Hannover. Der niedersächsische Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Hans-Heinrich Ehlen hat heute in Bersenbrück das Dorferneuerungs- und Flurbereinigungsprogramm bekannt gegeben.
Der ländliche Raum steht vor großen Herausforderungen, wie dem demografischen Wandel, die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum oder dem Ressourcenschutz.
Vielfältige Interessen im ländlichen Raum müssen zusammen geführt und Ökonomie, Ökologie und soziale Erfordernisse durch umfassende Betrachtungen und Handlungs-ansätze miteinander vernetzt werden.
Immer mehr Bedeutung hat dabei die Zusammenarbeit von mehreren Gemeinden. In vielen niedersächsischen Landesteilen werden 2006 bereits Integrierte ländliche Ent-wicklungskonzepte (ILEK) erarbeitet. Weitere ILEK, so kündigte der Minister an, werden noch in diesem Jahr starten, u.a. auch das Nördliche Osnabrücker Land.
Maßgebliche Instrumente der ländlichen Entwicklung bleiben auch zukünftig die Dorfentwicklung und die Flurbereinigung. Die landesweite Steuerung erfolgt über das Dorferneuerungs- und Flurbereinigungsprogramm.
Die Fortschreibung beider Programme gab Minister Hans-Heinrich Ehlen am 08.06.2006 in Bersenbrück bekannt.
Das Flurbereinigungsprogramm 2006 – 2010 umfasst derzeit 354 anhängige Flurbereinigungsverfahren. Flurbereinigung ist ländliche Bodenordnung und aktive Landentwicklung, betonte Ehlen. Neben der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft geht es heute um die Lösung von Landnutzungskonflikten. Mit dem Instrument der Flurbereinigungen werden große Infrastrukturprojekte umgesetzt und gemeindliche Entwicklungen unterstützt.
Die neu in das Flurbereinigungsprogramm aufgenommenen Verfahren dienen z.B. der Umsetzung verschiedener Verkehrsvorhaben, der Unterstützung von Tourismusvorhaben aber auch dem Hochwasser-, Trinkwasser- und Naturschutz.
In das Flurbereinigungsprogramm werden 28 Verfahren verbindlich aufgenommen, 17 Projekte können zwecks Einleitung für die Folgejahre intensiv vorbereitet werden.
In das Dorferneuerungsprogramm werden 53 Dorfentwicklungsverfahren mit insgesamt 64 Dörfern aufgenommen. In Niedersachsen werden aktuell 469 Dorfentwicklungsverfahren gefördert.
Mehr Gewicht bei der Dorfentwicklung soll in der Stärkung der Ortskerne durch Sanierung und Umnutzung von Gebäuden und durch Erschließung von innerörtlichen Flächen gelegt werden, so Ehlen. Die Förderung von Dorf- und Verantwortungsgemeinschaften haben bereits heute ein hohen Stellenwert.
Ehlen hob die herausragende Bedeutung hervor, die der ländliche Raum in Niedersachsen habe. Rund 70 % der Landesfläche zählen zum ländlichen Raum, in dem über 50 % der Bevölkerung leben. "Der ländliche Raum ist Lebens-, Wirtschafts-, Natur- und Erholungsraum für uns alle und in seinen Funktionen unverzichtbar. Um diese Funktion zu sichern, ist eine aktive Strukturpolitik für den ländlichen Raum notwendig" so Ehlen.
Bereits in der Vergangenheit hat die Landesregierung mit dem PROLAND -Programm in den ländlichen Raum investiert. So hat Niedersachsen für den Zeitraum von 2000-2006 nahezu 650 Mio. € EU-Mittel gesichert. Aufgestockt mit Mitteln des Bundes, des Landes, der kommunalen Gebietskörperschaften und privater Investoren sind Investiti-onen von weit über 2,5 Mrd. € ausgelöst. worden.
In den vergangenen EU - Haushaltsjahren konnten zudem Gemeinschaftsmittel anderer Mitgliedstaaten von rund 100 Mio. € aufgenommen und zusätzlich für ländliche Entwick-lungsvorhaben in Niedersachsen eingesetzt werden.
Auch in der neuen EU-Förderperiode 2007-2013 werde Niedersachsen den ländlichen Raum zu einem Schwerpunkt seiner politischen Aktivitäten machen, kündigte der Minister an.
Als Ansprechpartner für die integrierte ländliche Entwicklung stehen die 11 Ämter für Landentwicklung in den Behörden für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften zur Verfügung.
Die Listen der neu aufgenommenen Flurbereinigungsverfahren und der neuen Dörfer sind als Anlage beigefügt.
- 033Flurbereinigungsprogramm 2006.pdf (PDF, 22 KB)
- 033Neue Dörfer zum 01-07-2006.doc (DOC, 40 KB)
- 033Verteiler GLL AfL mit Telefon.pdf (PDF, 9 KB)
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