirtschaft sind mehrere tausend Menschen ganzjährig oder saisonal beschäftigt. Die größten forstlichen Arbeitgeber sind die Niedersächsischen Landesforsten, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit ihren Forstbetriebsgemeinschaften sowie die Bundesforstämter.

Der Wald schafft aber auch gleichzeitig Arbeitsplätze im Holzhandel und in der holzbe- und verarbeitenden Wirtschaft. Die Zahl der in diesen Branchen Beschäftigten übersteigt die Zahl der in der Forstwirtschaft Beschäftigten noch um ein Vielfaches. Näheres dazu kann unter anderem der Clusterstudie Forst und Holz Niedersachsen (PDF, 4,95 MB) entnommen werden.

Die Forstberufe

Dienstbesprechung in einem Forstamt

Dienstbesprechung in einem Forstamt

1. Master (M.Sc.) bzw. Diplom-Forstwirtin / Diplom-Forstwirt

Das Berufsbild
Die meisten Arbeitsplätze für Forstleute mit einem forstwissenschaftlichen Studienabschluss als Master of science bzw. dem derzeit auslaufenden Abschluss als Diplom-Forstwirtin / -Forstwirt (Universitätsstudium) liegen im Bereich der Forstverwaltungen von Bund, Ländern, Kommunen sowie Kloster- und Stiftungsforsten, in einem begrenzten Umfang auch in Privatforstverwaltungen. Es handelt sich dabei überwiegend um Leitungs- und Führungstätigkeiten.

In den öffentlichen Forstverwaltungen und -betrieben erfolgt eine Beschäftigung oft als Beamtin / Beamter der Laufbahn der agrar- und umweltbezogenen Dienste, Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt (ehemals: höherer Forstdienst) oder in vergleichbaren Beschäftigungsverhältnissen.

Bei den Niedersächsischen Landesforsten, die sowohl den Landeswald bewirtschaften als auch Körperschafts- und Genossenschaftswald betreuen, handelt es sich beispielsweise um Dienstposten in der Forstamtsleitung, in der Betriebsleitung oder in den Servicestellen, wie z. B. dem Niedersächsischen Forstplanungsamt oder dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum. Arbeitsmöglichkeiten bestehen auch im Landwirtschaftsministerium und bei der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt.

Bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit der Aufgabe der Beratung und Betreuung des Privatwaldes finden sich entsprechende Tätigkeiten in der Forstamtsleitung oder auch im Geschäftsbereich Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer in Hannover.

Daneben bestehen aber auch Beschäftigungsmöglichkeiten unter Anderem im Bereich der Holz- und Papierindustrie, beim Holzhandel, bei forstlichen Planungsbüros, im Umweltschutz, bei jagdlichen Organisationen oder in der Entwicklungshilfe.

Die Berufsaussichten
Bedingt durch erhebliche Umstrukturierungen der Forstbetriebe und Forstverwaltungen, aber auch der angrenzenden Wirtschaftszweige, sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit, haben sich das Berufsbild und die Arbeitsplätze deutlich verändert. Die Anzahl dauerhafter Beschäftigungsverhältnisse hat im klassischen Forstbereich deutlich abgenommen. Gleichzeitig bilden sich neue Beschäftigungsfelder heraus, wie beispielsweise im Zusammenhang mit der Nutzung erneuerbarer Energien oder der Klimaforschung. Auch wenn in den öffentlichen Forstverwaltungen teilweise noch Personalreduzierungen vorgenommen werden, ist ein zunehmender Personalbedarf in den kommenden Jahren absehbar.

Das Studium
Die Forstlichen Fakultäten der Universitäten Dresden, Freiburg, Göttingen und München haben den veränderten Anforderungen im Forstsektor Rechnung getragen. Sie bieten moderne sowie europaweit anzuerkennende forstwissenschaftliche Bachelor- und Masterstudiengänge mit Spezialisierungsmöglichkeiten in wirtschaftlich aktuell relevanten Fachgebieten an.

Nähere Informationen zu Studium und Studieninhalten finden Sie auf den Internetseiten der Forstlichen Fakultäten.

Der Vorbereitungsdienst (Referendariat)
Voraussetzung für einen Einstieg in den Forstdienst in der Beamtenlaufbahn der agrar- und umwltbezogenen Dienste, Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt ist die Ableistung eines zweijährigeren Vorbereitungsdienstes (Referendariat) mit abschließender Laufbahnprüfung (Große Forstliche Staatsprüfung). Zuständige Ausbildungsbehörde ist das Landwirtschaftsministerium. Im Rahmen des Referendariats werden verschiedene Ausbildungsabschnitte durchlaufen, wie z. B. bei den Niedersächsischen Landesforsten (beim Niedersächsischen Forstplanungsamt, bei den Forstämtern sowie bei der Betriebsleitung), der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, beim Landwirtschaftsministerium sowie eine Hospitation bei Verwaltungen und Unternehmen an die Forstverwaltung angrenzender Fachgebiete.

Die erfolgreich abgeschlossene Laufbahnprüfung berechtigt die Absolventinnen und Absolventen zur Führung der Berufsbezeichnung "Assessorin/Assessor des Forstdienstes".

Konkrete Informationen zur Ausbildung für den Forstdienst in der Laufbahn der agrar- und umweltbezogenen Dienste, Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt, zu den Bewerbungsmodalitäten sowie die jeweiligen Ansprechpartner können einem Merkblatt entnommen werden, welches als Download zur Verfügung steht.

Revierleiter bei der Holzaufnahme

Revierleiter bei der Holzaufnahme

2. Bachelor (B.Sc.) bzw. Diplom-Ingenieurin (FH) / Diplom-Ingenieur (FH) der Fachrichtung Forstwirtschaft

Das Berufsbild
Viele Arbeitsplätze für Forstleute mit einem forstwirtschaftlichen Studienabschluss als Bachelor of science oder dem derzeit auslaufenden Abschluss als Diplom-Ingenieurin oder Diplom-Ingenieur (FH) der Fachrichtung Forstwirtschaft finden sich bei den Forstdienststellen von Bund, Ländern, Kommunen, Kloster- und Stiftungsforsten sowie bei privaten Forstbetrieben. Es handelt sich dabei überwiegend um gehobene Leitungstätigkeiten.

In den öffentlichen Forstverwaltungen und -betrieben erfolgt eine Beschäftigung oft als Beamtin / Beamter der Laufbahn der agrar- und umweltbezogenen Dienste. Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt (ehemals: gehobener Forstdienst) oder in vergleichbaren Beschäftigungsverhältnissen.

Bei den Niedersächsischen Landesforsten, die sowohl den Landeswald bewirtschaften als auch Körperschafts- und Genossenschaftswald betreuen, handelt es sich beispielsweise um Dienstposten wie der Leitung eines Forstreviers, spezialisierte Tätigkeiten in den Bereichen Waldökologie, Waldnaturschutz, Waldinformation, Umweltbildung, oder auch Maschineneinsatzleitung, als Sachbearbeiter/in in der Betriebsleitung oder in den Servicestellen, wie z. B. dem Niedersächsischen Forstplanungsamt und dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum, aber auch als Forstamts- oder Verwaltungsdezernent in einem Forstamt. Arbeitsmöglichkeiten bestehen auch im Landwirtschaftsministerium und bei der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt.

Bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit dem Schwerpunkt der Beratung und Betreuung des Privatwaldes werden überwiegend Tätigkeiten als Bezirksförster/in oder als Sachbearbeiter/in im Geschäftsbereich Forstwirtschaft wahrgenommen.

In größeren Kommunal- und Privatforstbetrieben sind es meist Aufgaben der Revierleitung, der Büroleitung oder der Gesamtleitung des Forstbetriebes.

Daneben bestehen aber auch zunehmend Beschäftigungsmöglichkeiten unter anderem im Bereich der Holz- und Papierindustrie, beim Holzhandel, bei forstlichen Planungs- und Dienstleistungsunternehmen, im Umweltschutz, bei jagdlichen Organisationen oder in der Entwicklungshilfe.

Die Berufsaussichten
Bedingt durch erhebliche Umstrukturierungen der Forstbetriebe und Forstverwaltungen, aber auch der angrenzenden Wirtschaftszweige, sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit, haben sich das Berufsbild und die Arbeitsplätze deutlich verändert. Die Anzahl dauerhafter Beschäftigungsverhältnisse hat im klassischen Forstbereich deutlich abgenommen. Gleichzeitig bilden sich neue Beschäftigungsfelder heraus, wie beispielsweise im Zusammenhang mit der Nutzung erneuerbarer Energien oder der Klimaforschung. Auch wenn in den öffentlichen Forstverwaltungen teilweise noch Personalreduzierungen vorgenommen werden, ist ein zunehmender Personalbedarf in den kommenden Jahren bereits deutlich spürbar.

Das Studium
Forstwirtschaftliche Bachelor-Studiengänge werden von fünf Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland angeboten: Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen in Göttingen, Fachhochschule Weihenstephan in Freising, Fachhochschule Eberswalde, Hochschule Rottenburg am Neckar und Fachhochschule Erfurt.

Die Forstlichen Fakultäten der Universitäten Dresden, Freiburg, Göttingen und München bieten forstwissenschaftliche Bachelor-Studiengänge an. Diese Studienabschlüsse werden inzwischen auch als Zugangsberechtigung für den forstlichen Vorbereitungsdienst der Laufbahn der agrar- und umweltbezogenen Dienste, Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt, in Niedersachsen anerkannt, müssen dazu aber inhaltlich mit den Bachelorabschlüssen der Fachhochschulen vergleichbar und akkreditiert sein.

Das Studium umfasst im allgemeinen 6 Semester einschließlich der Praktika.

Nähere Informationen zu Studium und Studieninhalten finden Sie auf den Internetseiten der genannten Hochschulen.

Der Vorbereitungsdienst
Voraussetzung für einen Einstieg in den Forstdienst in der Beamtenlaufbahn der agrar- und umweltbezogenen Dienste, Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt, ist ein einjähriger Vorbereitungsdienst. Zuständige Ausbildungsbehörden sind das Landwirtschaftsministerium sowie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die praktischen Ausbildungsabschnitte werden bei den Forstämtern der Niedersächsischen Landesforsten bzw. den Forstämtern der Landwirtschaftskammer Niedersachsen abgeleistet. Mehrere Ausbildungslehrgänge sowie ein Verwaltungslehrgang runden die Ausbildung ab.

Den Abschluss bildet die Laufbahnprüfung.

Konkrete Informationen zur Ausbildung für den Forstdienst in der Laufbahn des agrar- und umweltbezogenen Dienste, Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt in Niedersachsen, zu den Bewerbungsmodalitäten sowie die jeweiligen Ansprechpartner können einem Merkblatt entnommen werden, welches als Download zur Verfügung steht.

Forstwirtschaftsmeister mit Auszubildenden

Forstwirtschaftsmeister mit Auszubildenden

3. Forstwirt/ Forstwirtin ("Waldfacharbeiter/ Waldfacharbeiterin")

Das Berufsbild
Das Berufsbild des Forstwirts/ der Forstwirtin wird von der Arbeit an und in der freien Natur geprägt. Forstwirte/ Forstwirtinnen begründen Wälder, pflegen und schützen sie, ernten Holz und führen Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen durch. Ihre Arbeiten sichern die verschiedenen Waldfunktionen.

Das Anforderungsprofil an die Forstwirte und Forstwirtinnen ist mit kaum einer anderen Arbeit vergleichbar: Häufig wechselnde Einsatzorte, starke Abhängigkeit vom Jahresablauf der Natur und von Witterungsbedingungen, überwiegender und körperlich sehr anstrengender Einsatz in der Holzernte. Trotz verschiedener Erleichterungen bei der Waldarbeit durch ergonomische Gestaltung von Arbeitsverfahren und zunehmende Mechanisierung erfordert die Arbeit im Wald daher volle körperliche Leistungsfähigkeit und geistige Beweglichkeit.

Die fortschreitende Mechanisierung und Technisierung der Waldarbeit, die Umsetzung der naturnahen Waldwirtschaft und neue Organisationsformen stellen ständig neue Anforderungen an den Forstwirt/ die Forstwirtin. Neue Formen der Zusammenarbeit erfordern zunehmende Eigenverantwortlichkeit, Teamfähigkeit und gesteigerte Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft.

Die Ausbildung
Der Beruf "Forstwirt/ Forstwirtin" ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb absolviert, der ein staatlicher, kommunaler oder privater Forstbetrieb sein kann. Den Berufsschulunterricht führt die Berufsschule in Northeim als Blockunterricht für alle Auszubildenden Niedersachsens durch. Zusätzlich erfolgt jährlich eine dreiwöchige überbetriebliche Ausbildung am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum in Münchehof/ Seesen.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten
Bei entsprechender Voraussetzung ist die spätere Prüfung zum Forstwirtschaftsmeister möglich. Die Vorbereitung hierzu kann im Rahmen von freiwilligen Lehrgängen mit etwa halbjähriger Dauer erfolgen. Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung ist nach Berufsabschlussprüfung eine mindestens dreijährige praktische Tätigkeit in der Forstwirtschaft. Der Forstwirtschaftsmeister arbeitet in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb als Ausbilder. Ferner unterliegen ihm im Rahmen der betrieblichen Disposition betriebswirtschaftliche, arbeitsorganisatorische und technische Aufgaben.

Technisch besonders interessierte und versierte Forstwirte mit guter Feinmotorik können zu Forstmaschinenführern fortgebildet werden.

Die Berufsaussichten
Für qualifizierte Forstwirte und Forstwirtinnen besteht eine zahlenmäßig sehr beschränkte Nachfrage. Als Folge laufender Verbesserungen der Arbeitsabläufe und stark zunehmender Mechanisierung in der Holzernte ist die Zahl der Beschäftigten stark rückläufig.

Große Arbeitgeber sind die Niedersächsischen Landesforsten sowie die forstlichen Lohnunternehmer.

Konkrete Informationen über die Ausbildung zum Forstwirt / zur Forstwirtin in Niedersachsen, zu den Anforderungen, den Bewerbungsmodalitäten sowie die jeweiligen Ansprechpartner können einem Merkblatt entnommen werden, welches als Download zur Verfügung steht.

Planung an der forstlichen Betriebskarte

Planung an der forstlichen Betriebskarte

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