- vielfältig wie das Land
Vom Kaufunger Wald im Süden über Harz und Heide bis zur ostfriesisch-oldenburgischen Geest im Nordwesten reichen die klimatisch und geographisch unterschiedlichen Landschaftsräume des zweitgrößten deutschen Flächenstaates. Im Flachland herrschen Kiefern vor, im Weserbergland Buchen und im Harz Fichten.
Niedersachsens Wälder heute
Niedersachsen ist im Bundesvergleich waldarm - mit nur 24,3 % Waldanteil liegt es trotz einer Waldfläche von mehr als einer Million Hektar an drittletzter Stelle. Noch heute leidet die Waldstruktur an den Folgen großer Waldzerstörungen durch Kriegs- und Nachkriegskahlschläge, Orkanverwüstungen (1972) und Waldbrände (1975 und 1976). Über die Hälfte der Wälder ist jünger als 40 Jahre. Niedersachsens Wald befindet sich damit in einer Aufbauphase: von der jährlich zuwachsenden Holzmenge werden nur drei Viertel genutzt.
24,3 % der Landesfläche sind Wald. Der Waldanteil im Osten und im Süden ist höher als der im Westen.
Die Niedersachsen sind gern im Wald
Der Wald ist beliebter Erholungsort. Bürgerbefragungen haben für den Wald in Niedersachsen jährlich über 220 Millionen Besuche ergeben. Forstverwaltungen, Kommunen und Verbände unterstützen die Erholung mit vielfältigen Einrichtungen: Wander-, Reit- und Radfahrwege, Skiloipen, Lehr- und Trimmpfade laden zum Aufenthalt in gesunder Umgebung ein. Waldparkplätze, Spiel- und Grillplätze sind eigens für die Besucher angelegt.
Faszination Lebensgemeinschaft Wald
Niedersachsens Wald ist landesweit der naturnächste großflächige Lebensraum einer artenreichen Pflanzen- und Tierwelt.
Er schützt und reinigt das Trinkwasser, schützt vor Bodenerosion, sorgt für ein ausgeglichenes Klima und bietet Sicht- und Lärmschutz, er ist Freizeit- und Erholungsraum und produziert Holz.
Diesem hohen ökologischen Wert des Waldes wird von Seiten der Waldbesitzer durch viele Maßnahmen Rechnung getragen. Der Erhalt besonderer Lebensräume wie Quellbereiche, Gewässer, Moore, Halbtrockenrasen, Hutewälder, Brutgebiete seltener Vogelarten, die Pflege naturnaher Waldränder, der boden- und bestandesschonende Einsatz von Forsttechnik und das vermehrte Belassen von Alt- und Totholz im Wald sind Beispiele für die Berücksichtigung ökologischer Belange im Rahmen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft auch ohne förmliche Ausweisung von Schutzgebieten. Zudem sind viele Naturschutzgebiete, Naturdenkmale, besonders geschützte Landschaftsteile und der Nationalpark Harz eingebettet in Waldgebiete.
Ergebnisse der Bundeswaldinventur für Niedersachsen
Für Niedersachsen, wie für alle westdeutschen Bundesländer, wurde es mit der Bundeswaldinventur II zum Stichtag 01.10.2002 erstmals möglich, Veränderungen im Wald zu dokumentieren. So können Aussagen zu Änderungen der Waldfläche oder Baumartenzusammensetzung sowie zu Zuwachs und Nutzung getroffen werden. Damit kann die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung, wie sie seit über 200 Jahren in ganz Deutschland praktiziert wird, beurteilt werden. Neue Parameter, insbesondere zur Beurteilung der biologischen Vielfalt (Biodiversität), wurden zusätzlich aufgenommen.
Im Einzelnen verfolgt die Bundeswaldinventur insbesondere die Ziele:
• Schaffung einer umfassenden Informationsquelle über den deutschen Wald
• Beschreibung des Waldes durch klassische Inventurparameter, z. B. Waldfläche, Baumarten, Holzvorrat, Holznutzung und Zuwachs
• Beurteilung der biologischen Vielfalt der Wälder durch neue Inventurparameter wie Naturnähe der Baumartenzusammensetzung, Sonderbiotope, Totholzanteile, Waldränder oder Ausprägung der Bodenvegetation
• Entwicklung der Waldfläche, Baumartenanteile und Holzvorräte in den letzten 15 Jahren
• Bereitstellung von Grunddaten für die forstliche Forschung und das forstliche Umwelt-Monitoring, z.B. die Waldschadens- und Bodenzustandserhebung
• Datengrundlage für eine Abschätzung des Holznutzungspotentials sowie für Prognosen zur Waldentwicklung.
- Der Wald in Niedersachsen (PDF, 2698 KB)
Der Cluster Forst und Holz umfasst die Wirtschaftsbereiche Forstwirtschaft, holzbe- und -verarbeitende Industrie, Papierwirtschaft und das Verlags- und Druckereiwesen.
Clusterstudie Forst und Holz Niedersachsen
Die vorgestellte Studie analysiert zum einen die inneren Strukturen (Betriebe, Umsätze, Beschäftigungszahlen) und wirtschaftlichen Potenziale des Clusters in Niedersachsen. Zum anderen prognostiziert sie die möglichen Holzaufkommen bei Unterstellung verschiedener Waldbewirtschaftungsstrategien ("naturnah", "ertrags-" und "naturschutzorientiert") für einen Zeitraum von 30 Jahren.
Darüber hinaus zeigt die Untersuchung wesentliche Einflussfaktoren auf das zu erwartende Nutzungsverhalten der Forstbetriebe auf. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage, um die gegenwärtigen und künftigen Chancen und Risiken des Forst-Holz- und Papier-Sektors im Wettbewerb einschätzen zu können. Vor allem aus Sicht der Rohstoffverfügbarkeit sind Strategien zur Optimierung der Wertschöpfungsketten vom Wald zu den Werken bzw. Betrieben bis hin zum Endverbraucher zu konzipieren.
- Clusterstudie Forst und Holz (PDF, 5077 KB)
Auf der Grundlage der Clusteranalyse Forst und Holz Niedersachsen aus dem Jahr 2007 ist das Ziel der Kohlenstoffstudie, die Bedeutung der Gesamtbranche für eine optimale Bindung von CO2 am Beispiel Niedersachsens aufzuzeigen.
Kohlenstoffstudie Forst und Holz Niedersachsen
Die Speicherung von Kohlenstoff in Wäldern ist klimapolitisch ein hochaktuelles Thema, das die niedersächsische Landesregierung mit der vorliegenden Studie aufgreift. Auf der Basis von Inventurdaten und Szenarienrechnungen werden die Mengen an Kohlenstoff hergeleitet, die heute bzw. künftig in niedersächsischen Wäldern und in den aus niedersächsischem Holz hergestellten Produkten gespeichert werden. Die Kohlenstoffstudie richtet sich an alle Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft, politische Entscheidungsträger und die interessierte Öffentlichkeit. Sie liefert wichtige Argumente im Kyoto-Folgeprozess und zeigt die Auswirkungen verschiedener waldbaulicher Strategien auf die Kohlenstoffspeicherung in Wäldern und Forstprodukten auf.
- Kohlenstoffstudie Forst und Holz Niedersachsen (PDF, 2076 KB)