Schriftgröße:
Farbkontrast:

Agrarminister Meyer: Tolles Engagement der Landwirte für mehr Tierwohl

249 Anträge für Ringelschwanz- und Schnabelprämie – Fast 700.000 Tiere

HANNOVER. Die Legehennen- und Schweinehalter in Niedersachsen setzen ein bemerkenswertes Signal für mehr Tierschutz im Stall: Nach aktuellem Stand sind insgesamt 249 Anträge von konventionellen und ökologischen Betrieben eingegangen, die künftig auf das Abschneiden von Schweineschwänzen oder Legehennenschnäbeln verzichten wollen. „Dieses Interesse an den erstmals vom Land ausgelobten Tierwohlprämien freut mich riesig", sagte Agrarminister Christian Meyer. „Wir sind auf einem guten Weg. Gemeinsam werden wir für mehr Tierschutz im Stall sorgen."

Die jetzt vorliegenden Zahlen seien „ein deutliches Signal, dass unsere Landwirte sich für mehr Tierschutz einsetzen wollen", sagte Meyer. „Hinter den 249 Anträgen verbirgt sich eine beachtliche Tierzahl: Fast 600.000 Legehennen und weit mehr als 115.000 Mastschweine werden vom Tierschutz-Engagement ihrer Halter profitieren: keine kupierten Schwänze, keine abgeschnittenen Schnäbel und eine insgesamt verbesserte Haltung", so der Minister. Trotz der kurzen Antragsfrist habe Niedersachsen nun ein gutes und machbares Angebot für mehr Tierschutz in Niedersachsens Ställen vorgelegt. Es machten nicht nur ökologische oder nach Neuland-Richtlinien arbeitende Betriebe mit, sondern erstaunlich viele Bauern aus konventioneller Landwirtschaft. Meyer: „Auch unser Rat für Neuanfänger, erst einmal mit kleinen Stalleinheiten gut geschult und überlegt anzufangen, ist von vielen beherzigt worden." Die Antragszahlen stellten einen guten Mix aus kleinen und mittleren Betrieben sowie verschiedenen Haltungsformen dar, so Meyer.

Die tolle Botschaft sei: „Das eingeplante Fördergeld reicht, um alle Anträge, die die Voraussetzungen erfüllen, wahrscheinlich zu bewilligen. Antragsteller, die die Vorgaben einhalten, bekommen demnach also eine Zusage. Ein Ranking von Betrieben ist dieses Jahr damit nicht notwendig." Für Schweine mit intaktem Ringelschwanz und besseren Haltungsbedingungen wird eine Prämie von 16,50 Euro gezahlt. Halter von Legehennen mit unversehrtem Schnabel und mehr Platz werden mit 1,70 Euro pro Tier honoriert.

Meyer stimmt zuversichtlich, dass besonders viele kleine und mittlere Betriebe mehr Tierwohl im Stall wagen. Für mehr Tierschutz in der Schweinehaltung liegen Anträge auf Förderung im Volumen von mehr als 1,9 Millionen Euro vor, für mehr Tierschutz in der Legehennenhaltung könnten fast 950.000 Euro ausgegeben werden. Die Maßnahme läuft vorerst für ein Jahr. Für 2016 würde die Maßnahme mit langsam steigendem Gesamtetat dann erneut angeboten werden, um Schritt für Schritt mehr Tierwohl im Stall zu fördern. Die Förderungen können zusätzlich zur privatwirtschaftlichen Initiative Tierwohl des Handels erfolgen. Voraussetzung für die Förderung sind nicht nur jederzeit intakte Ringelschwänze und mehr Platz für Legehennen, sondern auch die Teilnahme an umfangreichen Beratungen und Schulungen.

Die Landwirtschaftskammer wird nun die Anträge prüfen und zeitnah bewilligen. Im zweiten Halbjahr 2015 erfolgen die Pflichtberatungen für teilnehmende Schweinemäster und Ferkelerzeuger. Spätestens ab Dezember dieses Jahres stehen die ersten durch die Tierwohlprämien des Landes geförderten Mastschweine und Legehennen in den Ställen.

Presseinformation

Übersicht