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Torfabbaugebiete werden aus dem LROP gestrichen

Landesregierung möchte Moore unter Schutz stellen

Landwirtschaftsministerium leitet Verfahren zur Änderung des LROP ein

HANNOVER. Die niedersächsische Landesregierung wird alle Torfabbaugebiete aus dem Landesraumordnungsprogramm (LROP) streichen. Aus Gründen des Klima- und Naturschutzes soll künftig gänzlich auf Vorranggebiete für den Torfabbau verzichtet werden. Das Änderungsverfahren des LROP soll noch vor der Sommerpause eingeleitet werden und wird - vor dem Hintergrund über das übliche Maß hinausgehender Beteiligungen - voraussichtlich 2014 abgeschlossen sein.

Dazu sagt Landwirtschaftsminister Christian Meyer: „Die rot-grüne Landesregierung bewertet den Schutz und Erhalt der Moore anders als die Vorgängerregierung. Wir wollen Ersatzstoffe für Torf im Gartenbau fördern und den Torfabbau sowie eine intensive Landwirtschaft auf diesen sensiblen Böden zurückfahren. Die geplante Änderung des LROP wird von meinem Haus unverzüglich aufgenommen."

Umweltminister Stefan Wenzel ergänzt: „Der Verlust unserer Moore ist ein echter Klimakiller. Allein zwölf Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen in Niedersachsen entstammen der Nutzung der Moore. Wir wollen daher die letzten verbliebenen Moore nicht nur für den Naturschutz, sondern auch als aktiven Beitrag zum Klimaschutz erhalten."

Die Änderung des LROP ist ein erster Schritt der Landesregierung zum Schutz der Moore. Die Landesregierung beabsichtigt weiter, die Moore als natürliche CO2-Speicher zu definieren und auf diesem Weg den weiteren Torfabbau zu beenden.

Die Grundlage für den Moorschutz in Niedersachsen soll eine aktuelle Bestandsanalyse der Hoch- und Niedermoore bilden. Ziel ist es, Böden mit hohen Kohlenstoffgehalten wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen. So soll ihre Klima- und Bodenschutzfunktion zurückgewonnen werden. Mittel- bis langfristig möchte die Landesregierung ein Moorschutzsystem „Norddeutsche Moorlandschaft" schaffen. Hierfür sollen die Flächen zusammengestellt sowie Schutzziele und Nutzungen im kooperativen Dialog mit der Bevölkerung, den Landwirten und den Verbänden festgelegt werden. Bis zum Ende des Jahres sollen die ersten Schritte zur neuen Schutzgebietskulisse gemacht sein.

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