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Pilotprojekt zur Breitbandversorgung mittels digitaler Dividende heute in Freiburg/Elbe gestartet


HANNOVER. Der Startschuss für das Pilotprojekt zur Nutzung der „Digitalen Dividende" in Niedersachsen ist am heutigen Dienstag, 7. Dezember, auf Gut Schöneworth in Freiburg an der Elbe gefallen. Die Initiative soll dazu beitragen, schnelles Internet auch in ländlichen Gebieten nutzen zu können, in denen die Versorgung bisher unzureichend ist. Ausschlaggebend ist, dass eine kabelgebundene Versorgung des ländlichen Raums aufgrund der verfügbaren Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz alleine nicht realisierbar ist.

Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, nahm das Pilotprojekt per Knopfdruck in Betrieb.

Auch wenn die Erschließung mit Breitband grundsätzlich durch den Markt erfolgen soll, werden weiterhin Gebiete bestehen bleiben, in denen die Einnahmen die Kosten für die Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur auch langfristig nicht decken werden. Aus diesem Anlass ist das Projekt initiiert worden, um unter anderem die Fragen zu beantworten, wie man bereits 2010 mit den Frequenzen der „Digitalen Dividende" eine kosteneffiziente Breitbandversorgung für die ländlichen Gebiete realisieren kann ohne weitere Nutzungen zu gefährden. Weiterhin ist zu klären, welchen Einfluss die Nutzung der Frequenzen der „Digitalen Dividende" zu Breitbandnutzung auf die bestehenden Technologien (z.B. Kabel-TV, Funkmikrofone, Hörgeräte etc.) haben wird.

Um diese Fragestellungen zu untersuchen, sind landesweit vier ländlich strukturierte Gemeinden mit unterschiedlichen Standortfaktoren gefunden worden, in denen ein funkbasiertes Breitbandnetz aufgebaut werden soll. Das Projekt wird von einer Forschungsgemeinschaft - bestehend aus den Firmen network41 GmbH, Brown IPOSS GmbH und ehcon Matthias Ehrlich - federführend umgesetzt. Zusätzlich wird das Projekt von der Firma Sennheiser, der Bundesnetzagentur (BNetzA) und der Landesrundfunkanstalt begleitet. Die Firma EWETel ist in dem Projekt dafür verantwortlich, die erforderliche Bandbreitenlieferung sicherzustellen. An dem Projekt sind die Gemeinden Oberndorf (SG Am Dobrock, Landkreis Cuxhaven), Oederquart (SG Nordkehdingen, Landkreis Stade), Wietzendorf (LK Soltau-Fallingbostel) und Rehlingen (SG Amelinghausen, Landkreis Lüneburg) beteiligt.

Das Besondere an diesem Projekt ist, dass die Weiterleitung und Unterverteilung des Funksignals vom Richtfunkmast in den Gemeinden nicht durch neu aufzustellende Sendemasten erfolgt, sondern durch größtenteils „auszutauschende" Straßenlaternen. Die neuen Straßenlaternen verfügen im Mast über eine Sende- und Empfangseinheit, um das Breitbandsignal in einem Radius von gut 500 Meter im Ort weiterleiten zu können. Diese Lösung bietet den Vorteil, dass eine zusätzliche Erschließung mit Strom in vielen Fällen nicht erforderlich ist. Es hat sich herausgestellt, dass das Interesse in den Gemeinden wesentlich größer ist als zunächst angenommen und nun auch die Randbereiche erschlossen werden sollen.

Während des Testbetriebes sollen dann die Auswirkungen auf die anderen Technologien untersucht werden, es soll dokumentiert werden, welche Bandbreiten bei Volllast zur Verfügung stehen. Ferner soll dargestellt werden, welche Kosten zu erwartenden Einnahmen gegenüber stehen, um herauszufinden, ob die im Pilotprojekt durchgeführte Erschließung wirtschaftlich vertretbar ist und sich am Markt etablieren kann. Das Projekt läuft bis September 2011.


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