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Otte-Kinast: „Wir wollen den digitalen Wandel gestalten“

Fachkongress zu Raumordnungspolitik in Zeiten der Digitalisierung


Hannover. Wo sind die Schnittstellen zwischen Raumordnungspolitik und Digitalisierung? Wo liegen Chancen und Risiken digitaler Technologien für die Gestaltung der Zukunft von Niedersachsens Städten, Gemeinden und Regionen? Mit diesen und weiteren Fragen befasste sich der Fachkongress „Leitlinien der niedersächsischen Raumordnungspolitik“ gestern (Donnerstag). Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) hatte rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Diskussion und zum Austausch von neuesten Erkenntnissen und Strategien für die Regional- und Landesplanung ins Alte Rathaus in Hannover geladen.

„Unser Ziel sind gleichwertige Lebensverhältnisse für alle Bürgerinnen und Bürger, egal wo sie in Niedersachsen wohnen“, sagte die niedersächsische Raumordnungsministerin Barbara Otte-Kinast bei der Eröffnung des Kongresses. „Kein Raum dürfe beim digitalen Infrastrukturausbau und bei digitalen Dienstleistungsangeboten benachteiligt werden. „Wir wollen den technischen Fortschritt und den gesellschaftlichen, digitalen Wandel gestalten. Deshalb diskutieren wir die Frage: Wie kann Raumordnungspolitik den digitalen Wandel flankieren?“

Stefan Muhle, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung (MW), erläuterte die Digitalisierungsstrategie der Niedersächsischen Landesregierung. Ziel sei es, einer digitalen Spaltung des Landes von Anfang an entgegenzuwirken. Der „Masterplan Digitalisierung“ gebe hierbei die Orientierung für die Gestaltung und Förderung der digitalen Transformationsprozesse in Niedersachsen.

Rainer Beckedorf, Staatssekretär im ML, machte in seinem Vortrag deutlich, dass sich die Positivwirkungen der Digitalisierung bei weitem noch nicht in allen Lebensbereichen manifestiert haben. Digitalisierung könne jedoch unter anderem Entscheidungsprozesse verbessern, Arbeitsabläufe erleichtern und Planungen beschleunigen. Allerdings: Das fügt sich nicht von selbst!“, so Beckedorf. „Vordenken und vorbereitendes Planen sind gefragt – und genau das ist Aufgabe der Raumordnung.“

Weitere Impulsvorträge kamen von Gerald Swarat (Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering IESE) sowie von Marco Brunzel (Metropolregion Rhein-Neckar). Swarat ging insbesondere auf Deutschlands digitale Regionen ein. Diese bräuchten „mehr als nur digitale Infrastruktur“. Bunzel, Leiter des Fachbereichs Digitalisierung und E-Government, ging anhand konkreter Beispiele darauf ein, wie die Chancen der Digitalisierung für die räumliche Planung und Regionalentwicklung genutzt werden können.

Diskussionsrunde zu Handel und Mobilität
Am Nachmittag ging es anwendungsbezogen weiter: Diskutiert wurden raumordnerische Aspekte der Digitalisierung in Bezug auf Versorgungsstrukturen, Mobilität und Logistik. Auf dem Podium nahmen hierzu auch Handelsexperten Platz, die zunächst das veränderte Einkaufsverhalten und den Online-Handel in den Mittelpunkt rückten. Wie kann die Raumordnungspolitik reagieren, wenn der stationäre Einzelhandel seine Zentren bildende Kraft verliert und der virtuelle Einkauf weiter zunimmt?

Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt baute schließlich auf den Ergebnissen der Studie „Mobilität in Deutschland“, eine bundesweite Befragung von Haushalten zu ihrem alltäglichen Verkehrsverhalten im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), auf. Auch hier sieht sich die Raumordnungspolitik aktuellen Fragestellungen gegenüber, die letztlich auch die Teilhabe vieler Menschen am gesellschaftlichen Leben betreffen. Doch was wissen wir eigentlich über das Mobilitätsverhalten und die Mobilitätsbedürfnisse des Einzelnen oder bestimmter Bevölkerungsgruppen? Die Plenarsprecher waren sich einig, dass die digitalen Möglichkeiten der Mobilitätserleichterung und die spezifischen Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung künftig besser in Einklang gebracht werden können.

Weitere Informationen zum Fachkongress erhalten Sie im Internet unter http://www.ml.niedersachsen.de/themen/raumordnung_landesplanung/aktuell/

 
v.l.n.r.: Staatssekretär Rainer Beckedorf (ML), Raumordnungsministerin Barbara Otte-Kinast und Staatssekretär Stefan Muhle (MW)
Artikel-Informationen

05.04.2019

Ansprechpartner/in:
Pressestelle

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Calenberger Str. 2
30169 Hannover
Tel: 0511/120-2136
Fax: 0511/120-2382

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