Die niedersächsischen Wälder beliefern den Holzmarkt mit ca. 4,5 Mio m³ Rohholz im Wert von etwa 180 Mio EUR pro Jahr. Höherwertiges "Stammholz" zur Herstellung von Schnittholz und Furnieren kommt vornehmlich aus älteren Beständen. Platten- und Papierwerke sind dagegen auf die Rohstoffversorgung mit Laub- und Nadelindustrieholz angewiesen, das vorwiegend bei der Durchforstung von Jungbeständen anfällt.
Bedeutendster Abnehmer von Rohholz ist die Sägeindustrie. Das Nadelschnittholz findet überwiegend Verwendung als Bauholz. Hauptabnehmer des Laubschnittholzes ist die Möbelindustrie, die im Weserbergland konzentriert ist. Geringere Qualitäten werden zu Paletten, Kisten oder Bahnschwellen verarbeitet.
Clusterstudie Forst und Holz Niedersachsen (2007)
- Clusterstudie Forst und Holz (PDF, 5077 KB)
Gemütlicher Innenausbau mit heimischem Holz
Holz - der ökologische Baustoff
Als Baustoff erlebt Holz zur Zeit eine Renaissance. Immer mehr private Bauherren, aber auch die Landwirtschaft und die Industrie erkennen die Vorteile von Holz: Mit Holz lässt sich anspruchsvoll konstruieren, es ist leicht, schön und umweltfreundlich in Erzeugung und Entsorgung. Beeindruckende Beispiele für moderne, innovative Holzbauten entstanden im Umfeld der EXPO: Ein Meilenstein des Holzbaus wurde mit dem Bau des EXPO-Daches verwirklicht, durch den eindrucksvoll demonstriert wurde, was heute mit dem Baustoff Holz technologisch und gestalterisch möglich ist. Dies gilt ebenso für die in Schneverdingen aus heimischen Hölzern in moderner Brettstapelbauweise errichtet "Eine-Welt-Kirche".
Der Baustoff Holz zeichnet sich auch durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit und damit gute Dämmeigenschaften aus bei zugleich behaglichem und gesundem Raumklima.
Zertifizierung in Niedersachsen schreitet voran
Die Zertifizierung der Waldbewirtschaftung gibt dem Verbraucher die Sicherheit, dass das gekaufte Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Die zwei derzeit wichtigsten in Niedersachsen vergebenen Qualitätssiegel für die Waldbewirtschaftung sind das PEFC- und das FSC-Gütesiegel.
Gemütlich und natürlich: Energie aus Holz
Als einer der ältesten und meistgenutzten heimischen Energieträger erfreut sich der Brennstoff Holz heute zunehmender Beliebtheit. Aus guten Gründen: Holz wird in unseren Wäldern nachhaltig produziert und steht dauerhaft zur Verfügung.
Heizen mit Holz heißt Heizen im Kreislauf der Natur. Holz ist CO2-neutral. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung von Holz nicht mehr Kohlendioxid an die Atmosphäre abgegeben wird, als vorher von den Waldbäumen aus der Luft aufgenommen wurde. Moderne Feuerungstechniken garantieren eine optimale energetische Nutzung der im Holz gespeicherten Energie und erfüllen die Bestimmungen auch strenger Luftreinhalteverordnungen.
Qualitäts-Hackschnitzel
Bioenergie aus Niedersachsens Wäldern
Viel versprechend verläuft die Entwicklung auf dem Gebiet der Hackschnitzel-Produktion. Mobile Großhacker sind mittlerweile in der Lage, kostengünstig Qualitäts-Hackschnitzel nach ÖNORM M 7133 aus Restholz zu erzeugen, das bei Durchforstungen in großen Mengen anfällt. Die Hackschnitzel haben eine Kantenlänge von 30 bis 50 mm und eignen sich zur Energiegewinnung in mittleren und großen Heizwerken.
- Hackschnitzel sind ein krisensicherer und nachhaltig erzeugbarer Brennstoff
- Hackschnitzel sind kostengünstig
- Hackschnitzel-Erzeugung kann für den Forstbetrieb eine zusätzliche Einnahmequelle sein
Mit Jahresbeginn 2006 wurden die Fachinformationsstelle Bioenergie Niedersachsen (BEN) in Göttingen und das RIS - Kompetenzzentrum (NaRo.Net) in Werlte zum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe (3N) zusammengeführt.
3N schätzt das technische Potential aus niedersächsischem Recyclingholz Klasse I-IV (Waldholz, Landschaftspflegeholz und Sägerestholz) auf 1.000.000 MWh (Megawattstunden) pro Jahr ein. Damit könnten 6.000 Holzheizwerke betrieben werden (z. Zt. 35 größer als 150 kW).Typischer Fall: Holzheizwerk 400 kW in mittelgroßer Schule oder in einem Neubaugebiet mit 130 Einfamilienhäusern.
Was sind Holzpellets?
Holzpellets werden hergestellt, indem Säge- oder Hobelspäne unter hohem Druck verdichtet werden. Pellets werden in Größe und Qualität nach DIN 51731 oder vergleichbaren ausländischen Normen hergestellt und sind 5 - 15 mm groß. Der Heizwert ist mit ca. 4,8 kWh/kg der höchste aller Holzbrennstoffe, vergleichbar mit dem von Braunkohlebriketts. Eine Heizanlage für Holzpellets kann sich bereits für Einfamilienhäuser lohnen.