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„Ab 2017 bleibt der Schnabel jetzt bundesweit dran!“

Minister Meyer begrüßt Entscheidung des Handels zum Verzicht auf Schnabelkürzen ab 2017 - Durchbruch für mehr Tierschutz

Hannover. Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat die Entscheidung des Einzelhandels und der Organisation KAT (Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen) für ein bundesweites Verbot des Schnabelkürzens bei Legehennen ab 2017 ausdrücklich begrüßt.

Meyer: „Diese Entscheidung ist ein gewaltiger Durchbruch für mehr Tierschutz. In intensiven Gesprächen mit den Handelsketten und KAT haben wir erreicht, dass die grausame Praxis des Kürzens der Schnabelspitzen nicht nur in Niedersachsen, sondern in ganz Deutschland, den Niederlanden und anderen Ländern eingestellt wird. Der Tierschutz-Beschluss des Handels bedeutet, dass der niedersächsische Weg, das Schnabelkürzen bis Ende 2016 auslaufen zu lassen, Vorbild für den Bund und einige EU-Mitgliedsstaaten wird. Das ist gut für den Tierschutz und den Freilandhühner-Standort Niedersachsen!"

Nachdem Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern das Schnabelkürzen per Erlass zum 31.12.2016 verboten hatten, hat KAT nun aufgrund dieser Länderbeschlüsse offiziell mitgeteilt, dass dieses Verbot für alle KAT-zertifizierten Betriebe gelten wird, die Eier an deutsche Supermarktketten verkaufen. Betroffen sind ca. 60 bis 70 Millionen Hennen in 5000 Ställen in Deutschland und den Niederlanden, die ab 2017 den Schnabel dran behalten werden.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister hatte in monatelangen Gesprächen sowohl mit dem Einzelhandel als auch mit KAT auf diesen Beschluss hingewirkt. An den Gesprächen haben unter anderem auch Edeka, Rewe, Aldi und Lidl sowie KAT teilgenommen. Ebenso führte der Minister Verhandlungen mit Tierschutzverbänden zur Akzeptanz der Entscheidung.

Meyer: „Die jüngste Entscheidung der KAT ist ein wichtiges Signal für die niedersächsische Wirtschaft, denn: Alle großen Supermarktketten verlangen von ihren Eierlieferanten, dass sie von KAT zertifiziert sind." Dies trifft auch auf Lieferanten aus anderen Staaten wie den Niederlanden zu, so dass Importe ausländischer Billigeier unterbunden werden. „Mit der Verpflichtung großer Ketten, nur Eier von Hennen mit ungekürzten Schnäbeln zu verkaufen, haben wir einen wettbewerbsneutralen Ausstieg aus dem Schnabelkürzen erreicht."

„Diese Entscheidung ist ein erfreulicher Durchbruch für mehr Tierschutz", so der Minister. „Der Beschluss bedeutet, dass der niedersächsische Weg, das Schnabelkürzen bis Ende 2016 auslaufen zu lassen, nicht nur bundesweit im Gleichklang gegangen wird, sondern auch in anderen EU-Mitgliedstaaten."

Meyer forderte den Bund auf, nun auch dort endlich gesetzlich das Schnabelkürzen zum 31.12.2016 zu untersagen und die Kennzeichnungspflicht auf verarbeitete Eier auszuweiten. Eine Mehrheit der Bundesländer gibt es bereits: Auf der jüngsten Agrarministerkonferenz (AMK) im April dieses Jahres in Cottbus haben insgesamt elf Bundesländer auf Antrag Niedersachsens den Bund aufgefordert, den Ausstieg aus dem Schnabelkürzen möglichst bis Ende 2016 vorzusehen. Der Bundesrat hat den Bund aufgefordert, auch bei verarbeiteten Eiern in Kuchen und Nudeln eine Kennzeichnung der Haltungsform für den Verbraucher erkennbar zu machen.

Landwirtschaftsminister Meyer abschließend: „Wir brauchen endlich eine tiergerechte Haltung ohne präventive Amputationen oder Verstümmelungen von Tieren. Die KAT-Entscheidung ist ein Fortschritt für den Tierschutz und ein Erfolg des Tierschutzplans. Und auch die Wirtschaft profitiert: Wettbewerbsverzerrungen kommen nicht zustande, denn der Ausstieg erfolgt im Einvernehmen mit dem Handel. Dieser hat erkannt, dass die Verbraucher mehr Tierschutz wollen und auch bereit sind, dafür mehr zu zahlen."

Eier von schnabelgekürzten Hennen werden mit der KAT-Entscheidung 2017 demnach ebenso wie Käfigeier in den meisten Supermarktketten ausgelistet und nicht mehr angeboten.

Der Hintergrund: Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat im April 2013 einen Erlass veröffentlicht, der das Kürzen der Schnabelspitze bei Legehennen ab 2017 verbietet. Der Verzicht auf Schnabelkürzen ist ein Baustein des Tierschutzplanes Niedersachsen. Das Kürzen der Schnäbel von Hennen ist ein grausamer und schmerzhafter Eingriff, auf den verzichtet werden soll. Dänemark hatte bereits im Sommer 2014 erklärt, auf das grausame Amputieren der Schnabelspitze verzichten zu wollen.

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